Thyssenkrupp unterstützt Streetscooter

Der Weihnachtsmann kommt elektrisch

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Bodengruppe in Sandwich-Struktur zur Ausnahme der Batterien

Die Stahlsparte von Thyssenkrupp hat für den „Streetscooter“ zudem die Bodengruppe entwickelt. Das Bauteil ist eine Sandwich-Konstruktion, mit Fächern für bis zu drei Batterien. Die Energieträger so zu beherbergen, dass sie im Crashfall nicht beschädigt werden, und daraufhin brennen oder Stoffe freisetzen, ist die Hauptaufgabe des Moduls. Entsprechend haben die Entwickler von Thyssenkrupp in Duisburg Konstruktion und Materialkonzept ausgelegt. Die Längsträger der Bodenstruktur, zwischen die die Batteriemodule gesetzt werden, sind zweischalig und bestehen aus einem höchstfesten Dualphasenstahl. Damit sind die Bauteile so stabil, dass sie im Crashfall nicht nachgeben und keine Beschädigung der Batterien zulassen. Einen Teil der Aufprallenergie kontrolliert abzubauen, ist die Aufgabe der Schweller, die aus einem kalt gewalzten Dualphasenstahl gefertigt sind. Der Werkstoff besitzt nicht nur eine hohe Festigkeit, sondern auch genug Umformvermögen, um Crash-Energie zu absorbieren. Auf die Bodengruppe werden Sitzstruktur und Fahrzeugtunnel montiert.

Der „Streetscooter“ besticht auch durch seine praktischen Qualitäten wie der mehr als vier Kubikmeter große Laderaum, der eine Zuladung von 650 kg ermöglicht. Hierdurch ergibt sich eine enorme Spreizung zwischen leerem und vollem Fahrzeug, was hohe Anforderungen an das Setup der Stoßdämpfer stellt. Deshalb setzte der Hersteller bereits bei der 150 Fahrzeuge umfassenden Vorserie auf das Know-how des Dämpferspezialisten von Thyssenkrupp.

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Ausgewogene Dämpfung – ganz gleich ob voll beladen oder leer

Das zulässige Gesamtgewicht eines voll beladenen „Streetscooter“ beträgt 2130 kg, am Ende eines langen Zustelltags kann es über eine halbe Tonne weniger sein. Um ein ausgewogenes Dämpfungsverhalten über das gesamte Spektrum zu liefern, muss die Abstimmung sehr sorgfältig vorgenommen werden – andernfalls wirkt das Fahrzeug je nach Situation schnell über- oder unterdämpft, worunter Komfort und Sicherheit leiden würden. Die von Thyssenkrupp Bilstein bereits in der Erprobungsphase gelieferten Komponenten haben sich hier bewährt, weshalb das Unternehmen auch bei der Serienfertigung als Zulieferer zum Zug kommt.

In ihrer langen Vergangenheit hat sich die Deutsche Post bereits mehrfach mit elektrisch angetriebenen Zustellfahrzeugen beschäftigt und auf diesem Gebiet viel Pionierarbeit geleistet. Doch noch nie waren die technischen Vorzeichen so vielversprechend wie heute. Die Zusteller selbst jedenfalls sind von ihrem „Streetscooter“ begeistert.

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