Lieferknick Containerverkehr per Schiff hinkt noch immer

Autor / Redakteur: dpa-AFX / Peter Königsreuther

Wie das Kieler Institut für Weltwirtschaft erkannt hat, dümpelt vor allem der europäisch-asiatische Handel noch deutlich hinter den Möglichkeiten her.

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Wie das Institut für Weltwirtschaft (ifW) registriert, läuft der globale Containerverkehr per Schiff immer noch alles andere als rund. In China entspanne sich die Lage. Dafür stauten sich die Schiffsladungen jetzt in US-Häfen.
Wie das Institut für Weltwirtschaft (ifW) registriert, läuft der globale Containerverkehr per Schiff immer noch alles andere als rund. In China entspanne sich die Lage. Dafür stauten sich die Schiffsladungen jetzt in US-Häfen.
(Bild: Chr. Charisius / dpa / picture alliance)

Der globale Containerschiffsverkehr ist nach Beobachtung des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (ifW) weiter aus dem Takt, wie dpa meldet. Zwar entspanne sich die Lage vor den großen Häfen in China, doch im Gegenzug dazu bauten sich die Staus vor US-Häfen wieder auf. Das Auffälligste ist, dass das Frachtvolumen im Roten Meer, das laut ifW als Indikator für die Qualität des europäisch-asiatischen Handel gilt, nun schon seit mehreren Wochen über 10 Prozent unter dem Volumen liegt, was man eigentlich umschlagen könnte. Das sei bemerkenswert, denn seit der ersten Coronawelle habe es eine so lange und deutliche Abweichung nach unten nicht mehr gegeben.

Coronaausbruch unter Hafenarbeitern bringt Probleme

Die Experten des ifW registrieren außerdem eine auffällige Unwucht in den internationalen Schiffsbewegungen. Das dürfte sich nach Ansicht des ifW in steigenden Preisen bemerkbar machen. Und die Containerstaus im Süden Chinas gelten in der Branche längst als größeres Problem als der einwöchige Stau am Suezkanal Ende März. Als Grund für die Probleme in China wird der Coronaausbruch unter Hafenarbeitern im Hafen Yantian angesehen, der eine regelrechte Kettenreaktion, mit Staus in etlichen weiteren Häfen, ausgelöst hat, merkt das ifW an.

So wertet man den Containerhandel per Schiff aus

Das ifW geht bei seinen Analyse so zu Werke: Mit einem Analysetool untersucht es weltweit die Schiffsbewegungen, um Rückschlüsse auf die globalen Handelsströme zu ziehen. Dabei werden an- und ablegende Schiffe in 500 Häfen erfasst. Zusätzlich werden Schiffsbewegungen in 100 Seeregionen analysiert. Anhand des Tiefgangs kann man außerdem die effektive Auslastung der Containerschiffe messen, wie das ifW erklärt.

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