Lagerverwaltungssysteme Coler vertraut auf vernetztes Lager- und Tourenmanagement

Autor / Redakteur: Marco Ehrhardt / Dipl.-Betriebswirt (FH) Bernd Maienschein

Mit 900 Mitarbeitern an 32 Standorten gehört Coler zu den Top-Playern im Kfz-Aftermarket. Jetzt hat sich Coler neben dem Lagerführungssystem LFS von E+P zur Einführung der Produktlinie LFS-TMS mit den beiden Modulen Online-Tourenabwicklung und Tourenplanung entschlossen – IT-technisch wachsen Intra- und Extralogistik zusammen.

Firmen zum Thema

Kraftfahrzeugteile und Werkstattausrüstung wird bei Coler künftig mit dem Lagerführungssystem LFS von Ehrhardt + Partner gemanagt.
Kraftfahrzeugteile und Werkstattausrüstung wird bei Coler künftig mit dem Lagerführungssystem LFS von Ehrhardt + Partner gemanagt.
(Bild: Coler)

Der Spezialist für Kraftfahrzeugteile und Werkstattausrüstung Coler GmbH war auf der Suche nach einer Lagerverwaltungssoftware für alle 32 Standorte in Deutschland. Gesucht war eine Lösung mit einer hohen Skalierbarkeit, die gleichzeitig eine deutliche Qualitätssteigerung bei der Kundenbelieferung schafft. Die Wahl fiel auf das Lagerführungssystem LFS von Ehrhardt + Partner (E+P). Der Grund: Im Vergleich zu einem reinen Lagerverwaltungssystem organisiert LFS nicht bloß die Bestände, sondern führt alle Prozesse im Lager aktiv und stimmt diese auch intelligent aufeinander ab. Der Startschuss fiel 2010 im Bielefelder Lager.

Transportation-Management-Lösung ergänzt Lagerverwaltung

Anhand einer entwickelten Logistikstrategie und gemäß dem Schulungskonzept „Train the Trainer“ integrierte E+P dort das Lagerführungssystem. Ziel dieses Konzeptes war es, die Coler-Mitarbeiter während des ersten Go-live so umfassend zu schulen, dass sie die Umsetzung der weiteren Standorte fast selbstständig vornehmen konnten. Auf Bielefeld folgten schon bald Kirkel, Mülheim-Kärlich, Holdorf, Oldenburg und Trier. 2014 soll das Zentrallager in Münster angebunden werden. Um die Prozesssicherheit bis hin zum Kunden zu maximieren, entschied sich Coler zudem kürzlich für die Anbindung der Produktlinie LFS-TMS für Transportation-Management-Lösungen von E+P und für die neuen Module Tourenplanung und Online-Tourenabwicklung.

Bildergalerie

Das Pilotprojekt startete am Standort Mülheim-Kärlich. Die entscheidenden Vorteile: LFS-TMS kann einfach mit den bestehenden Warehouse-Management-Lösungen vernetzt, ohne Schnittstellen aufgeschaltet und über die bekannte LFS-Softwareoberfläche gesteuert werden. Erst die Kombination aus Warehouse- und Transportation-Management-Lösungen schafft eine Optimierung über die gesamte logistische Prozesskette. Damit profitiert Coler von maximaler Transparenz über die gesamte Supply Chain. „Als Partner der Automobilindustrie und Lieferant für Ersatzteile aller Art sind wir unseren Kunden stets bezüglich einer pünktlichen und fehlerfreien Lieferung verpflichtet. Damit wir in dem Zusammenhang höchste Prozess- und Bestandssicherheit gewährleisten können, müssen wir unsere Logistik entsprechend organisieren“, erklärt Thomas Torke, Logistikleiter der Coler GmbH. „Aus unserer Erfahrung heraus ist es in diesem Zusammenhang sehr sinnvoll, die Logistik als geschlossenes Prozessfeld separat zu betrachten und nicht über ein ERP-System abzuwickeln. Deshalb haben wir uns für das Lagerführungssystem als Gesamtsoftware für Lager und Straße entschieden. Zudem bleiben wir mit LFS zukunftsfähig und profitieren von einer deutlichen Qualitätssteigerung bei der Kundenbelieferung.“

