Seeverkehr

Auf dem kürzeren Weg nach Asien

| Redakteur: Bernd Maienschein

Das Premium-Dry-Port-Konzept verspricht etwa fünf Tage weniger Transportzeit auf der Relation Asien-Süddeutschland.
Das Premium-Dry-Port-Konzept verspricht etwa fünf Tage weniger Transportzeit auf der Relation Asien-Süddeutschland. (Bild: LKZ Prien)

Am 14. November 2012 lädt das LKZ Prien zum Logistik-Kongress 2012 nach Kärnten ein. Dort soll eine effiziente Alternative zu den überlasteten Nordseehäfen im Mittelpunkt der Diskussionen stehen – das sogenannte Premium-Dry-Port-Konzept.

China hat sich binnen kürzester Zeit zum wichtigsten Handelspartner für den Freistaat Bayern, aber auch für Süddeutschland und Österreich entwickelt. Diese Entwicklung würde für die hiesige Wirtschaft allerdings erst recht an Wert gewinnen, wenn eine Alternative in Sachen Warentransport für die zeitweise schon jetzt komplett überlasteten Nordseehäfen zur Verfügung stünde, so das Credo der LKZ Prien GmbH. „Diese Alternative ist definitiv gefunden: Nämlich mit dem sogenannten Premium-Dry-Port-Konzept Villach-Fürnitz“, erklärt Karl Fischer, Geschäftsführer der LKZ Prien GmbH. Dieses Konzept, das im Rahmen des EU-Projektes Transitects durch die Koordination des LKZ Prien erarbeitet und auch in Brüssel bereits erfolgreich vorgestellt wurde, sieht vor, die Adriahäfen Koper, Ravenna, Rijeka, Triest und Venedig, die von Süddeutschland aus gesehen nur etwa halb so weit entfernt wie die Nordseehäfen sind, im hohen Maße zu nutzen.

Trockenhafen wird nördlichen Adriahäfen vorgeschaltet

Kern dieses Konzeptes ist, diesen Nord-Adriahäfen einen Trockenhafen (Dry Port) in Villach-Fürnitz vorzuschalten, der weit mehr Dienstleistung anbieten kann als jeder Hafen für sich genommen. Das Konzept sieht vor, dass der Kunde einen zentralen und deutsch sprechenden Ansprechpartner in Villach bekommt. Zudem könne auf marktbedingte Kapazitätsschwankungen individuell und flexibel reagiert werden, so Fischer. „Die Container in den Häfen werden dann unmittelbar auf schon vorhandene Züge geladen und zum Trockenhafen transportiert. Dieser übernimmt dann zentral alle weiteren Dienstleistungen, die bisher der jeweilige Hafen bewerkstelligte.“

Als Ergänzung zum Dry Port würden parallel die bestehenden Zugverbindungen zu einem hochfrequentierten, kostengünstigen und zuverlässigen Zugshuttle ausgebaut werden. „Eine solche Verbindung steht ja schon: Nämlich die vom Hafen Triest über Villach, Salzburg, über Prien am Chiemsee bis nach München.“

Fünf Tage kürzere Transportzeit als die Nordsee

Nach vielen Monaten professioneller Analysearbeit und Zahlenauswertungen im Rahmen dieses Projektes ist Fischer überzeugt: „Mit der sukzessiven Umsetzung dieses Konzeptes können den Kunden in Süddeutschland und Österreich schon bald umweltfreundliche und wirtschaftliche Angebote mit einer möglichen Reduzierung der Transportzeit von etwa fünf Tagen im Vergleich zu den Nordhäfen präsentiert werden. Das sind satte Zeit- und Kostenersparnisse, die Bayern und Süddeutschland bestens für sich nutzen können. Und für die gesamte Logistikkette, das heißt Hafen, Bahnbetreiber, Spediteure, Reedereien und Logistikdienstleister, ergeben sich riesige Chancen.“

Die großen Chancen und der Mehrwert, die sich aus der Logistik-Region „Alpe-Adria“ und insbesondere dem „Premium-Dry-Port-Konzept Villach-Fürnitz“ ergeben und wie es bei diesem Projekt weiter geht, sind am 14. November 2012 auf dem Logistik-Kongress in Villach im Detail zu erfahren.

LKZ Prien organisiert Busreise nach Kärnten

„Weil das für unseren Wirtschaftsstandort wirklich große Relevanz hat, laden wir interessierte Unternehmen herzlich zu diesem Kongress nach Villach ein“, erklärt Fischer. Das LKZ hat extra dafür eine Delegationsreise organisiert. Der Bus fährt am 13. November 2012 um 13 Uhr in München los und sammelt in Rosenheim, Traunstein und Salzburg weitere angemeldete Teilnehmer auf. Nach einer Übernachtung im Hotel mit gemeinsamem Abendessen mit politischen Vertretern, beginnt der Kongress dann am nächsten Tag um 9 Uhr. Die Abfahrt zurück in Richtung München ist um 14.30 Uhr.

Fischer: „Dieser Tag bietet die Möglichkeit, nationale und internationale Experten aus Logistik, Industrie und Politik zu treffen, um sich gemeinsam zum Thema „Zukunftsregion Süd-Ost – im Fokus der europäischen Verkehrsachsen“ auszutauschen, zu vernetzen und zu diskutieren. Wir freuen uns auf viele Anmeldungen.“

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