Cloud Logistics Cloud Logistics – Neue Trends in der Informationstechnologie

Autor / Redakteur: Prof. Dr. Frank Thomas / Volker Unruh

Cloud Logistics und Cloud Computing sind mehr als nur öffentlichkeitswirksame Schlagworte. Denn das schnelle Finden und Aufbereiten von Informationen verkörpert die Herausforderung schlechthin für die IT in den meisten Unternehmen. Künftig wird mehr denn je gelten: Nur die Best-Informierten können die inhaltlich und strategisch richtigen Entscheidungen treffen und werden dadurch wirtschaftlich überleben.

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Denn nur durch die intelligente Lenkung unternehmenskritischer Prozesse entstehen die strategischen Wettbewerbsvorteile, die für das nachhaltige Überleben und die zukunftsfähige Weiterentwicklung jedes Unternehmens erforderlich sind. Dies gilt für Produktion und Fertigung ebenso wie für das Generieren, Gestalten und Steuern, aber auch das intelligente Outsourcen interner und externer IT- und Logistikprozesse.

Doch welches produzierende Unternehmen würde das ebenso mühsame wie aufwändige Findbar-Machen, Aufbereiten und Verwalten von Informationen, die aufgrund des per se „chaotisch“ zu nennenden Charakters des World Wide Web molekular verteilt sind, ernsthaft als unternehmenseigene Kern-Kompetenz ansehen? Vielmehr können speziell darauf ausgerichtete Dienstleister dies viel besser, effizienter und flexibler leisten.

Das Internet, und damit die Cloud, erlaubt es, die IT ebenso wie Applikationen und erfolgsentscheidende Informationsprozesse an externe Spezialisten auszulagern. Daher besitzt intelligentes Outsourcing strategische Tragweite und ist daher unumgänglich.

Die Halbwertszeit des IT-Wissens liegt bei weniger als drei Jahren. Außer dezidierten Spezialisten kann es sich daher kein Unternehmen leisten, eigene IT-Abteilungen schnell und dabei ebenso gründlich wie dauerhaft weiterzubilden, um mit dieser Entwicklung Schritt halten oder neue Trends früh genug erkennen zu können.

Aus diesen Gründen muss die Business IT in die Cloud, denn nur dort entwickelt sie sich mit der notwendigen Eigendynamik selbst weiter.

Zudem werden durch „Cloud Computing“ künftig Unternehmen in die Lage versetzt, ganz oder teilweise auf eigene Server und aufwändige Software zu verzichten und statt dessen nach Bedarf IT-Services flexibel einzukaufen, die beispielsweise nach Zeit und Datenvolumen abgerechnet werden.

World Wide Computer und universelle Programmierbarkeit

Wie sieht nun ein solch dynamisches „Rechnen in der Wolke“ aus? Arbeitsplatzrechner, Spiele-Konsole, Mobiltelefon und Smart-Phones – alle vernetzten Geräte sind nur einzelne Moleküle in einem immens großen Computing-Netzwerk.

PCs sind mit allen anderen Geräten im Internet verbunden. Dies bietet Anwender des World Wide Computers eine enorme Flexibilität, denn dieser World Wide Computer ist wie andere Rechner auch programmierbar – nur eben in viel größerem Maßstab.

Aus Anwendersicht ist diese universelle Programmierbarkeit der wichtigste und revolutionärste Aspekt des Utility Computing und damit des Einrichtens individuell nutzbarer Dienstprogramme.

Utility Computing aber macht den gesamten World Wide Computer zum persönlichen Rechner, und zwar mit einer ganz entscheidenden Charakteristik: Ein solcher PC nimmt keinen bestimmten Ort mehr ein, sondern er entsteht online aus unterschiedlichsten Molekülen zur Datenspeicherung und Informationsverarbeitung, die in der globale Wolke, der Computing Cloud herumschweben.

Beispiele für Utility Services, die über das Internet zur Verfügung gestellt werden, sind „Second Life“ und „Salesforce“: Der Rechner, der „Second Life“ ausführt, existiert nicht an einem bestimmten Ort, sondern wird online aus den unterschiedlichsten Datenspeicherungs- und Datenverarbeitungsmolekülen zusammengefügt, die in der globalen Computing Cloud schweben.

Das Beispiel „Salesforce“ ermöglicht die Integration von Software vieler anderer Unternehmen: So kann der beliebte Mapping Service „Google Maps“ mit Salesforce“ kombiniert werden, um Stadtpläne zu generieren, auf denen die Standorte von Kunden und Interessenten verzeichnet sind.