Intelligent vernetzt: Warehouse- und Transportation-Management

Vor der Integration stand die gemeinsame Erarbeitung einer Logistikstrategie inklusive Rollout-Planung. Dabei wurden die genauen Anforderungen an die neue Lagerführung analysiert und Zielvorgaben definiert. Mit der Implementierung des Systems startete E+P 2010 am Standort Bielefeld – dem ersten von zunächst sieben geplanten Lagerstandorten. Kurz darauf folgte die Anbindung der Standorte Kirkel, Mülheim-Kärlich, Holdorf, Oldenburg und Trier. Jetzt entschied sich der Kraftfahrzeugteile-Spezialist zusätzlich für die Anbindung der Produktlinie LFS-TMS mit den beiden neuen Modulen Online-Tourenabwicklung und Tourenplanung. Der Startschuss dafür fiel Ende 2013 in Mülheim-Kärlich.

„Das Lagerführungssystem bietet uns im Vergleich zu einer reinen Verwaltungslösung viel mehr Möglichkeiten“, berichtet Thomas Torke. „Während ein solches System ausschließlich der reinen Bestandsverwaltung dient, führt LFS alle Warenbewegungen sowie Mitarbeiter und stimmt sämtliche Prozesse intelligent aufeinander ab.“ Eine ganzheitliche Optimierung besteht jedoch nicht nur aus der Steuerung der Abläufe im Lager – auch die Logistik auf der Straße spielt eine entscheidende Rolle in der Prozesskette. „Gemeinsam mit E+P planten wir eine Optimierung über die gesamte Logistikkette bis hin zum Kunden“, so Torke. „Das ist nur möglich, wenn das Warehouse-Management eng mit dem Transportation-Management verknüpft ist. Mit LFS und den beiden Funktionsbereichen LFS-WMS und LFS-TMS haben wir eine Lösung gefunden, die dazu in der Lage ist.“

Sämtliche Prozesse nachvollziehbar und transparent gestaltet

Der Vorteil der neuen Produktlinie LFS-TMS liegt außerdem darin, dass die Lösung als integrierter Bestandteil ohne Schnittstellen direkt aus LFS gesteuert werden kann. Das bedeutet, dass sich alle Abläufe in der bekannten und einheitlichen Systemoberfläche des Lagerführungssystems abbilden lassen. Ziel war es, mit den neuen Softwareprodukten die Qualität in der Kundenbelieferung effizient zu steigern und alle Prozesse nachvollziehbar und transparent zu gestalten. Denn bei der Coler-Gruppe gilt es, täglich bis zu 35.000 verschiedene Teilenummern sicher zu führen. „Dabei war uns wichtig, dass wir eine zielorientierte und genau auf unsere Bedürfnisse abgestimmte Lösung von E+P erhalten“, erklärt Torke weiter. Auch LFS-TMS bietet mit den verschiedenen Modulen die Möglichkeit, genau die Funktion herauszusuchen, die das Tagesgeschäft von Coler effizient unterstützt“, so Torke. Das Modul Online-Tourenabwicklung lässt eine flexible und transparente Tourengestaltung zu und optimiert vor allem den Informationsaustausch zwischen Zentrale, Fahrzeugen und Kunden. Die Datenübertragung erfolgt in Echtzeit mithilfe der mitgeführten Handhelds. Das Tourenplanungsmodul bietet darüber hinaus die Möglichkeit, Routen effizient und flexibel zu planen. Dabei werden Restriktionen, beispielsweise im Straßenverkehr, automatisch berücksichtigt. Die Tourenplanung enthält verschiedene Stufen, die in ihrer Funktionsweise aufeinander aufbauen: die manuelle Tourenabwicklung mit den drei Unterfunktionen Rahmentouren, Kartendarstellung und Routenoptimierung sowie die dynamische Tourenabwicklung. Diese kommen je nach Anforderungen, Branche und Bedarf zum Einsatz.

