Hafenlogistik Cemat-Hafenforum 2013 fordert das Hinterland heraus

Redakteur: Mag. Victoria Sonnenberg

Die Defizite der Hinterland-Infrastruktur werden den zentralen Themenschwerpunkt des Cemat-Hafenforums 2013 bilden, das am 10. und 11. September im Hotel Hafen Hamburg ausgerichtet wird. Dabei wird Praxis und Theorie rund um die Hafenlogistik diskutiert.

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Das Cemat Hafenforum 2013 steht unter dem Motto: „Häfen der Zukunft – innovativer Zugang zu den Weltmärkten“.
Das Cemat Hafenforum 2013 steht unter dem Motto: „Häfen der Zukunft – innovativer Zugang zu den Weltmärkten“.
(Bild: Deutsche Messe)

Während See- und Binnenterminals mit dem wachsenden Umschlagsvolumen durch Investitionen in innovative Technologien und immer leistungsfähigere Steuerungssoftware Schritt halten, hinken die Investitionen in die Hinterland-Infrastrukturen häufig hinter den Anforderungen der Wirtschaft hinterher. Praktische Möglichkeiten zur Bewältigung dieser Defizite werden unter anderem Gegenstand der Diskussionsforen des Cemat-Hafenforums 2013 sein, das am 10. und 11. September im Hotel Hafen Hamburg ausgerichtet wird.

Häufig fehlt ein einheitliches IT-System

„Die Hinterlandanbindungen sind heute alles andere als ausreichend“, sagt etwa Frank C. Firnkes, Vice President Global Logistics Strategy bei der K+S Aktiengesellschaft in Kassel. „Die Vernetzung der Verkehrsträger funktioniert nur selten über alle Verkehrsträger und Informationen erreichen oft nicht alle Beteiligten der Supply Chain.“ Häufig fehle zum Beispiel nach wie vor ein einheitliches IT-System, das Informationen aufbereitet und nutzergerecht zur Verfügung stellt.

Wasserwege bieten großes Wachstumspotenzial

Firnkes geht beim Cemat-Hafenforum vor allem auf die Anforderungen der Verlader an die Effizienz und Umweltfreundlichkeit von Logistiklösungen der Zukunft ein. Aber auch von Seiten der Politik müsse deutlich mehr Unterstützung kommen. Denn auch der am besten ausgebaute Hafen könne nur optimal funktionieren, wenn die Hinterlandanbindungen optimal ausgebaut sind und einen fließenden Verkehr ermöglichen. „Neben dem Ausbau der Infrastrukturen ist es aus meiner Sicht erforderlich, durch übergreifende koordinierende Maßnahmen eine bessere Nutzung der vorhandenen Verkehrswege zu ermöglichen“, so Firnkes. „Besonderer Fokus muss dabei auf der verstärkten Nutzung des Binnenwasserstraßennetzes liegen.“

Welchen Beitrag können deutsche Binnehäfen leisten?

Immerhin bieten die Wasserwege nach wie vor das größte Potenzial zur Abwicklung des künftigen Transportaufkommens, während die Straße und die Schiene längst an ihre Kapazitätsgrenzen gestoßen sind. „Wir brauchen in Zukunft vermehrt integrierte Logistikkonzepte, die die Stärken aller drei Verkehrsträger optimal miteinander in Verbindung bringen“, sagt Boris Kluge, Geschäftsführer beim Bundesverband Öffentlicher Binnenhäfen e.V. (BÖB) in Berlin. „Gerade vor dem Hintergrund ehrgeiziger Nachhaltigkeitsziele bietet die stärkere Einbeziehung der Wasserstraßen für die Abwicklung der Hinterlandverkehre großes Potenzial.“ Im Rahmen des Cemat-Hafenforums wird Kluge in seinem Vortrag „Green Port Binnenhafen – Carbon Footprint als Entscheidungsfaktor (Grüne Projekte in Binnenhäfen, Binnenhäfen als Komplementärfaktor der Seehäfen)“ aktuelle Beispiele vorstellen, wie deutsche Binnenhäfen hier einen Beitrag leisten können.

Verkehrsanbindung der Häfen muss verbessert werden

Prof. Dr. Carlos Jahn, Leiter des Instituts für Maritime Logistik an der TU Hamburg-Harburg und Leiter des Fraunhofer-Centers für Maritime Logistik und Dienstleistungen (CML), wird in seinem Vortrag die Herausforderungen, Chancen und Handlungsbedarfe der Reduzierung von Emissionen entlang der maritimen Transportkette thematisieren und mit Beispielen aus Schifffahrt, Hafenbetrieb und aktuellen Forschungsprojekten konkretisieren. Zudem werden Schlaglichter auf Zukunftsvisionen für Häfen und Schifffahrt geworfen und Perspektiven abgeleitet.

„Eine der großen aktuellen Herausforderungen für das Hinterland ist aus meiner Sicht das Schaffen und Erhalten der Verkehrsinfrastruktur, insbesondere die Beseitigung von Behinderungen der Erreichbarkeit der Häfen durch Infrastrukturschäden und Baustellen“, sagt Jahn. „Außerdem muss die Steuerung von Verkehrsflüssen durch intermodales Verkehrsmanagement verbessert und die IT-Integration der in der Transportkette beteiligten Unternehmen deutlich optimiert werden.“ Denn durch eine bessere Vorplanung könnten Abläufe vereinfacht, entzerrt und Peaks reduziert werden.

Koordiniertes Vorgehen mit der Bahn zur Entlastung der Netzwerke

Eine Flexibilisierung der zur Verfügung stehenden Kapazitäten fordert Maersk-Deutschlandchef Jens-Ole Krenzien in seinem Vortrag „Anforderungen der Seereederei an das Containerterminal der Zukunft.“ Denn vor allem durch die permanent steigenden Schiffsgrößen nehme die Belastung auf die Netzwerke im Hinterland punktuell sehr stark zu. Ein koordiniertes Vorgehen etwa auch in enger Abstimmung mit den Bahnoperateuren sei deshalb unabdingbar, wolle man die Leistungsfähigkeit der Netzwerke nicht noch weiter beeinträchtigen. Die Frage stelle sich auch, ob ein integriertes Gesamthafenkonzept von Seiten der Politik nicht dazu beitragen könne, die Hafeninfrastrukturen insgesamt wettbewerbsfähiger zu machen und geplante Ressourcen besser zu nutzen.

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