Kombiverkehr Die integrierte Informationsdrehscheibe

Autor / Redakteur: Christian Krüger / M. A. Benedikt Hofmann

Im kombinierten Verkehr ist die Planung und Steuerung arbeitsteiliger Prozesse nach wie vor eine Herkulesaufgabe. Diese lässt sich mithilfe moderner webbasierter Portale für eine systematische unternehmens- und verkehrsträgerübergreifende Auftragskommunikation wesentlich einfacher lösen.

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(Bild: Catkin/Panasonic Toughbook)

Die Vision von einer sich selbst steuernden Smart Factory im Sinne von Industrie 4.0 setzt eine reibungslos funktionierende Logistik voraus. Denn: ohne Zufluss kein Herzschlag. Das klingt zunächst banal. Doch angesichts der exorbitant wachsenden Datenmengen lassen sich Transportketten im internationalen Verkehr mit herkömmlichen Tracking-&-Tracing-Methoden zukünftig nicht mehr managen. Schon heute sind die an den arbeitsteiligen Prozessen beteiligten Akteure mit Herausforderungen konfrontiert, die unerwünschte Bruchstellen nach sich ziehen und unplanmäßige Kettenreaktionen auslösen können. Terminalbetreibern stehen zum Beispiel nur begrenzt Möglichkeiten zur Verfügung, Vor- und Nachläufe zu überwachen und auf Änderungen angemessen zu reagieren. Im Extremfall kann es passieren, dass sich erst im Augenblick der geplanten Containerverladung herausstellt, dass der dringend erwartete Lkw samt Fracht noch nicht einmal in der Nähe des Terminals ist. Warten ist angesagt. Denn auch der Spediteur kann oftmals nicht sofort exakt Auskunft darüber geben, wo sich der Lkw aktuell gerade befindet. Verstärkt wird das Dilemma, wenn er den Transportauftrag an Dienstleister oder Subunternehmer vergeben hat. Auch der Schienengüterverkehr wird häufig durch das Zusammenwirken zahlreicher Dienstleister abgewickelt. Es mangelt an Transparenz und valider unternehmensübergreifender Information, ein Umstand, der leicht zu Instabilität in der Transportkette führen kann.

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Anforderungen an eine Transportlogistik 4.0

Um einen durchgängigen Kommunikations- und Informationsfluss sicherzustellen, der keine Wünsche offen lässt, müssen sämtliche Teilnehmer einer Lieferkette samt ihren Geschäftsprozessen elektronisch miteinander vernetzt werden. Manuelle Datenübertragungen sind zu eliminieren. Gleichzeitig sollten relevante Informationen auf allen Hierarchieebenen – vom Kunden bis zu den Dienstleistern – in Echtzeit verfügbar sein. Erst dann lassen sich in einem weiteren Schritt auch unternehmens- und verkehrsträgerübergreifende Prozesse automatisieren. Visionär betrachtet könnte die Ladung zukünftig selbst mit „Intelligenz“ ausgestattet werden, um den eigenen Transport in Eigenregie zu organisieren. Partnernetzwerke dieser Prägung funktionieren jedoch nur mithilfe geeigneter Logistikplattformen. Diese wiederum setzen einheitliche Kommunikationsstandards voraus. Neue und/oder veränderte Abläufe müssen schnellstens integriert und mobile Mitarbeiter via Tablet- oder Smartphone-Apps angebunden werden können. Die Folge: Jeder Teilnehmer wird jederzeit mit allen relevanten Informationen versorgt. Dazu zählen neben Details zum jeweiligen Auftragsstatus und Checklisten auch Statusinformationen der Vorgänger und Nachfolger.

Voraussetzungen für kollaborative Prozesse

Logistikplattformen nach dem Vorbild von Industrie 4.0 müssen zudem offen, also mit keinerlei Einstiegsbarrieren verbunden sein. Jeder Teilnehmer muss die Möglichkeit haben, sich via Web oder App ad hoc beteiligen zu können. Auch vorhandene IT-Anwendungen lassen sich sukzessive integrieren. Hierbei wird ganz nebenbei das bestehende ERP-System um mobile Apps für das eigene Personal ergänzt. All dies sind nur einige, wenn auch zentrale Voraussetzungen, um kollaborative Prozesse abbilden und eine nahtlose Zusammenarbeit in einem dynamischen Partnernetzwerk realisieren zu können.

