Logistik-Software Den Materialfluss visualisieren, optimieren und präsentieren

Autor / Redakteur: Herbert Beesten / Dipl.-Betriebswirt (FH) Bernd Maienschein

Neue Konzepte für die Intralogistik können erhebliche Rationalisierungspotenziale freisetzen. Doch wer sie entwickelt, muss Lieferanten, Projektverantwortliche und Entscheider überzeugen. Dazu eignen sich Software-Programme für virtuelle Realität (VR) wie der Tara-VR-Builder von Tarakos, die allen Beteiligten das Verständnis für die komplexen Abläufe erleichtern.

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Realistische Darstellungen erhöhen das Verständnis für Logistiklösungen.
Realistische Darstellungen erhöhen das Verständnis für Logistiklösungen.
(Bild: Tarakos)

Die Tendenzen zu kürzeren Lieferzeiten und höherem Transportaufkommen lassen Materialfluss und Produktionslogistik in Unternehmen immer mehr an Bedeutung gewinnen. Die Globalisierung des Güteraustausches und steigende Ansprüche der Kunden an Liefergeschwindigkeit und Individualisierung der bestellten Produkte tun ein Übriges. Mit speziellen Software-Programmen erhalten Benutzer in Beratung und Industrie die Chance, ihre Maschinen, Betriebseinrichtungen und Fördermittel dreidimensional abzubilden. Anschließend lassen sich Warenströme bei verschiedenen Taktzeiten visualisieren, optimieren und präsentieren.

Von 2D-Plänen zur 3D-Visualisierung –fehlende Objekte schnell „gebaut“

Mit der Windows-basierten Software Tara-VR-Builder etwa beginnen die Nutzer wie gewohnt mit einem 2D-Grundriss, den sie aus CAD-Systemen übernehmen oder im System anlegen. Nun platzieren sie Maschinen, Materialbehälter und Förderstrecken, Handarbeits- und Montageplätze, Lager und Versandbereiche. Ohne Vorkenntnisse werden diese Komponenten aus Modellbibliotheken in den Grundriss gezogen. Dazu enthält das System über 500 dreidimensionale Objekte, die in individuellen, herstellerspezifischen oder allgemeinen Bibliotheken gespeichert sind. Dort findet man neben Staplern, Fördermitteln, Verpackungsmaterial und virtuellen Bedienern auch herstellerspezifische Komponenten, wie Regalbediengeräte, Verschiebewagen und Lifte. Damit lassen sich beispielsweise Förderstrecken und Lagereinrichtungen schnell zusammensetzen.

Das ist einfach: Eine durchdachte Menüführung sorgt für kurze Navigationswege, eine logische und verständliche Gliederung nach Themenbereichen und Typen sowie die Möglichkeit, Favoriten abzuspeichern, erleichtern das Arbeiten zusätzlich. Kurt Ellenberger, Inhaber des Planungsbüros Agiplan AG im schweizerischen Rapperswil-Jona, sagt: „Die Objektauswahl war für uns optimal. Nahezu alle benötigten Komponenten waren im Lieferumfang enthalten und die fehlenden 3D-Elemente hat uns der Support schnell nachgeliefert.“

Realitätsnahe Situation zeigt die Leistungsfähigkeit der Anlage

Die meisten dieser 3D-Objete lassen sich im nächsten Schritt über einstellbare Parameter verändern. Abmessungen, Auslegungen, Kurvenradien von Förderstrecken richten sie ebenso nach den eingetragenen Werten wie die Feinheiten der Animation: Taktzeiten, Fördergeschwindigkeiten, Staplerfahrten oder auch Roboterbewegungen werden ohne Programmierkenntnisse definiert. Um einen Materialfluss zu animieren, werden die einzelnen Güterquellen, Fördergeschwindigkeiten und Taktzeiten an den Komponenten eingestellt und Verteil- beziehungsweise Verzweigungsstrategien ausgewählt. Auf den Fördergütern lassen sich Kundenlogos anbringen. Ebenso werden die Bewegungspfade und -geschwindigkeiten von Personal und Flurförderzeugen bestimmt. Zähler zeigen an ausgewählten Stellen den zu erwartenden Durchsatz an. Dadurch lässt sich später die Leistungsfähigkeit einer Anlage anschaulich demonstrieren. „Als Dienstleister für Materialflussprojekte müssen wir Kunden von unseren Konzepten überzeugen. Eine 3D-Animation leistet uns dafür wertvolle Vertriebsunterstützung“, sagt Hans-Georg Förster, Geschäftsführer des Dienstleisters Förster & Krause. Seit 1989 bietet das herstellerunabhängige Unternehmen Komplettlösungen für Lager- und Fördersysteme von der Beratung und Analyse über die Planung bis hin zur Umsetzung mit Hardware und Steuerungssoftware an. Die Kernkompetenz liegt in der Entwicklung von Konzepten, die das Zusammenspiel der Bereiche Lagern und Fördern optimieren. Die Konzepte und Layouts werden mit den CAD-Systemen Auto-CAD und Solidworks erstellt. Die technischen Zeichnungen spiegeln dabei die Komplexität der Aufgabe wider. „Präsentationen, die über die üblichen CAD-Zeichnungen hinausgehen, helfen dort sehr“, beschreibt Förster.