Daher schöpfen modulare IT-Ressourcen in einer flexiblen Kombination aus internen und externen Lösungen, die wir bei Dr. Thomas + Partner „Adaptive IT“ nennen, Einsparpotenziale in der Logistik voll aus. Die TWS Warehouse Solutions verdeutlichen diesen flexiblen und modularen Aufbau vom Wareneingang bis zum Warenausgang: wie in einem Baukasten sind alle Prozesse auf einer einzigen Plattform zusammengefügt. Dort nimmt Cloud Logistics ihren Anfang.

Cloud Logistics für maßgeschneiderte IT- Services und Logistik-Fulfillment

Cloud Logistics ist die IT-gestützte Optimierung der logistischen Wertschöpfungskette der Online-Aktivitäten von Markenherstellern durch die Einbindung von stationären Fachhändlern über in Echtzeit und nach entfernungsabhängigem Verteilerprinzip über Kundenbestellungen aus Marken-Webshops.

Cloud Logistics ermöglicht Unternehmen den Verzicht auf eigene Server und aufwändige Software und bietet stattdessen die Option auf die an den jeweiligen Bedarf angepasste Implementierung von IT-Services in deren Online-Geschäftsprozesse. Diese Turbo-Logistik eröffnet weitreichende Zukunftspotenziale.

In diesem Zusammenhang wurde das neueste Geschäftsmodell von Dr. Thomas + Partner, das so genannte G.A.X.-System, bereits im zweiten Halbjahr 2008 in einem neuen Unternehmen, der Gaxsys GmbH, ausgegründet.

Das G.A.X.-System läuft auf extern verwalteten Rechnern, auf welche die Nutzer je nach Bedarf zugreifen können. Somit ist der nächste Schritt ins Utility-Zeitalter vollzogen: Software ist allgemein zugänglicher Service.

Forschung und Entwicklung lohnt sich. So wurde das G.A.X.-System anlässlich der Logistik-Fachmesse Logimat 2010 in der Kategorie „Software, Kommunikation, IT“ als „Bestes Produkt“ ausgezeichnet.

Gaxsys – die Lösung für vollautomatisierte Logistik- und IT-Strukturen

Das Geschäftsmodell der Gaxsys GmbH bietet Markenherstellern über „Cloud Logistics“ die Lösung für eine perfekte Internet-Präsenz mit innovativen Informations- und Verkaufsoptionen. So bindet das G.A.X.-IT-Management-System den stationären Handel vollautomatisiert in das Online-Geschäft von Markenherstellern ein und vernetzt ihn zeitgleich mit Online-Bestellungen von Endverbrauchern.

Das Kürzel G.A.X. steht für „global article exchange“, die globale Artikel-Börse. Das danach benannte Geschäftsmodell bietet eine vollautomatisierte IT- und Logistik-Infrastruktur, die alle erforderlichen Serviceleistungen wie Webshop, Online-Zahlung, Steuer, Recht, Logistik, Verpackung, Dokumentenverwaltung, Kommunikation und Marketing abdeckt.

Softwareprogramme optimieren damit auch in der Logistik die Prozesse der Wertschöpfungskette. Dieser positive Effekt des Cloud Computing wird durch das Rechnen in der Wolke verstärkt.

Auf diesem in seiner Radikalität beeindruckenden Konzept basieren sowohl das Gaxsys-Geschäftsmodell als auch die daraus resultierende Cloud Logistics, die Unternehmen den Verzicht auf eigene Server und aufwändige Software ermöglicht. Statt dessen bietet sie die Option auf die an den jeweiligen Bedarf angepasste Implementierung von IT-Services in die Online-Geschäftsprozesse der Unternehmen und organisiert vollautomatisiert die Abwicklung der erforderlicher Prozesse für das physische Logistik-Fulfillment.

Der Ablauf einer Online-Bestellung in Marken-Webshops „powered by gaxsys“ im Cloud-Logistics-Zeitalter umfasst im wesentlichen die folgenden sechs Prozess-Schritte:

  • 1) der Kunde bestellt direkt im Marken-Webshop;
  • 2) die Online-Bestellung wird über eine Schnittstelle an das G.A.X.-System übergeben;
  • 3) das G.A.X.-System bietet dem zur Kundenadresse nächstgelegenen Händler, der im Gaxsys-Netzwerk quasi als dezentrale Lagerstätte fungiert, den Auftrag zur Erfüllung an;
  • 4) der Händler versendet über den systemseitig avisierten Transport-Dienstleister die bestellte Ware und nimmt etwaige Retouren an;
  • 5) die Marke kauft dem Händler über eine Gutschrift die versendete Ware ab;
  • 6) die Marke selbst stellt die Rechnung an den Konsumenten (dies ist, nicht nur bei Edel- und Luxus-Marken, wichtig für die Beziehung des Kunden zu „seiner“ bevorzugten Marke);

Somit ist „Cloud Logistics“ die IT-gestützte Optimierung der logistischen Wertschöpfungskette der Online-Aktivitäten von Markenherstellern durch die Einbindung von stationären Fachhändlern; diese erhalten die in Echtzeit und nach entfernungsabhängigem Verteilerprinzip vermittelten Kunden-Bestellungen aus Marken-Webshops transferiert.