Ein solches Cockpit ist „Catkin“. Das Auftrags- beziehungsweise Kunden- und Dienstleisterportal für die Steuerung von Unternehmenstransporten ermöglicht eine klar strukturierte Kommunikation zwischen den Beteiligten, schafft Transparenz über den aktuellen Auftragsstatus und unterstützt die Einsatzplanung von mobilen Ressourcen auf Personal- und Maschinenebene. Darüber hinaus hilft der Informationsaustausch in Echtzeit, Fehlerquoten in der Disposition und Kosten insgesamt zu senken.

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Man betrachte zum Beispiel interkontinentale Transporte: Beteiligt sind Verlader, Spediteure, Containerterminals, Frachtschiffe, Güterbahnen und Lkw-Unternehmen. Mithilfe eines übergreifenden Transportmanagements ließen sich administrative Prozesse erheblich vereinfachen sowie physische Durchlaufzeiten beschleunigen – und das zum Vorteil aller Parteien. Zu diesem Zweck müssen anfänglich gar nicht alle Akteure eingebunden werden, ein spürbarer Effekt macht sich bereits bei zwei Beteiligten bemerkbar. Dies wiederum impliziert, dass auch Transportaufgaben über vergleichsweise geringere Distanzen, in die nicht gleich alle denkbaren Organisationseinheiten involviert sind, wesentlich effizienter abgewickelt werden können. Natürlich gibt es in Unternehmen den einen oder anderen Mitarbeiter, der einer solchen Anwendung zunächst skeptisch gegenübersteht. Dennoch: Der Weg in eine vernetzte Zukunft, in der die reale und virtuelle Welt miteinander verschmelzen, ist längst vorgezeichnet und in Ansätzen teils schon gelebte Realität.

Komplett vernetzt – aber mit der nötigen Sicherheit!

Vor diesem Hintergrund wirkt sich die Möglichkeit, Tablets oder Smartphones quasi als Assistenzsysteme während der täglichen Arbeit nutzen zu können, geradezu motivations- und produktivitätsfördernd aus. Angesichts der rasant wachsenden Zahl von Hackerangriffen steht natürlich auch stets die Frage nach Datensicherheit im Raum. Hier wähnen sich noch viele Unternehmen auf der sicheren Seite, wenn sie stattdessen Informationen per E-Mail, Fax oder Telefon austauschen. Doch dieses Gefühl ist trügerisch. Disponenten etwa, die das Catkin-Portal nutzen, können sicher sein, dass ihre Daten nicht in irgendeiner Cloud unterwegs sind, sondern sich im Schutz eines modernen deutschen Rechenzentrums befinden. Modernste Verschlüsselung und ausgefeilte Autorisierungsfunktionen verhindern unerwünschte Zugriffe. Zudem dient die Anwendung ausschließlich der Auftragskommunikation. Folglich werden die im Zuge der Auftragsabwicklung erzeugten Daten nach Abschluss innerhalb eines gewissen Zeitfensters aus dem System entfernt.

Logistik 4.0 schon heute möglich

Die hier skizzierten Szenarien zeigen, dass Logistik 4.0 in vielen Bereichen schon heute möglich ist. Moderne, webbasierte Portale als integrierte Informations- beziehungsweise Datendrehscheibe schaffen die Voraussetzungen, sowohl dem stetig wachsenden Transportvolumen als auch den Informationsbedürfnissen aller eingebundenen Akteure gerecht werden zu können. Diesen Herausforderungen stellen sich Terminalbetreiber und die gesamte Logistikwirtschaft täglich. ■

* Christian Krüger ist Geschäftsführer der Catkin GmbH in 44263 Dortmund, Tel. (02 31) 18 75 15 60, info@catkin.eu

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