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Kombiverkehr Der internationale Verkehr als Wachstumstreiber

| Redakteur: Victoria Sonnenberg

Die Kombiverkehr KG konnte 2013 den konjunkturell bedingten Aufkommensrückgang des Jahres 2012 stoppen und mit einem Sendungsplus von 1,1 % direkt die Trendwende vollziehen. Dieser vorsichtige Aufschwung hat sich 2014 in den ersten Monaten fortgesetzt. Durch die internationale Nachfrage geht Kombinverkehr erneut von einem leichten Plus der transportierten Sendungen aus.

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Das Terminal Frankfurt Main (Ost): Ausgangspunkt für Direktzugverkehre ins italienische Triest mit Shortsea-Anbindung nach Griechenland.
Das Terminal Frankfurt Main (Ost): Ausgangspunkt für Direktzugverkehre ins italienische Triest mit Shortsea-Anbindung nach Griechenland.
(Bild: Kombiverkehr)

Bei der Kombiverkehr KG entwickelt sich der internationale Verkehr 2014 erneut zum Wachstumstreiber. „Als Schienenoperateur mit dem größten europäischen Zugangebot für intermodale Verkehre profitieren wir besonders von der anhaltenden wirtschaftlichen Erholung im Euroraum. Allerdings drückt der starke Wettbewerb der reinen Straßentransporteure die Wachstumsraten“, so Robert Breuhahn, Geschäftsführer von Kombiverkehr. Damit fügt sich 2014 fast nahtlos an die Entwicklung des Vorjahres an.

Ausbau des europäischen Netzwerks

„Kombiverkehr hat im vergangenen Jahr das wöchentliche Zugangebot um fast 50 neue Abfahrten erweitert. Damit haben wir unsere Position als neutraler Anbieter mit dem größten europäischen Netzwerk für kombinierte Transporte ausgebaut“, so Breuhahn weiter. Effekt dieser Strategie: Weil Kombiverkehr nicht nur ausgewählte Rennstrecken bedient, sondern unterschiedliche Relationen über Knotenpunkte verbindet, haben Spediteure immer mehr Möglichkeiten, Transporte umweltfreundlich auf die Schiene zu verlagern. „Mit unserem Gateway-Konzept nutzen wir die vorhandene Infrastruktur optimal aus und erzielen nachhaltig das größtmögliche Wachstum.“ Auf diese Weise konnten 2013 auch die negativen Folgen massiver Verkehrsbehinderungen auf dem Schienennetz kompensiert werden. Allein in Deutschland waren als Folge des Hochwassers mehr als 1000 km Schienenstrecke bis weit in den Herbst hinein lahmgelegt.

Täglich 3750 Lkw-Transporte weniger auf Europas Fernstraßen

Kombiverkehr hat 2013 die Fernstraßen Europas an jedem Werktag des Jahres im Durchschnitt von 3750 Lkw-Fahrten entlastet. Bildlich gesprochen ist das eine Lkw-Kolonne, die von Dortmund bis nach Hannover reicht – und das an mehr als 240 Tagen im Jahr. Weil der kombinierte Verkehr die klimaschädlichen Emissionen im Vergleich zum reinen Straßentransport um gut zwei Drittel senkt, haben Kombiverkehr und die Kunden aus Spedition und Logistik den transportbedingten Ausstoß von Kohlendioxid (CO2) im letzten Jahr um 1,025 Mio. t gesenkt.

Weil der Kombinierte Verkehr zwischen Deutschland und den west- und südwesteuropäischen Ländern 2013 erneut zweistellig zugelegt hat, ist die Westeuropa-Achse erstmals der zweitstärkste internationale Geschäftsbereich von Kombiverkehr geworden. Das Aufkommen stieg insgesamt um 14,3 % auf 134.375 Sendungen (268.800 TEU). Getragen wurde das Wachstum von einer starken Entwicklung auf den Hinterlandverkehren der Westhäfen Rotterdam und Antwerpen. Frankreich konnte im zweiten Jahr in Folge um 50 % zulegen.

Rennstrecke nach Italien bietet großes Potenzial

Die Verbindung zwischen Deutschland und Italien hat 2013 eine doppelt wichtige Rolle gespielt. Erstens konnte diese für Kunden von Kombiverkehr zentrale Achse ihr Aufkommen 2013 erneut steigern, obwohl hier bereits mehr als die Hälfte aller internationalen Sendungen von Kombiverkehr transportiert wird. Mit einem Plus von 3,6 % landete Kombiverkehr in seinem Kernmarkt bei 389.806 Sendungen (779.600 TEU). Diese Zunahme ist umso höher zu bewerten, als auf der Hauptlinie über den Brenner im Juni bedingt durch Hochwasser für mehrere Tage alle Verkehre ausfielen. Zweitens hat sich der Transportweg über Triest nach Griechenland und in die Türkei inklusive Shortsea-Verkehr über das Mittelmeer im Markt gegenüber der Landverbindung über den Balkan durchgesetzt.

Nationale Verbindungen weiterhin wichtige Basis für internationalen Verkehr

Im Heimatmarkt Deutschland folgte die Entwicklung der Sendungsmengen exakt der Zweiteilung des gesamtwirtschaftlichen Jahresverlaufs. Es gab ein schwaches erstes und ein stärkeres zweites Halbjahr, in dem die Sendungsverluste der ersten Monate nicht mehr wettge-macht werden konnten. „Mit rund 220.000 Sendungen sind Transporte in Deutschland aber fraglos weiter eine wichtige Stütze unseres Systems“, so Breuhahn. „Denn sie haben mit fast 30 % einen signifikanten Anteil an der Gesamtmenge. Außerdem ist unser dichtes nationales Netz für viele Vor- und Nachläufe internationaler Sendungen unabdingbar.“ 2013 hat Kombiverkehr 21 Terminals in ganz Deutschland teilweise mehrmals täglich miteinander verknüpft.

Neue Prozesse sollen Auftragsabwicklung weiter verbessern

Mit der Einführung neuer Züge Anfang des Jahres hat Kombiverkehr 2014 den im letzten Jahr begonnenen Netzausbau fortgeführt. Auch auf der Prozessseite stehen weitere Verbesserungen an, um Abläufe zu vereinfachen und zu beschleunigen sowie den Service für die Kunden zu verbessern. So wird die verpflichtende Einführung des neuen ILU-Codes für Wechselbehälter und Sattelanhänger am 1. Juli die Abwicklung in den Terminals zukünftig mehr und mehr optimieren. Außerdem wird die Auskunftsfähigkeit durch modernste IT-gestützte Zuglaufüberwachungssysteme erhöht sowie durch eine auf Rund-um-die-Uhr-Betrieb ausgeweitete Transportüberwachung.

Politik verhindert stärkeres Wachstum

Während diese Entwicklungen den Aufschwung des Kombinierten Verkehrs unterstützen, sorgen die politischen Rahmenbedingungen aus Sicht von Kombiverkehr eher für das Gegenteil. „Hier kommen immer weitere Kostenbelastungen auf uns zu“, sagt der unter anderem für Technik und Politik zuständige Geschäftsführer Armin Riedl. „Obwohl intermodaler Verkehr umweltfreundlicher ist als Straßenverkehr und sogar schon komplett CO2-frei betrieben werden kann, soll der eingekaufte Strom noch mit einer zusätzlichen Ökoabgabe belegt werden.“

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