Kriminalität im Unternehmen

Die Gauner sind unter uns

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Doch teure Technik ist zur Abwehr gar nicht nötig. Die Sicherheitslücken liegen eher darin, dass es häufig kaum Zwischenkontrollen gibt, Mitarbeiter oft längere Zeit ohne Aufsicht der Vorgesetzten sind und besonders in der Spätschicht in vielen Unternehmen gar kein Vorgesetzer mehr vor Ort ist.

In der Spätschicht tanzen die Mäuse auf den Tischen

Da tanzen die Mäuse auf den Tischen, Pausen werden verlängert, Musik läuft und es wird gemacht, was Spaß macht – Diebstähle inklusive. Kurz vor Feierabend wird dann der Turbo eingeschaltet und das Tagessoll erfüllt, wenn auch nur mit minderwertiger Qualität. Die mit an den Arbeitsplatz genommenen Privattaschen sind dann zum Feierabend oft schwerer, als am Morgen.

Hier zeigt es sich dann deutlich, dass das Unternehmen erneut zum Opfer wird. Oft bekommen die Täter Milderungsgründe, wenn es ihnen zu leicht gemacht wurde. Das Unternehmen bekommt so Mitschuld (Beihilfe). Im Zivilprozeß hat dann das Unternehmen das Problem, nachzuweisen, wer wann etwas Strafbares gemacht hat und welcher Schaden entstanden ist. Wenn man erst bei einer Jahresinventur Schäden feststellt oder per Zufall, wie will man dann an die dafür erforderlichen Beweise kommen?

Eine Schadenersatzforderung wird daher von den Gerichten in solch einer Situation schnell abgewiesen. Ein Inhouse-Seminar mit solchen Themen ist zu empfehlen, um sich einen Blick über die heutige Wirtschaftskriminalität zu verschaffen.

* Stephan Brannys ist ehemaliger Wirtschaftsstraftäter und hält heute Seminare zur Prävention von Wirtschaftskriminalität ab.

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