Lagertechnik Dezentral orientierte Speicherwechseltürme

Das Konzept der Speicherwechseltürme in der Motorenfertigung bei der Kölner Deutz AG zeigt einen Weg, wie sich die Materialversorgung auf kreative Weise wirtschaftlich auf engstem Raum organisieren lässt.

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In Halle 40 der Kölner Deutz AG werden täglich an zwei Montagelinien etwa 1000 Dieselmotoren montiert — in einem breiten Leistungsbereich und in insgesamt mehreren Tausend unterschiedlichen Varianten. Die Materialversorgung ist just in time organisiert, das heißt ein Wareneingangslager existiert nicht.

Bei der stetig wachsenden Anzahl von Einzelteilen, die an den Bändern bereitgestellt werden mussten, kam es zu Engpässen bei der Nachschubversorgung. Es wurde zunehmend schwieriger, die Teilebehälter an den Arbeitsplätzen neben dem Fließband von den Transportrobotern so aufzustellen, dass der Werker die jeweils benötigten Teile zur Hand hatte.

Bei Deutz entschied man sich für das von H+H Herrmann + Hieber entwickelte Konzept einer dezentralen Lagerung an den Arbeitsplätzen. H+H schlug dafür einzelne Lagerkomponenten vor, die — nach oben ausladend — den freien Raum oberhalb des Montagearbeitsplatzes für die Lagerung nutzen. Die Bezeichnung „Speicherwechselturm“ (SWT) lässt Aufbau und Funktion des Systems ansatzweise erkennen: Im unteren Turmabschnitt mit begrenzter Grundfläche befinden sich auf einer Seite die Aufgabe- und Entnahmeplätze für volle beziehungsweise leere Paletten. Auf der gegenüber liegenden Seite, wo die Montage erfolgt, wird das benötigte Material bereitgestellt. Darüber sind die Lagerplätze angeordnet, die vom automatischen Regalbediengerät des Turmes angefahren werden.

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