Dargestellte Förderanlage kommt der Realität sehr nahe

Ähnliche Erfahrungen hat Robert Klette, Inhaber von Logistik Conzept Klette in Kirchlengern, gesammelt: „Solange wir uns allein mit den Projektverantwortlichen abstimmen, genügen Zeichnungen zur Verständigung“, berichtet er. „Doch sobald wir den Kreis technischer Ansprechpartner verlassen, reichen CAD-Zeichnungen, Bilder und Stücklisten nicht mehr aus. Schließlich wollen wir die Kunden von unserer Leistung überzeugen!“ Seit 2005 setzt er deshalb die Software Tara-VR-Builder ein.

Da die Software in Echtzeit das Geschehen auf den Förderanlagen wiedergibt, kommt die Darstellung einer Simulation sehr nahe: Stauverhalten, Abbaustrategien, unterschiedliche Förderwege lassen sich virtuell ebenso testen wie an der echten Anlage. Über Zählfunktionen und definierte Zeiträume erhalten die Teilnehmer dadurch sogar einen Nachweis der Förderleistung. Die räumliche Darstellung und das „Durchfliegen“ der Anlage geben Aufschluss über die Raumnutzung. Betrachter erkennen dann auf den ersten Blick die Details in den Abläufen, die über die zukünftigen Prozesskosten entscheiden. Innerhalb kürzester Zeit versteht der Kunde so, wo genau die Vorteile des Konzepts gegenüber dem Wettbewerb liegen. Die realitätsnahe Darstellung reduziert den Erklärungsaufwand erheblich und fördert schnelle Entscheidungen des Kunden.

Schnell und kostengünstig zum eigenen Video –das Tüpfelchen auf dem „I“

Ein Durchfliegen der 3D-animierten Szenarien lässt sich mit der Software als Video aufzeichnen. Bei Förster & Krause dienen diese Videos gewissermaßen als das „Tüpfelchen auf dem i“, wenn eine knappe Entscheidung über einen Projektauftrag zu erwarten ist. „Wenn wir ein Video von unseren Vorstellungen erstellt haben, dann hat sich das meistens für uns gelohnt. Bei Kunden stößt das stets auf gute Resonanz“, sagt Förster. Nach einem Projektabschuss lässt sich die pragmatisch angelegte Videopräsentation mit Licht, Schatten und anderen Effekten zu einem hochwertigen Werbefilm veredeln.

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Während sich viele andere 3D-Animationslösungen wegen ihres hohen Schwierigkeitsgrades und der erforderlichen Investitionen in Hard- und Software nur für Vollzeit-Arbeitsplätze eignen, erschließt sich der Windows-basierte Tara-VR-Builder mit all seinen Möglichkeiten in mitgelieferten Videotutorials. Gelegentliche Nutzer finden sich schnell wieder zurecht und bei entsprechender Ausstattung erreicht die Software auch auf mobilen Computern gute Antwortzeiten. Dank leichter und intuitiver Bedienbarkeit verläuft die Integration des Tara-VR-Builders in die Planungsprozesse schnell und reibungslos. ■

* Dipl.-Ing. Herbert Beesten ist Geschäftsführer bei der Tarakos GmbH in 39106 Magdeburg, Tel. (03 91) 59 74 95-0, info@tarakos.com

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