Kriminalität im Unternehmen

Die Gauner sind unter uns

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Die Realität zeigt, dass das Vertrauen nicht auf die Goldwaage gelegt werden darf. Die Kombination aus Gelegenheit, Risiko und Gewinn ist entscheidend, wann also ein Mitarbeiter eine Straftat im Unternehmen für sich befürwortet und für sich als Vorteil betrachtet. Oft müssen Motive gar nicht vorhanden sein. Es wird gemacht, weil es eben geht, und Geld ist immer ein Grund zur Tat. Das Bundeskriminalamt gab bereits 2008 bekannt, dass Innentäter eine unterschätzte Gefahr für Unternehmen sind.

Arbeitsplätze sind aus Tätersicht ideale Tatorte

Übersehen wird oft, dass Kriminalität in Unternehmen weitaus wahrscheinlicher ist als im gesamtgesellschaftlichen Umfeld. Arbeitsplätze sind aus Tätersicht Tatorte, wie sie idealer kaum strukturiert sein könnten. Kein Mitarbeiter muss Objekte auskundschaften, zu denen er per Betriebsausweis freien Eintritt hat.

Niemand muss Prozesse aufwendig rekonstruieren, an denen er selbst beteiligt ist oder über deren Details er leicht Informationen erlangen kann. Gleichzeitig gibt es keine anderen Personen, die so viel über Kontrollmechanismen und deren Schwachpunkte wissen wie die sogenannten Innentäter. Der Feind im eigenen Haus kann den Tatort in aller Ruhe ausbaldowern, ohne dass er Argwohn erregt. Viele Unternehmer und Manager vollziehen nicht nach, wie kriminelle Karrieren beginnen können. Kaum jemand wird über Nacht zum Dieb oder Betrüger, sondern er entwickelt sich nach und nach zum Täter.

Wie immer gilt: Gelegenheit macht Diebe

Doch es gibt auch Täter aus Anpassung. Das sind praktisch kriminelle Mitläufer, die beim bösen Spiel mitmachen, weil es bei den anderen so gut läuft. Und weil es dumm scheint, die Gelegenheit nicht zu nutzen. Als Faustregel kann der oft zu hörende Satz gelten, dass je 25% der Mitarbeiter ehrlich oder unehrlich sind und bei den verbleibenden 50% generell offen ist, welchem der beiden Flügel sie sich anschließen.

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