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Online-Marktplatz Comeback für Quelle ohne Versandabteilung

Wiederauferstehung einer Traditionsmarke: Wie das Medien-Portal Meedia vermeldet, ist Quelle seit Mittwoch, 13 Uhr, zurück. Die Otto-Group bringt den insolventen Versandhändler wieder ins Geschäft. Diesmal als Online-Marktplatz, der die Angebote verschiedener Web-Läden bündelt und sich so den gesamten Vertrieb und große Lagerhallen spart.

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Schlank, übersichtlich und einladend kommt das neue Einkaufsportal Quelle.de daher. Nur einige wenige der insgesamt 250.000 Artikel werden in den Mittelpunkt gerückt. Bild: Archiv
Schlank, übersichtlich und einladend kommt das neue Einkaufsportal Quelle.de daher. Nur einige wenige der insgesamt 250.000 Artikel werden in den Mittelpunkt gerückt. Bild: Archiv
( Archiv: Vogel Business Media )

Nach der Pleite des 1927 von Gustav Schickedanz im fränkischen Fürth gegründeten Versenders umfasst das neue Quelle-Team nur noch rund 30 Mitarbeiter — zu Spitzenzeiten standen europaweit noch 8000 Beschäftigte auf der Payroll. Im Mittelpunkt des Angebots stehen jetzt Elektronikgeräte. Wie Meedia angibt, versteht sich der Neuling damit offenbar als frischer Media-Saturn-Rivale.

Elektronikartikel stehen bei Quelle im Mittelpunkt

Media Markt und Saturn planen schon seit Monaten öffentlich eine Online-Offensive, doch da ist Otto, Hamburg, den Essener Metro-Töchtern nun zuvorgekommen. Die Hamburger kauften die Marke Quelle für rund 65 Mio. Euro. Darin war unter anderem auch die alte Quelle-Marke Privileg enthalten.

Einen wesentlichen Anteil am neuen Angebot bilden, wie es heißt, Elektronikartikel wie Notebooks, Fernseher und Küchengeräte. Den zweiten Pfeiler machen Wohn- und Gartenprodukte aus. Zum Auftakt stehen 250.000 Artikel zur Auswahl.

Quelle-Geschäftsmodell erfordert keine Lager

Mit dem neuen Konzept erspart sich Quelle den Versand der Produkte, große Lagerhallen und weitere Kostenpunkte, die vor rund zwei Jahren zur Pleite geführt hatten: Denn das Unternehmen tritt nur als Marktplatz für andere Anbieter auf, die ihr Sortiment auf Quelle.de feilbieten können. Dafür kassiert die Firma bis zu 15% Provision bei jeder abgewickelten Transaktion.

Auf den ersten Blick sieht es so aus, als ergäben sich für externe Anbieter mehr Nach- als Vorteile. Genauer besehen stand die Marke Quelle bei den Konsumenten lange für Vertrauen und Zuverlässigkeit. Auf diese Weise können die Hersteller also bestenfalls neue Kundengruppen erschließen, an die sie sonst nicht herangekommen wären, wie Meedia urteilt.

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