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Maschinenbau Den deutschen Ingenieurmangel mit indischen Fachkräften lösen?

| Autor / Redakteur: Manik Mehta / Udo Schnell

Deutschland gehen die Fachkräfte aus und in Südeuropa fehlen die Jobs. Deshalb hat Arbeitsministerin von der Leyen soeben ein Ausbildungsabkommen mit Spanien geschlossen. Viele Unternehmen hoffen auch auf Zuwanderung von Spezialisten von außerhalb Europas, zum Beispiel aus Indien.

Viele ausländische Fachkräfte pauken Deutsch, weil sie hochmotiviert sind, hier zu arbeiten.
Viele ausländische Fachkräfte pauken Deutsch, weil sie hochmotiviert sind, hier zu arbeiten.
(Bild: Jenner - Fotolia.com)

Die Industrie schlägt Alarm. Der Fachkräftemangel im Maschinenbau und anderen Industriesektoren verschärft sich. Viele Unternehmen sehen die Lösung in der Zuwanderung von Fachkräften aus dem Ausland. Die von Gegnern der Zuwanderung vorgeschlagene These, den Fachkräftebedarf durch die „aggressive Aktivierung“ der bereits vorhandenen inländischen Fachkräfte zu decken, ist ein schwacher Trost für die Industrie; denn der Bedarf ist wesentlich größer als das vorhandene Fachkräftepotenzial im Inland. Nach dem Entwurf einer Demografiestudie der Bundesregierung wird Deutschland bis zum Jahr 2025 rund sechs Millionen Arbeitskräfte benötigen.

Deutschland muss ernsthaft um die ausländischen Fachkräfte werben

Mittlerweile muss Deutschland ernsthaft um die ausländischen Fachkräfte werben, denn mit Schlagwörtern wie „Green Card“ oder „Blue Card“ ist es nicht getan. Um Deutschland als einen attraktiven Arbeits- und Lebensstandort darzustellen, bedarf es größerer Anstrengungen.

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„Was mir in Deutschland gefehlt hat, als ich dort für ein Unternehmen arbeitete, war die Willkommenskultur“, sagt Raj Kumar Sahni, ein Ingenieur aus der indischen Megastadt Mumbai, der in den neunziger Jahren für ein Unternehmen in Süddeutschland tätig war. Aber das wirkliche Problem war die Trennung von seiner Familie, die weiter in Indien lebte. „Ich hatte damals eine Aufenthalts- beziehungsweise Arbeitserlaubnis, aber die galt nur für mich. Meine Frau und mein Kind durften mich nicht begleiten“, klagt er in einem MM-Gespräch. Sahni ist inzwischen mit seiner Familie in die USA ausgewandert, wo er sich „glücklich“ fühlt und wo er nun sogar ein eigenes Unternehmen gründen will.

Die deutsche Industrie hofft auf Zuwanderung von Fachkräften

Diese Problematik kennen auch die deutschen Unternehmen, die nach Fachkräften im Ausland suchen. Der neue Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK), Eric Schweitzer, hat bereits auf die Folgen der demografischen Verschiebungen in Deutschland hingewiesen. In Interviews mit deutschen Medien plädiert Schweitzer für die Zuwanderung ausländischer Fachkräfte.

Deutsche Politiker reden inzwischen von einer „Blue Card“, die den Inhabern die Möglichkeit eines Daueraufenthaltes in Deutschland geben soll. Das von dem damaligen Bundeskanzler Gerhard Schröder eingeführte „Green-Card“-Projekt brachte in der Vergangenheit nicht viel Resonanz bei ausländischen und vor allem bei indischen Fachkräften. Es müsse inhaltlich mehr für die ausländischen Fachkräfte getan werden, damit sie sich mit ihren Familien in Deutschland wohl fühlen, hieß es.

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