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Transport Logistic 2015 Die Branche muss eine gemeinsame Sprache finden

| Redakteur: M. A. Benedikt Hofmann

Erst seit wenigen Wochen ist Dr. Robert Schönberger bei der Messe München für den Messecluster Transport Logistic zuständig. Im Gespräch mit MM Logistik zieht er ein erstes Fazit seiner Tätigkeit und gibt einen Ausblick auf das, was die Fachbesucher vom 5. bis 8. Mai 2015 in München erwartet.

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„Die Messe bildet die gesamte globale Wertschöpfungskette des Transports und der Logistik ab“, sagt Dr. Robert Schönberger, Projektgruppenleiter Transport Logistic.
„Die Messe bildet die gesamte globale Wertschöpfungskette des Transports und der Logistik ab“, sagt Dr. Robert Schönberger, Projektgruppenleiter Transport Logistic.
(Bild: Messe München)

Herr Dr. Schönberger, Sie haben im Februar den Posten als Projektgruppenleiter für den Messecluster Transport Logistic übernommen. Wie fällt Ihr Fazit der ersten Wochen aus?

Dr. Robert Schönberger: Absolut positiv – und das ist nicht nur eine Floskel. Ich bin zu einem Zeitpunkt ins Team gekommen, als die Vorbereitungen zur Transport Logistic in den Endspurt übergegangen sind. Nach der Messe ist vor der Messe und in den vergangenen eineinhalb Jahren ist großartige Arbeit geleistet worden. Das macht den Einstieg leicht und ich freue mich einerseits auf die Messe im Mai, andererseits auf die Auslandsmessen Logitrans in Istanbul und Transport Logistic China in Shanghai.

Wie hat sich die Messe in Hinblick auf die Aussteller im Vergleich zur letzten Veranstaltung 2013 entwickelt?

Schönberger: Wir sind sehr zuversichtlich gestimmt, dass wir die Zahlen der Vorveranstaltung erreichen und wieder über 2000 Aussteller und über 52.000 Besucher begrüßen können. Ein besonderer Erfolg ist, dass die Messe zunehmend internationaler wird und damit weiterhin ein unmittelbares Abbild der immer internationaler werdenden Logistikbranche darstellt. Schon jetzt ist der Anteil der ausländischen Aussteller über dem Niveau der Vorveranstaltung.

Welche besonderen Highlights und Schwerpunkte bietet die Transport Logistic 2015?

Schönberger: Ein Highlight ist unser Rahmenprogramm. Rund 300 Referenten aus Industrie, Handel, Dienstleistung und Politik diskutieren in über 45 Veranstaltungen Trends und Themen der Zukunft für alle Bereiche der Logistikwirtschaft. Experten sprechen unter anderem über Herausforderungen in der Lebensmittel- und Innenstadtlogistik, Industrie 4.0, 3D-Druck in der Logistik und Automatisierung. Das Rahmenprogramm zeichnet sich durch ein sehr breit gefächertes Themenspektrum aus. Die Schwerpunkte sind aber klar: Digitalisierung, IT, E-Commerce und es gibt generell eine hohe Aktualität bei den diskutierten Themen. Auch der genannten Internationalität in der Ausstellung trägt das Programm Rechnung: Es gibt Länderspecials aus China, der Donauregion, Spanien und der Türkei.

Parallel zur Transport Logistic finden die Messe Air Cargo Europe sowie die Konferenzen Air Cargo Europe und Marilog statt. Welchen Mehrwert bieten diese Veranstaltungen Besuchern der Transport Logistic?

Schönberger: Die Messe bildet die gesamte globale Wertschöpfungskette des Transports und der Logistik ab. Dazu gehören auch die maritime Logistik und die Luftfracht. Mit der Marilog und der Air Cargo Europe Conference bieten wir Fachforen, die sich speziell Fragestellungen dieser Logistikbereiche widmen. Die Air Cargo Europe ist darüber hinaus eine Messe in der Messe, die sich inzwischen selbst zur größten Veranstaltung der internationalen Luftfrachtbranche entwickelt hat. Eine solche Breite und Tiefe in Ausstellungsangebot, Austausch und Innovationen finden sie an keinem anderen Ort. Die Transport Logistic bündelt damit in kürzester Zeit das Optimum an Fachkompetenz und Geschäftsmöglichkeiten. Für all das müsste man ansonsten wahrscheinlich monatelang reisen.

Die Aussteller der Cemat@Transport Logistic werden in diesem Jahr keinen eigenen Bereich auf der Messe haben, sondern über die gesamte Ausstellungsfläche verteilt sein. Was erhoffen Sie sich von dieser Maßnahme?

Schönberger: Die Intralogistik ist ein bedeutender Teil der logistischen Wertschöpfungskette. Das neue Aufplanungskonzept in den Hallen soll das unterstreichen. Intralogistik findet in den Unternehmen überall statt – das gilt nun auch für die Transport Logistic. Damit stehen die Intralogistikanbieter neben ihren Anwendungsbeispielen aus der Dienstleistung, der IT und den verschiedenen Verkehrsträgern. Den Intralogistikausstellern bieten wir so noch mehr Kontaktmöglichkeiten mit neuen Zielgruppen. Darüber hinaus findet Intralogistik selbstverständlich auch im Rahmenprogramm statt.

MM Logistik veranstaltet im Rahmen der Messe die Podiumsdiskussion „An der Rampe alles im Lot – sprechen Intralogistik und Distributionskanäle dieselbe Sprache? Bestandsaufnahme und Ausblick“. Worin sehen Sie die größten Herausforderungen bei der Vernetzung der logistischen Teilbereiche und wie wird dieser Bereich auf der Transport Logistic thematisiert?

Schönberger: Den Titel für Ihre Diskussionsrunde haben Sie sehr richtig und gut gewählt. Manchmal ist die Frage der Vernetzung eben eine Frage der Sprache und des Miteinanders. Und hier kann die Logistik, die wie kaum eine andere Branche durch Internationalität geprägt ist, an der einen oder anderen Stelle sicherlich noch hinzulernen. Wobei kulturelle Kompetenz nicht nur heißt, sich mit Partnern im Ausland zu verstehen, sondern eben auch mit den Partnern vor dem eigenen Tor – unabhängig von Größe und Herkunft des Unternehmens. Trotz aller Bemühungen um Harmonie und Kooperation sieht sich unsere Branche einem hohen Wettbewerb ausgesetzt. Der lässt sich bei der Vernetzung ebenfalls nicht komplett ausblenden. Ich bin sehr gespannt: Wenn ich es mir während der Messe einrichten kann, komme ich gerne in Ihr Forum und folge der Diskussion.

* Das Interview führte Benedikt Hofmann, Redakteur MM-Logistik

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