Verkehrspolitik

Die Brennerdiskussion entbrennt von Neuem

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Die Inntal Gemeinschaft e.V. zweifelt die Pläne der Eisenbahner, Spediteure und Logistikdienstleister an und bezieht sich in einem Schreiben an die Redaktion auf ein Gutachten zum aktuellen Bundesverkehrswegeplan. Darin heißt es, so die Bürgerbewegten, „von dem Konzept einer neuen Schnellbahntrasse über die Brennerachse sei keine nennenswerte Verlagerung des Güterverkehrs von der Straße auf die Schiene zu erwarten“. Die Gutachter prognostizieren auf der Strecke im bayerischen Inntal ohne zwei zusätzliche Gleise nur 165 Güterzüge pro Tag (Gutachten Abb.9.29.3 Seite 9-332), sodass zusammen mit allen Personenzügen 219 Züge pro Tag in beiden Richtungen erwartet würden, mehr nicht, schreibt die Initiative.

In Italien könnten bis zu 10 Mrd. Euro fehlen

Mit zwei neuen Gleisen für ICE-Verkehre mit 250 km/h werden lediglich ganze 35 Güterzüge in beiden Richtungen zusammen zusätzlich prognostiziert. Zahlen, die von den aktuellen Gutachtern der Regierung stammen, so die Oberbayern. Die derzeitige Auslastung der bestehenden Strecke, die bereits für 240 Züge ertüchtigt ist, liegt bei 140 bis 160 Zügen. Die prognostizierte Steigerung mit einem Brennerbasistunnel erzeugt in keinem Fall die immer wieder unterstellte entscheidende Entlastung der Straße, ist man sich vor Ort sicher. Das ist Wasser auf die Mühlen von Sebastian Kummer. Der Wissenschaftler sieht aber nicht nur ein Problem im oberbayerischen Inntal auf die Planer zukommen. „Ich mache mir Sorgen um die Zuläufe aus Italien, denn die Nachbarn im Süden haben sicherlich keine 10 Mrd. Euro, um die Verbindung nach Verona zu verbessern und Bozen zu umfahren“, mahnt Kummer. Knappe Kassen in Italien könnten also alle gepriesenen Vorteile dahinmachen? Nicht nur in Italien muss die Regierung sparen. Auch im Wiener Parlament geben die Haushaltspolitiker einen neuen Takt vor. Beim Brennerbasistunnel will man schon einmal 450 Mio. Euro einsparen. Und dann kommt da noch die Landtagswahl 2013 in Tirol, deren Ausgang wohl einen entscheidenden Einfluss auf die Zukunft des Projekts hat, denn gegenwärtig wird der Brennertunnel noch unter dem Banner der Erkundung gebaut, bestätigen Fachleute.

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Pünktliche Fertigstellung des Projekts ist fraglich

Auch in Deutschland machen sich wohl einige Sorgen um die pünktliche Fertigstellung des Projekts. „Angesichts der langen Vorlaufzeiten solcher Projekte dürfte es an der Zeit sein, die notwendigen Planungs- und Finanzierungsvoraussetzungen dafür zu schaffen“, fordert Armin Riedl. In Prien am Chiemsee ist man optimistisch: „Wir warten auf die Ressortvereinbarung zwischen der österreichischen Verkehrsministerin Doris Bures und Herrn Dr. Peter Ramsauer. Dann kann die Planung für die Zulaufstrecken beginnen“, freut sich Fischer. Wann dann der Brennerbasistunnel in Betrieb gehen kann, ist umstritten. In Österreich sprechen manche erst von 2032 und in Deutschland hält man an dem Datum 2025 fest.

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