RFID Die Zeit der Pilotprojekte ist vorbei

Redakteur: Volker Unruh

Als einer der weltweit führenden Logistikdienstleister unterhält DHL eine eigene Entwicklungsabteilung, in der an technischen Lösungen logistischer Aufgaben gearbeitet wird. Umweltschutz und RFID, die Radiofrequenzidentifikation, nehmen dabei einen hohen Stellenwert ein. Warum das so ist, erläutert Chefentwickler Dr. Keith Ulrich.

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Dr. Keith Ulrich, Leiter des Bereichs Technology & Innovation bei der Deutschen Post AG: „Was RFID angeht, haben wir das Tal der Tränen durchschritten, die Zeit der Pilotprojekte ist vorbei.“ Bild: Unruh
Dr. Keith Ulrich, Leiter des Bereichs Technology & Innovation bei der Deutschen Post AG: „Was RFID angeht, haben wir das Tal der Tränen durchschritten, die Zeit der Pilotprojekte ist vorbei.“ Bild: Unruh
( Archiv: Vogel Business Media )

Herr Ulrich, was bringt einem Logistikdienstleister wie DHL ein eigenes Entwicklungszentrum?

Ulrich: Unseren entscheidenden Vorteil sehe ich darin, dass wir ständig neue kundenspezifische Lösungen für die unterschiedlichsten logistischen Aufgaben bestimmter Industrien entwickeln und bereitstellen können. Mir ist kein anderer Logistiker bekannt, der so etwas in dieser Form macht.

Die von DHL angebotenen Dienstleistungen sind ja sehr unterschiedlich, von Just-in-Time-Lieferungen bis zum Massentransport. Welche Rolle spielt denn da die Technik, um die unterschiedlichen Anforderungen übersichtlich und nachvollziehbar abzuwickeln?

Ulrich: Technologien spielen dabei eine sehr große Rolle. Aber trotz unserer vielen unterschiedlichen Aktivitäten gibt es bestimmte Basistechnologien und -prozesse, mit denen wir neue, skalierbare und bereichsübergreifende Lösungen für den Konzern entwickeln können. Im Moment beschäftigen wir uns zum Beispiel mit den Zustellprozessen in den Innenstädten, also mit dem Thema Verkehrssteuerung und Routenoptimierung. Dazu läuft derzeit das Pilotprojekt „Smart Trac“. Wir haben Taxis und DHL-Fahrzeuge mit GPS ausgestattet und können dadurch in Echtzeit beobachten, wie die Verkehrsströme in den Innenstädten verlaufen. Anhand der ermittelten Informationen können wir dann unsere Fahrprozesse optimieren, was gleichermaßen wichtig für die Bereiche Express, Paket und Brief ist – wir haben also eine standardisierte Lösung für unterschiedliche Bereiche.

Die Lösungen, die Ihre Abteilung entwickelt – dienen die der Optimierung DHL-interner Prozesse, werden die vom Markt gefordert oder erweitern sie das bestehende Angebot?

Keith Ulrich: Alles zusammen. Natürlich greifen wir konkrete Kundenbedürfnisse auf, für die wir entsprechende Angebote erarbeiten. Wir entwickeln aber auch hinsichtlich globaler Trends völlig neue, zukunftsweisende Lösungen. Eine Abteilung wie die unsere muss sich frühzeitig mit Umweltthemen und Trends auseinandersetzen, um rechtzeitig passende Lösungen parat zu haben. Ein Beispiel ist unser „Go Green“, der CO2-neutrale Transport. Dieses Konzept haben wir vor gut drei Jahren entwickelt, zu einem Zeitpunkt, als noch kein Kunde Bedarf für so etwas angemeldet hatte. Aber wir haben immer daran geglaubt, dass dieses Thema irgendwann von Bedeutung sein würde, und Go Green hat uns bestätigt – wir verzeichnen immense Zuwachsraten.

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