Coler arbeitet mit einer berechneten Rahmentour: Bei jeder Bestellung kommt derselbe Fahrer zur selben Uhrzeit beim Kunden an. Das heißt auch, dass jeder Fahrer immer in etwa dieselbe Route fährt. Die strategische Planung verschafft Coler die Vorlaufzeiten, die für die Berücksichtigung von Kundenrestriktionen notwendig sind. Durch die integrierte Tracking-and-Tracing-Funktion ist Coler in der Lage, den höchstmöglichen Grad an Informationen über einen Auftrag zu erhalten – von Reklamationen bis hin zum elektronischen Ausliefernachweis.

Interne und externe Abläufe werden stark beschleunigt

Die Vernetzung zwischen LFS-WMS und LFS-TMS sorgt dafür, dass sowohl die internen Abläufe bei Coler beschleunigt als auch die Auslieferung an den Kunden effizienter gestaltet wird. Schon beim Konsolidieren von Aufträgen wird beispielsweise ein Befehl abgegeben, sodass das Transportation-Management-System genau weiß, wo die Ware im Lager abzuholen ist. Auch kann ein Fahrer beim Abholen seiner Aufträge im Lager flexibel weitere Aufträge mit aufnehmen. Erkennt er beispielsweise, dass andere Waren, die nicht seiner Tour zugeordnet sind, ebenfalls auf seiner Route ausgeliefert werden müssen, scannt er diese an und ordnet sie flexibel seiner Tour zu. Gleichzeitig erhält das Warehouse-Management-System einen Befehl und der Auftragsstatus wird geändert. „Darüber hinaus arbeiten wir mit dem neuen System im Lager so, dass wir zunächst einmal alle Aufträge eines Kunden mit einer Vorlaufzeit sammeln und diese dann wegeoptimiert kommissionieren – das heißt, wir liefern kundenreine Aufträge aus.“

Kürzere Bearbeitungszeiten gewährleisten eine erhöhte Kundenzufriedenheit. Als Kfz-Teile-Spezialist muss das Unternehmen außerdem bestimmte Artikel ständig im Sortiment haben. LFS sorgt hier für eine hohe Bestandssicherheit. Dies zahlt sich vor allem auch bei der Inventur aus. Die hohe Flexibilität des Systems zeigt sich zudem während einer Tour: Durch die Verzahnung der Prozesse im Lager und auf der Straße kann ein Fahrer leicht und selbstständig Optimierungen vornehmen. Auf den mitgeführten Handhelds hat er jederzeit einen Überblick über den aktuellen Status seiner Aufträge.

Zum Lieferumfang gehören neben LFS zusätzlich Kommissionierwagen für das Multi-Order-Picking, MDE-Geräte zum Kommissionieren sowie mobile Drucker. Diese ermöglichen das Drucken von Etiketten während der Kommissionierung.

Minimaler Schulungsaufwand dank Train-the-Trainer-Konzept

Die Kommissionierer tragen dafür einen kleinen Drucker direkt am Gürtel. Auch erhält Coler von E+P die Handheld-Geräte, die die Fahrer während einer Tour im Lkw mitführen. Im Rahmen des Online-Tourenplanungsmoduls lässt sich so jederzeit der Status einzelner Aufträge nachvollziehen. 2014 wird darüber hinaus das große Zentrallager in Münster an LFS angebunden. Damit die 120.000 Lagerplätze und 110.000 Artikel optimal verwaltet werden, wird dort die Pick-by-Voice-Technik von E+P eingesetzt. Das Rollout auf alle weiteren Coler-Standorte erfolgt anschließend per „copy and paste“, weil die Prozesse aufgrund ihres hohen Standardisierungsgrades einfach übertragbar sind. Durch das Train-the-Trainer-Konzept bleibt der Schulungsaufwand minimal. ■

* Dipl.-Ing. (FH) Marco Ehrhardt ist Geschäftsführer der Ehrhardt + Partner GmbH & Co. KG in 56154 Boppard-Buchholz, Tel. (0 67 42) 87 27-0, info@erhardt-partner.com

(ID:42634260)