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Verkehrsaufkommen Deutschlands Wachstum führt zu Staus

2014 haben deutsche Autofahrer insgesamt 39 Stunden – etwa eine Arbeitswoche – im Stau verbracht. Das ist das Ergebnis des Traffic Scorecard Reports von Inrix, internationaler Anbieter von Verkehrs- und Reiseinformationen.

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Stausituation in Deutschland und Europa: Deutschland „steht“ im europäischen Stau-Ranking auf dem dritten Platz.
Stausituation in Deutschland und Europa: Deutschland „steht“ im europäischen Stau-Ranking auf dem dritten Platz.
(Bild: Inrix)

Deutschland belegt beim Report europaweit den dritten Platz bei den Ländern mit den meisten Staus. Am vollsten sind demnach die belgischen Straßen, dort standen Autofahrer bis zu 51 Stunden auf verstopften Straßen, die Niederlande liegt mit 41 Stunden auf dem zweiten Platz. Während Köln Stuttgart als Deutschlands Stauhauptstadt abgelöst hat, ist auf „B2R“ am meisten los: Die Bundesstraße 2 R, die als Ringstraße ausschließlich innerhalb des Stadtgebiets von München verläuft, 28 km lang ist und auch als Mittlerer Ring bezeichnet wird und auch so beschildert ist, hält mit 68 Stunden Verspätung durch Stau pro Jahr einsam den Rekord. Die deutsche Wirtschaft ist momentan die stärkste in der Eurozone und konnte letztes Jahr 1,6 % wachsen. Seit 2013 hat sich außerdem die Beschäftigungsquote um 1 % verbessert und der Haushaltskonsum ist im Vergleich zum Vorjahr im Jahr 2014 auf 1,1 % gestiegen, so Inrix. Diese Wirtschaftsfaktoren in Kombination mit der bundesweit großen Anzahl von Bauprojekten habe einen signifikanten Einfluss auf das Verkehrsaufkommen. In insgesamt 17 der 22 untersuchten deutschen Ballungsräume habe es 2014 ein gestiegenes Verkehrsaufkommen gegeben – 2013 sei dies nur in acht Ballungsräumen der Fall gewesen. Den größten Anstieg an hohem Verkehrsaufkommen hätten Karlsruhe (21 %) und Magdeburg (50 %) zu verzeichnen gehabt. Generell seien vor allem die wachsende Bevölkerung sowie die Urbanisierung Haupttreiber für Staus, so Inrix weiter. So sei die Bevölkerungszahl in Deutschland im letzten Jahr zum ersten Mal seit 2011 gestiegen – insgesamt um 330.000 Menschen.

Bautätigkeit und Reiseaufkommen sind Haupttreiber für Staus

„Zum dritten Mal in Folge sind in Deutschland mehr Staus zu verzeichnen“, sagt Bryan Mistele, CEO von Inrix. „Das Wirtschaftswachstum in Deutschland hat zu mehr Bauprojekten auf nationaler Ebene geführt. Ebenso ist durch das Bevölkerungswachstum die Reisebereitschaft gestiegen – mit der Konsequenz von deutlich höherem Verkehrsaufkommen.“ „Die Straße ist mehr denn je der attraktivste Beförderungsweg – dieser Trend wird sich in den nächsten Jahren eher noch verstärken“, so Prof. Dr. Michael Schreckenberg, Verkehrsexperte der Universität Duisburg Essen. „Deutschland ist das Transitland Nr. 1 in Europa, daher ist es trotz guter Infrastruktur vorprogrammiert, dass die Staulevel anwachsen.“

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