Suchen

Digitalisierung Digitalisierungsinitiative an Mailänder Flughäfen

Flughäfen werden im digitalen Zeitalter als hoch optimierte Warenumschlagplätze immer wichtiger. Unzählige analoge und digitale Prozesse müssen nahtlos ineinandergreifen, es herrschen Kostendruck und extreme Sicherheitsanforderungen. Betreiber begegnen diesen Entwicklungen mit Digitalisierungsinitiativen.

Firmen zum Thema

Flughafenbetreiber müssen darauf achten, dass sich ihre digitalen Logistikprozesse nahtlos in das Geschehen im und am Airport einbinden lassen.
Flughafenbetreiber müssen darauf achten, dass sich ihre digitalen Logistikprozesse nahtlos in das Geschehen im und am Airport einbinden lassen.
(Bild: jpgfactory)

Traditionell ist die Logistikbranche ein Vorreiter in Sachen automatisierter Prozesse, digitalisierter Supply Chains und integrierter IT-Systeme. Und die Branche boomt: Unter anderem wegen des stetig wachsenden Onlinehandels sind Flughäfen längst mehr als eine logistische Zwischenstation. Sie haben sich zu Dreh- und Angelpunkten innerhalb der Lieferkette entwickelt. So erweiterte beispielsweise erst Anfang des Jahres der Logistikriese Fedex seine Präsenz am Mailänder Flughafen Malpensa. 35.000 m² misst der Expresslogistikstandort nun und soll – ausgestattet mit neuester Technologie – die Paketsortierkapazität um 25 % erhöhen.

Am Flughafen werden Container und Pakete auf Lkw oder Züge umgeladen, jeder Schritt ist digital nachvollziehbar, alles geschieht innerhalb kürzester Zeit möglichst automatisch, dabei abgesichert und mit niedrigen Fehlerquoten. Steh- und Lagerzeiten gilt es zu minimieren.

Eine digitale Strategie für Betreiber

Für die Flughafenbetreiber bedeutet das konkret: Digitale Logistikprozesse müssen sich nahtlos in das Geschehen am Flughafen einfügen lassen, weitere Unternehmen nach Bedarf integriert werden können. Ein hoch technisiertes Logistikzentrum nützt wenig, wenn die Flughafen-Infrastruktur nicht Schritt halten kann. Dazu gehört neben der engen Verzahnung aller Beteiligten auch die Entwicklung digitaler Services für die Unternehmen, um individuell auf deren Bedürfnisse eingehen zu können.

Wie sieht das in der Praxis aus? Die italienische Società Esercizi Aeroportuali (SEA) betreibt die Flughäfen Mailand-Malpensa und Mailand-Linate und gehört in Bezug auf Personen- und Frachtverkehr zu den größten Betreibern Europas. Im Rahmen einer umfangreichen digitalen Initiative war das Unternehmen auf der Suche nach einer Plattform, die die Teile der komplexen Infrastruktur der SEA – bestehend aus traditionellen Administrations- und Verwaltungssystemen mit verschiedenen Unternehmens- sowie Betriebsanwendungen für das Flughafenmanagement und neuen Apps für Passagier-, Unternehmensservices und E-Commerce sowie zahlreichen Third-Party-Anwendungen – miteinander integriert und gleichzeitig offen für Erweiterungen hält.

Mithilfe der „Amplify“-Plattform des Softwareherstellers Axway und integrierter API-Management-Lösung stellt SEA seine Infrastruktur auf eine neue Basis, ohne die vorhandenen Anwendungen zu beeinträchtigen. Ziel ist es, neue Anwendungen und Dienstleistungen deutlich schneller marktreif zu machen und eine Umgebung für einen effektiveren Informationsaustausch innerhalb der Organisation und mit externen Partnern zu schaffen.

Flexibilität durch API-Schnittstellen

„Wir glauben an das API-Modell: ein Ansatz, mit dem wir eine effiziente Markteinführungszeit erreichen und in Zukunft eine belastbare Infrastruktur bereitstellen können“, so Fabio Degli Esposti, ICT Director der SEA.

SEA plant hier, etwa Logistikunternehmen aus der Region, Mobilitätsdienstleister und weitere Fluggesellschaften aktiv mit einzubeziehen. So entsteht ein Customer Experience Network – ein digitaler Unternehmensverbund, der die Bedürfnisse des Endkunden viel umfassender im Blick hat, als das bisher üblich ist. Nicht zuletzt sind die Kosten ein Thema: SEA erhofft sich bis zu 30 % Einsparungen durch die Plattform.

(ID:44800115)