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Zukunftsfähigkeit Deutsche Produktion und Logistik sind fit für die Zukunft

Die VDI-Studie „Produktion und Logistik in Deutschland 2025“ sieht deutsche Unternehmen gut gerüstet für die Zukunft. Kritisch gesehen wird die fehlende gesellschaftliche Akzeptanz neuer Technologien hierzulande.

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Die VDI-Studie „Produktion und Logistik in Deutschland 2025“ sieht deutsche Unternehmen gut gerüstet für die Zukunft.
Die VDI-Studie „Produktion und Logistik in Deutschland 2025“ sieht deutsche Unternehmen gut gerüstet für die Zukunft.
(Bild: Noam - Fotolia.com )

Deutsche Unternehmen präsentieren sich gut gerüstet für den internationalen Wettbewerb und ihre Kompetenzen, insbesondere in den Bereichen Forschung und Ressourceneffizienz, werden auch im Jahr 2025 weltweit gefragt und Wachstumstreiber sein. Zu diesem Ergebnis kommt die neue VDI-Studie, bei der rund 800 Ingenieure befragt wurden. Bei den Zielmärkten für Produktion und Absatz wird Deutschland auch zukünftig eine große Rolle spielen. Von weiter zunehmendem Interesse ist vor allem China. Die Wahrnehmung von Russland und Osteuropa als attraktive Märkte ist unter den Befragten weniger ausgeprägt. Die Globalisierung der Produktion wird zukünftig noch deutlicher von steigenden Energie- und Transportkosten getrieben.

Produktion orientiert sich an lokalen Absatzmärkten

Damit wird das Paradigma der primär lohnkostenorientierten Produktionsverlagerung von dem der lokalen absatzmarktorientierten Produktion abgelöst. Deutsche Unternehmen werden sich laut Studie weiter für die Zugänglichkeit und den Austausch von Wissen öffnen. Das gilt besonders für die branchen- und länderübergreifende Kooperation mit den Partnern, den Forschungseinrichtungen und den Wettbewerbern.

Vor dem Hintergrund dieser Globalisierung fordert Dr.-Ing. Christian Jacobi, Beiratsmitglied der VDI-Gesellschaft Produktion und Logistik (VDI-GPL) und einer der Initiatoren der Studie: „Unternehmen müssen Produzenten und Dienstleister für die Endfertigung vor Ort als ebenbürtige Partner, nicht als Billiglöhner, verstehen. Sie müssen nach Partnern auf Augenhöhe für langfristige Kooperationen suchen. Die hochwertige Qualität von Produkten und Technologien, für die sie geschätzt werden, darf nicht verloren gehen – auch bei einer Endfertigung im Ausland.“

„Lebenslanges Lernen“ wird immer wichtiger

Die Vermittlung von Wissen sowohl im akademischen Bereich als auch gegenüber den immer jünger werdenden Zielgruppen gewinnt an Bedeutung. So sieht die Studie die Information von Kindern und Jugendlichen als einen Hebel, um sie frühzeitig für technische Berufe zu begeistern und dem demografisch bedingten Fachkräfteengpass entgegenzuwirken.

„Unternehmen müssen stärker und vielfältiger in Bildung investieren, vom Kindergarten bis zur Erwachsenenbildung. Innovationsmanagement muss zur Kultur eines jeden Unternehmens gehören“, sagt Dipl.-Ing. Jean Haeffs, Geschäftsführer der VDI-GPL. Die Bindung älterer Arbeitnehmer wird ebenfalls als wichtig erachtet. Unternehmen können nicht darauf verzichten, erfahrene Mitarbeiter über 55 Jahren so lange wie möglich zu beschäftigen und ihnen zum Ende ihrer Berufslaufbahn zum Beispiel neue Aufgaben als Mentor, Ausbilder und Wissensvermittler anzutragen. Lebenslanges Lernen und eine altersgerechte Arbeitsplatz- und auch Arbeitszeitgestaltung werde auf dem personalpolitischen Maßnahmentableau ganz nach oben rutschen.

Ingenieure fordern mehr Offenheit bei Großprojekten ein

Kritisch sieht die Studie die fehlende gesellschaftliche Akzeptanz neuer Technologien in Deutschland. Es bestehe die Gefahr, dass Deutschland den Anschluss verliere, sollten Schlüsseltechnologien zukünftig im Ausland entwickelt und dort zur Marktreife gebracht werden. Deutschlands Ingenieure fordern daher die Industrie und die Politik zu mehr Offenheit im Umgang mit Großprojekten auf. „Die Industrie muss Transparenz schaffen, damit Großprojekte von der Gesellschaft akzeptiert werden – durch gezielte Öffentlichkeitsarbeit, emissionsarme Produktion und integrierende Architektur“, meint Jacobi. „Das erfordert gleichzeitig, dass die Politik in langfristigen Zielen denkt, unabhängig von Legislaturperioden.“

Die steigenden Anforderungen des Logistikmarkts bieten dem „Logistik-Weltmeister“ Deutschland vielfältige Wachstumsmöglichkeiten, auch weil die Digitalisierung des Konsums den Handel und die Distribution weiter revolutioniere. Die Bündelung von Warenströmen, Intermodalität und umweltfreundlicheren Transportmitteln müssen 2025 zum Alltag gehören. „Wir werden in Zukunft nicht mehr so produzieren wie heute“, sagte Dr. Jens Reichel, Vorsitzender des Fachbereiches Fabrikplanung und -betrieb innerhalb der VDI-GPL. „Uns fehlen die Rohstoffe, Energie ist teuer und wir sind in vielen Augen überreguliert. Deutsche Unternehmen müssten folglich Geschäftsmodelle und Prozesse neu denken und noch effizienter werden.“ Herausgeber der Studie „Produktion und Logistik in Deutschland 2025 – Trends, Tendenzen, Schlussfolgerungen“ ist die VDI-Gesellschaft Produktion und Logistik (VDI-GPL). Die Studie steht hier zum kostenfreien Download bereit.

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