IT

Digitale und reale Welt im Einklang

| Autor / Redakteur: Michael Wack / Benedikt Hofmann

Industrie 4.0 erfordert eine Intralogistik, in der Waren und Daten automatisch parallel transportiert werden, ohne manuelle Erfassungstätigkeiten.
Industrie 4.0 erfordert eine Intralogistik, in der Waren und Daten automatisch parallel transportiert werden, ohne manuelle Erfassungstätigkeiten. (Bild: IdentPro)

Industrie 4.0, Smart Factory, Digitaler Darwinismus, IoT – Schlagworte, die die 4. industrielle Revolution beschreiben, die längst begonnen hat. Unternehmen müssen Antworten auf diese Herausforderungen finden.

Dabei wird es nicht den einen großen Wurf geben. Erfolg verspricht eher eine systematische Digitalisierung und Automatisierung einzelner Prozesse und Bereiche. Hier schlummert noch großes Potenzial. Intelligente Produkte, die ihren Ursprung und ihr Ziel kennen, Maschinen, die selbstständig für Nachschub und Abtransport sorgen, und dazwischen der Mensch mit einem Zettel oder einem Barcodescanner in der Hand: so funktioniert Industrie 4.0 nicht, der Mensch stört. Natürlich stört nicht der Mensch – im Gegenteil, die Anforderungen an seine Qualifikation steigen mit Industrie 4.0 – es stören die manuellen Erfassungstätigkeiten: Material- und Datenfluss divergieren.

Digitaler Schatten

Prozesse zu optimieren, bedeutete für viele produzierende Unternehmen in der Vergangenheit ausschließlich, Produktionsprozesse zu verbessern. Dabei fiel die interne Logistik – auch Intralogistik genannt – hinten runter. Häufig gab und gibt es nicht einmal ein Lagerverwaltungs- oder Warenwirtschaftssystem für eine strukturierte Bestandsverwaltung. Man verlässt sich auf das Kopfwissen der Mitarbeiter im Lager. Gibt es eine Lagersoftware, erfolgen Rückmeldungen über Transporte via Scannen von Barcodes. Gedächtnis und Scannen führen zu einem aktuellen Problem in vielen Lagern: dem Suchen nach Waren, weil der Mitarbeiter, der die Ladung eingelagert hat, nicht verfügbar ist oder weil Waren aufgrund fehlerhafter oder „vergessener“ Barcodescans nicht an den von der Lagersoftware genannten Stellplätzen stehen. Neben dem Suchen kommt es zu Falschlieferungen und im schlimmsten Fall müssen Waren neu produziert werden.

Michael Wack, Geschäftsführer der IdentPro GmbH: „Unsere Vision: Die Welt der Intralogistik ist digital und automatisiert.“
Michael Wack, Geschäftsführer der IdentPro GmbH: „Unsere Vision: Die Welt der Intralogistik ist digital und automatisiert.“ (Bild: IdentPro)

Industrie 4.0 ist nur mit einer ganzheitlichen Betrachtung von Produktion und Lager zu erreichen. Waren müssen digitale Schatten werfen, das heißt, wird eine Ware bewegt, müssen automatisch Daten der Ware und des Wegs erfasst und verarbeitet werden, und zwar in Echtzeit, um Fehler sofort erkennen und korrigieren zu können. Für staplerbediente Lager gibt es jetzt eine Lösung, die Paletten, Behälter, Rollen et cetera beim Aufnehmen durch Stapler automatisch identifiziert und Bewegungen stellplatzgenau verfolgt, ohne Involvierung der Staplerfahrer: das 3D-Staplerleitsystem identplus. Die Überlegung hinter identplus ist einfach: Kennt man die Position eines Staplers und weiß, was er geladen hat, dann kennt man auch die Position dieser Ladung. So werden Waren im Lager mittels ihrer X,Y,Z-Koordinaten automatisch lokalisiert und identifiziert. Die Koordinaten ersetzen die Barcodes (oder auch RFID-Transponder), denn sie sind eindeutig, da Stellplätze nur ein Mal belegt werden können. Damit das automatische Lokalisieren und Identifizieren der Waren über Koordinaten funktioniert, ist ein zuverlässiges, präzises und unter allen Bedingungen wiederholgenaues Staplerortungssystem erforderlich. Mit einer referenzlosen Laserlokalisierung markiert das 3D-Staplerleitsystem identplus hier einen neuen Industriestandard.

Mittels Laser ans Ziel

Bisherige Staplerortungssysteme benötigen zwingend Stützstellen in regelmäßigen Abständen, wie zum Beispiel Markierungen auf dem Hallenboden oder im Boden versenkte Transponder. Die vermessenen Referenzpunkte müssen die beim Fahren entstehende Drift ausgleichen. Bei der weltweit ersten Laserlokalisierung für bemannte Stapler werden Staplerpositionen anhand der durch reflektierte Laserstrahlen erfassten Umgebungskontur auf ± 10 cm genau bestimmt. Bei der Inbetriebnahme werden Lager und Produktionsbereiche einmal abgefahren und so wird die initiale Lagerkarte digital erstellt. Im laufenden Betrieb aktualisiert sich die Karte bei erkannten Änderungen in der Umgebung automatisch. Da die Lokalisierung über die natürliche Umgebung erfolgt, können Waren erstmals durchgängig in Hallen und im Außengelände automatisch getrackt und ohne Scannen identifiziert werden. „Verlorene“ Paletten sind Vergangenheit, stattdessen gibt es 100 % Transparenz, denn Waren und Daten bewegen sich kongruent. Mit dem Staplerleitsystem kann die Staplerflotte direkt in vernetzte Prozesse eingebunden werden. Das SLS identplus verfügt über diverse Schnittstellen und kommuniziert mit jedem anderen IT-System. Auf die Forderung von Industrie 4.0 nach einer digitalen und automatisierten Intralogistik haben Unternehmen jetzt eine Antwort. ■

* Michael Wack ist Geschäftsführer der IdentPro GmbH.

Kommentare werden geladen....

Kommentieren Sie den Beitrag

Der Kommentar wird durch einen Redakteur geprüft und in Kürze freigeschaltet.

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Whitepaper

Kameras im Logistikzentrum

Europäische DS-GVO und die Videoüberwachung

Weil sich die Beschäftigten einer Videoüberwachung im Arbeitsumfeld kaum entziehen können, sind an deren Zulässigkeit besonders hohe Anforderungen zu stellen. Hier erfahren Sie, was zu beachten ist. lesen

Disposition wiederverwendbarer Packmittel

Packmittel durchgängig und effizent in SAP disponieren

Der SAP-ERP-Standard eignet sich nur bedingt dazu, wiederverwendbare Packmittel für die Automobilindustrie zu disponieren. Besser ist eine durchgängig SAP-basierter Ansatz – der die Abläufe effizienter und transparenter darstellt. lesen

Technologietrends 2018

Die Top Technologietrends für 2018 in der Industrie - Teil 2

In den schnelllebigen Zeiten der Digitalisierung ist es häufig schwer, am Puls der Zeit zu bleiben. Lesen Sie jetzt, welche weiteren 7 Trends dieses Jahr im Fokus der Industrie stehen. lesen

DER NEWSLETTER FÜR INDUSTRIE UND HANDEL Newsletter abonnieren.
* Ich bin mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung einverstanden.
Spamschutz:
Bitte geben Sie das Ergebnis der Rechenaufgabe (Addition) ein.
copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 44361133 / IT)