Maschinenbau

Den deutschen Ingenieurmangel mit indischen Fachkräften lösen?

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Indien hat ausgezeichnete Universitäten und Fachhochschulen für das Ingenieurstudium. Die Hürden für ein Studium sind sehr hoch. Nur sehr gute Studenten – manchmal nur zwei oder drei von 100.000 Bewerbern – schaffen es auf eines der renommierten Indian Institutes of Technology (IIT). Die in Indien tätigen deutschen Manager wissen dies auch zu schätzen.

Indien schätzt Zusammenarbeit in der Berufsausbildung

Nach Meinung des indischen Generalkonsuls in Frankfurt am Main, Taranjit Singh Sandhu, spielen Bildung, Technik und Wissenschaft eine wichtige Rolle in den deutsch-indischen Beziehungen. Indien lege viel Wert auf eine „solide Zusammenarbeit“ mit Deutschland im Bereich Bildung. Die deutsche Berufsbildung sei ein „gutes Modell“, was sicherlich auch für indische Absolventen vorteilhaft sei, sagt er. „Es wäre sicher empfehlenswert, wenn die in Indien bereits tätigen deutschen Unternehmen indische Ingenieure einstellen und nach dem deutschen System ausbilden würden, damit sie beim Einsatz in Indien oder sogar in Deutschland fit sind. Solche in deutschen Betrieben ausgebildeten Ingenieure bieten Vorteile für deutsche Unternehmen sowohl in Indien als auch in Deutschland“, meinte Sandhu kürzlich in einem MM-Gespräch.

Die bei deutschen Unternehmen in Indien ausgebildeten indischen Ingenieure haben es laut Sandhu leicht, sich in einem Betrieb in Deutschland zu integrieren. Nach dem Erwerb von Deutschkenntnissen seien solche Ingenieure, die bereits Englisch können, mit dem „German Way of Working“ – also dem deutschen Arbeitsstil – bestens vertraut, was auch anschließend bei der Integration der Ingenieure in Deutschland helfen könne, so Sandhu. Ingenieure aus Indien könnten seiner Meinung nach nicht nur im Maschinenbau und im Bauwesen eingestellt werden, sondern auch in anderen Sektoren wie der Informationstechnik, der Luftfahrttechnik, der Energie und dem Bergbau.

Die Zahl der deutsch-indischen Joint Ventures im industriellen Bereich wachse ständig, sagt Sandhu. Der Generalkonsul lobt die „legendäre Innovationskraft“ der deutschen Unternehmen, die auch den indischen Partnern auf den globalen Märkten zugute komme.

Die Ingenieure des Subkontinents sind bestens ausgebildet

Deutsche Unternehmen in Indien bestätigen, dass indische Ingenieure eine „echte Alternative“ seien. Diese Kandidaten seien hoch motiviert, bei einem ausländischen Konzern zu lernen und zu arbeiten, und sich mit Technik zu beschäftigen. Indien zählt mehr als 400 Hochschulen und 20.000 Colleges. Das mag gut klingen, aber die in diesen Hochschulen graduierten Absolventen müssen dennoch ausgebildet werden, um den deutschen Vorstellungen und dem deutschen Produktivitätsniveau zu entsprechen.

Siemens verfolgt diese Strategie in Indien. Dasselbe gilt auch für andere deutsche Unternehmen, die seit Jahrzehnten in Indien tätig sind. Die meisten deutschen Unternehmen in Indien halten große Stücke auf indische Ingenieure. Es lohne sich, meinen sie, indische Ingenieure nach deutschen Maßstäben auszubilden, sie mit dem deutschen Arbeitsstil vertraut zu machen und sie dann mit wichtigen Aufgaben zu betrauen.

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