Der so genannte Channel Conflict, der aus der Verdrängung der stationären Händler durch herkömmliche Online-Aktivitäten von Markenherstellern resultiert, gibt dieser innovativen E-Commerce Lösung Rückenwind. Denn der Einsatz des G.A.X.-Systems kann dem Verdrängungseffekt von stationären Fachhändlern entgegenwirken.

Das G.A.X.-System basiert auf einer flexiblen Softwarearchitektur. In diesem Zusammenhang ist die umfassende, von Dr. Tho-mas + Partner entwickelte und vielfach praxisbewährte adaptive Logistik-IT-Lösung TWS (TUP/Dr. Thomas + Partner Warehouse Solutions) zu nennen. Dieses modulare Programm erlaubt die einfache und sichere Online-Shop-Implementierung direkt auf der Marken-URL.

Vollautomatisierte Einbindung von autorisierten Händlern in den Marken-Webshop

Aus der vollautomatisierten Einbindung von autorisierten Händlern in der Funktion des Erfüllungsgehilfen von Online-Bestellungen aus Marken-Webshops wird eine dezentrale Lager- und Distributionsorganisation geschaffen.

Über ein automatisiertes Abrechnungsverfahren organisiert das G.A.X.-System im Namen der Marke die Rechnungsstellung zum Endverbraucher sowie die Leistungsvergütung zum Händler sowie zu allen anderen beteiligten Partnern.

Eine Auftragsverteilung von Online-Bestellungen berücksichtigt zunächst vorrangig die Händler, die der jeweiligen Kundenadresse am nächsten liegen; somit wird über kurze Lieferwege auch die Umwelt geschont.

Eco2mmerce und GAX-Log

Kann oder will der nächstgelegene Händler nicht liefern, wird der Kreis der Auftragsverteilung nach dem Prinzip der Syld-Logistics sukzessive erweitert. Syld steht für Support Your Local Dealer und heisst auf gut Deutsch: Unterstützen Sie Ihren Händler vor Ort. Zugang zu den Funktionen des G.A.X.-Systems erhält man unter www.gaxcode.com.

Dieses Online-Portal führt zusammen, was zusammengehört, nämlich Marke, Handel und Endverbraucher.

Diese eben geschilderte, elektronische und physische ressourcenschonende Abwicklung von Unternehmensaktivitäten in einem Webshop, die zudem durch die intelligente Nutzung der vorhandenen regionalen Strukturen gekennzeichnet ist, macht E-Commerce zu Eco2mmerce.

Das derzeit im Raum Mannheim getestete Fahrradkurier-System Gaxlog soll noch in diesem Jahr dafür sorgen, dass der Kunde eine tagesgleiche Belieferung beauftragen kann – vorausgesetzt, das Produkt ist bei einem von der Marke autorisierten Händler in der Umgebung vorrätig.

Win-Win-Win-Situation für Marke, Händler und Konsument

All dies sorgt für eine vernünftige Bilanz zwischen Wegstrecke und Kunden, schont damit Ressourcen und schafft eine echte Win-Win-(Win)-Situation für die dynamische Beziehung und Interaktion zwischen Markenherstellern, Händlern und Endverbrauchern.

Aus einem gesonderten Feature des G.A.X.-Systems, dem Gaxcode-Produktfinder, resultiert ein außergewöhnliches Marketing-Tool: Der so genannte Gaxcode ist ein alphanumerischer Kurzcode wie beispielsweise GX-1234, der in jeder Kommunikationsform, wie etwa Print- oder Rundfunk-Werbekampagnen, vermittelt werden kann.

Endkonsumenten werden bei der Gaxcode-Eingabe unter www.gaxcode.com per Deep-Link direkt zum jeweils umworbenen Produkt in den betreffenden Marken-Webshop geleitet. Dies führt sowohl zur Kopplung klassischer und neuer Medien als auch zur Transformation vom Werbe- zum Verkaufskanal. Zudem können Gaxcodes für jedes publizierende Medium gesondert angelegt werden, was die Messung und Optimierung von Marketingmaßnahmen ermöglicht.

