Automobillogistik Delphi geht mit DTC neue Wege in der Lagerlogistik

Redakteur: M. A. Benedikt Hofmann

Beim Automobilzulieferer Delphi gibt es fast nichts, was es nicht gibt. Nur ein Lager, das spart sich das Unternehmen seit einiger Zeit. Dass die Bänder in den Fabriken trotzdem nicht stillstehen, dafür sorgt die Deutsche Transport-Compagnie (DTC). Der Nürnberger Logistiker organisiert und verwaltet seit Kurzem die Lagerhaltung für Delphi in Eigenregie.

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DTC organisiert für Delphi ein neues Lagerkonzept und konnte so die Lagerkosten und -fläche deutlich reduzieren.
DTC organisiert für Delphi ein neues Lagerkonzept und konnte so die Lagerkosten und -fläche deutlich reduzieren.
(Bild: DTC)

Lutz Bürger, bei Delphi verantwortlich für die Einkäufe für Asien, Europa und Südamerika, macht die Dinge gerne besser. Aus diesem Grund hat er die Lieferkette seines Arbeitgebers radikal umgebaut. Seitdem unterhält Delphi kein eigenes Lager mehr. Diese Aufgabe hat die DTC übernommen. Sämtliche Zulieferer und Rohstofflieferanten steuern heute zunächst ein DTC-Lager an. Dort werden die Waren zwischengelagert und von DTC je nach Bedarf an die Werke des Automobilzulieferers verteilt.

Weniger Fahrten – bessere CO2-Bilanz

Das System eines externen Lagers hat Bürger zufolge gleich mehrere Vorteile: „Zum einen lassen sich die Lieferverkehre so besser organisieren. Statt halb beladen fahren die Lkw die Werke nur noch voll beladen an. Das allein reduziert die Zahl der Lieferfahrten um rund 40 %.“ Ein Effekt, der sich im Übrigen auch in einer verbesserten CO2-Bilanz niederschlägt. Zum anderen konnte sein Unternehmen auf diese Weise die Lagerfläche und auch die damit verbundenen Kosten stark reduzieren. Die Inventurkosten fielen komplett weg. Attraktiv ist das neue System für den Automobilzulieferer noch aus einem anderen Grund, sagt Bürger. Rein rechtlich sei das DTC-Lager nämlich ein Außenlager der Delphi-Lieferanten. „Das heißt, die eingelagerten Waren befinden sich nach wie vor im Eigentum unserer Lieferanten. Kosten fallen für uns erst mit Anlieferung am Werk an.“

Einsparungen wiegen Kosten für die Zwischenschaltung mehr als auf

Dieses bis dato eher unübliche Konstrukt habe die Suche nach einem geeigneten Logistikpartner allerdings schwierig und langwierig gestaltet. „Weil die einzulagernden Waren und Produkte sehr teuer sind, haben wir extrem hohe Anforderungen an die Sicherheit gestellt“, sagt der Delphi-Manager. Ein halbes Jahr habe der Auswahlprozess gedauert. Den Zuschlag erhalten habe mit der DTC schließlich ein sehr erfahrener und vertrauenswürdiger Logistiker. „Besonders wichtig war uns in diesem Zusammenhang aber auch, unsere Disponenten glücklich zu machen. Denn die müssen jeden Tag mit dem Konzept arbeiten“, sagt Bürger. Mittlerweile habe sich das neue System etabliert. „Die Lieferkette funktioniert heute absolut reibungslos.“ Darüber hinaus betont Bürger, dass auch seine Lieferanten von den Änderungen profitieren. Denn statt die Delphi-Werke regelmäßig mit nur halb beladenen Lkw anfahren zu müssen, können sie ihre Transportkapazitäten nun voll ausschöpfen und so ebenfalls eigene Lagerflächen wie auch Lieferkosten reduzieren.

Im Ergebnis würden die Einsparungen die zusätzlichen Kosten für die Zwischenschaltung der DTC damit auch hier mehr als aufwiegen. Insofern habe sich das neue System als Gewinn für alle Beteiligten erwiesen. Aufgrund des gesunkenen CO2-Ausstoßes werde letzten Endes sogar die Umwelt entlastet.

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