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Produktüberwachung Die Sicherheit kommt in Zukunft aus dem Drucker

| Redakteur: Benedikt Hofmann

Die organische und gedruckte Elektronik ist eine junge Technologie, die viele Bereiche unseres Lebens verändern könnte. Neben flexiblen gedruckten Displays und organischen Leuchtdioden (OLED) gehören gedruckte Etiketten für die Fracht- und Produktüberwachung zu den vielversprechendsten Produkten.

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Ein gedrucktes Smart Label zur Überwachung der Temperatur.
Ein gedrucktes Smart Label zur Überwachung der Temperatur.
(Bild: Thinfilm)

Bei der Organic and Printed Electronics Association (OE-A), einer Arbeitsgemeinschaft des VDMA, dreht sich alles um ein Thema: organische und gedruckte Elektronik. „Dabei handelt es sich darum, eine neue Art Elektronik mithilfe klassischer Druckprozesse herzustellen“, erklärt Dr. Klaus Hecker, Geschäftsführer der OE-A. „Mit modifizierten klassischen Massendruckprozessen werden Schichten aufgebracht, die nicht farbig, sondern leitend oder halb-leitend sind. So kann man Datenspeicher, Displays, Leiterbahnen und vieles mehr auf Folie oder Papier herstellen, wodurch sie sich natürlich perfekt in Verpackungslösungen integrieren lassen.“ Der Clou dabei ist: Wenn die Verfahren ausgereift sind, lassen sich in kurzer Zeit riesige Mengen von Sensoren oder anderen Bauteilen bei extrem geringen Kosten herstellen.

Extrem dünn und doch robust

Außerdem überzeugt die Technologie Hecker zufolge dadurch, dass die Produkte zwar extrem dünn und leicht, aber dennoch sehr robust sind, eine Grundvoraussetzung in der Verpackungstechnik. „Durch diese Flexibilität wird es möglich, die elektronischen Komponenten und damit Intelligenz in nahezu alle Produkte zu bringen“, so Hecker. „Wo heute nur ein Barcode aufgedruckt wird, kann in Zukunft beispielsweise ein Smart-label aufgebracht werden, das zu Werbezwecken leuchtet, die Temperatur überwacht oder andere Informationen speichert.“

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Beim Thema RFID geht die Entwicklung zum Leidwesen der Unternehmen der Branche langsamer voran als gehofft. Hier gehen die Experten heute davon aus, dass es noch fünf bis zehn Jahre dauern wird, bis die ersten voll gedruckten RFID-Lösungen in Massen produziert werden können. Kombinationen aus gedruckter Antenne und Siliziumchip sind hingegen schon heute erhältlich. Auch Lösungen für den Fälschungsschutz und die Überwachung von Frachtgütern wurden bereits ausgeliefert.

Hightech aus Norwegen

Zu den Technologieführern in diesem Bereich gehört das norwegische Unternehmen Thinfilm, dessen Wurzeln in der skandinavischen Pionierarbeit der 90er-Jahre liegen. „In dieser Zeit wurde die Vision von Datenspeichern in nahezu unbegrenzter Menge geboren. Gleichzeitig wurde an einer Suchmaschine gearbeitet, die diese Menge an Daten für Firmen verwendbar macht“, erklärt Dr. Peter Fischer, Chief Product Officer bei Thinfilm. „In Zusammenarbeit mit der Universität Linköping, Schweden, wurden polymerbasierte Speicherchips und ein Suchalgorithmus entwickelt, den Microsoft 2008 für 1,2 Mrd. Dollar aufkaufte.“

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