So bleibt zu hoffen, dass Unternehmen diesen Evolutionsschritt in die nächste Generation des E-Commerce rechtzeitig wagen und sich den Selektionsvorteil durch „Cloud Logistics“ sichern. Denn die Zeit ist reif für einen Wandel.

Ricosta mit Gaxsys erfolgreich

Dies hat beispielsweise Ricosta Schuhfabriken pro-aktiv verstanden und in Deutschland derzeit 35 regional strategisch verteilte Händler in die globale Artikelbörse der Gaxsys GmbH integriert. Diese kundennahen Fachhändler fungieren nicht nur als Point-of-Sales für das Online-Geschäft von Ricosta, sondern sie agieren durch ihre Vernetzung über das G.A.X.-System als regional optimierte Logistiklager.

Einer der wesentlichen Auslöser für den Einstieg von Ricosta in die Welt von Gaxsys war die Erkenntnis, dass zwar jeder sechste Schuh online eingekauft wird, aber das Medium Website bei Ricosta zuvor nur als Informationsmedium genutzt wurde, nicht aber als Verkaufskanal, was bei den rund 2000 Klicks pro Tag naheliegend gewesen wäre.

Das hat sich mit dem Einstieg von Ricosta in die Welt von gaxsys und mit dem G.A.X.-System grundlegend geändert, wie Kai Moewes, der Verkaufsleiter von Ricosta Schuhfabriken in seinem Vortrag anlässlich der Vision days 2010 schilderte: „Heute haben wir einen Webshop integriert, der dieses Potenzial nutzt. Und zugleich bringen wir mit dem Webshop das Künststück fertig, unsere Händler so zu beteiligen, dass sie nicht nur profitieren, sondern wirklich begeistert mitziehen.“

Der Kunde erhält zudem schnell und umweltfreundlich die im Internet bestellten Schuhe, und Ricosta selbst profitiert darüber hinaus von dem erheblich reduzierten Logistikaufwand, da die Liefer- und Retourwege zwischen der Unternehmenszentrale und den Endkunden entfallen.

Zudem können, und davon ist Moewes überzeugt, internetbasierte Produkt-, Kauf- und Auftragsbörsen wie das G.A.X.-System die Verkehrswege und Logistiksysteme und das CO2-Aufkommen deutlich reduzieren, und zwar nicht nur in Europa, sondern weltweit – und all dies bei deutlich beschleunigten Gesamtprozessen und stark verkürzter Zeit zum Endkunden.

Darüber hinaus erhöht eine so signifikant verstärkte Kunden- und Markenbindung die Kaufbereitschaft, nützt über den lokalisierten Internetvertrieb den Händlern und bindet aufgrund des reduzierten Wareneinsatzes weniger Kapital.

Ökonomisch wie ökologisch ist daher eine global wie lokal digitalisierte Cloud Logistics zukunftsweisend.

Mit dem Dashboard-MIS stets informiert

Damit all diese Vorhaben und Prozesse nicht etwa an fehlenden oder gerade nicht verfügbaren Informationen scheitern, hat Dr. Thomas + Partner kürzlich das als mobiler Leitstand konzipierte Management-Informationssystem (MIS) entwickelt, über das sich schnell und standortunabhängig wichtige Statusdaten und Key Performance Indicators per Info-Board auf das I-Phone oder den MDA laden lassen.

Über ein Dashboard und somit eine Visualisierung von Informationen in verdichteter Form kann sich beispielsweise der Logistikleiter oder der Supply-Chain-Manager stets über die aktuellen Daten, KPIs und Prozess-Fortschritte seines Unternehmens oder Verantwortungs-Bereichs informieren: Hierzu werden die betreffenden Buttons angeklickt oder angetippt, und der User erhält sofort aktuelle Kennzahlen grafisch und numerisch angezeigt, beispielsweise über die Packleistung, den Fortschritt der Versandeinheiten, die Lagerbelegung oder die Anzahl und die Stati der Verpackungseinheiten (VE).

An Voraussetzungen für den Einsatz des MIS sind die modulare Software TWS Warehousing Solution von Dr. Thomas + Partner sowie ein Applikations-Server erforderlich. Das neue MIS ist bereits verfügbar und bei einem Kunden im Einsatz. Derzeit werden weitere T-Apps für die Anwendung vorbereitet.

Somit bewegen wir uns mit all den hier geschilderten IT-Tools, Prozessen, Geschäftsmodellen und Strategien und last not least mit dem kurz geschilderten Praxisbeispiel längst in der logistischen Zukunft.

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