Expertenbeitrag

 Reinhard Irrgang

Reinhard Irrgang

Dockingstationen Dockingstationen erfüllen höchste Ansprüche

An Verladeanlagen werden ebenso hohe wie vielfältige Anforderungen gestellt: Sie müssen stets präzises Andocken sowie schnelles und sicheres Be- und Entladen der Lkw ermöglichen, Personen und Waren vor Schäden und negativen Witterungseinflüssen schützen sowie stets zuverlässig funktionieren. Wie die Beispiele zeigen, kommt häufig ein exakt auf die Anwenderbedürfnisse abgestimmter Mix aus unterschiedlichen Verladetechniken zum Einsatz, um die hohen Anforderungen zu erfüllen.

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Im erweiterten Zentrallager Wiefelstede der Edeka Minden-Hannover kommen überwiegend Tore, Türen und Verladetechnik von Hörmann zum Einsatz.
Im erweiterten Zentrallager Wiefelstede der Edeka Minden-Hannover kommen überwiegend Tore, Türen und Verladetechnik von Hörmann zum Einsatz.
(Bild: Hörmann)

Im erweiterten Zentrallager Wiefelstede der Edeka Minden-Hannover werden überwiegend Tore, Türen und Verladetechnik von Hörmann eingesetzt. Für die hier umgeschlagenen Lebensmittel bestehen vier Temperaturzonen mit hohen Anforderungen an die Isolierung. Dies spiegelt sich unter anderem in den Tor- und Verladetechniklösungen wider.

Fünf der rund 150 Verladestellen des Tiefkühl- und Frischelagers grenzen direkt an den TK-Bereich und sind deshalb mit spezieller Technik ausgestattet. So zum Beispiel mit Thermovorsatzschleusen mit doppelwandigen, 80 mm dicken Sandwichpaneelen als Seitenwände. Die für TK-Lager entwickelte Ausführung ist unterhalb der Ladebrücke zusätzlich mit 80 mm dicken Paneelen isoliert. Als Außenabschluss wird ein wärmedämmendes Industriesektionaltor SPU Thermo eingesetzt.

Durch die Vorsatzschleusen ist die Halle bis an die Außenwände voll nutzbar. Das Hallentor schließt hierbei nicht auf der Ladebrücke, sondern dahinter und reicht bis auf den Hallenboden. So ist die Toröffnung auch außerhalb der Verladezeit bestens isoliert. „Die hier installierten Vorsatzschleusen des Typs ,LHP 2 Thermo‘ von Hörmann haben sich gut bewährt, ebenso wie andere Systeme des Verladespezialisten“, erläutert Frank Sammann, Betriebsleiter des Edeka-Zentrallagers Wiefelstede.

Thermo-Vorsatzschleusen mit spezieller Isolierung

Die aufblasbaren Torabdichtungen des Typs DAS-3, die an fast allen Außentoren installiert sind, sorgen für eine energieeffiziente Verladung. Dies zahlt sich aus, denn neben dem Tiefkühlsektor beherbergt das Lager auch noch Kühlbereiche mit 9 bis 10 °C für Obst und Gemüse, Fleisch und Wurst (0 bis 2 °C) sowie Feinkost (6 bis 7 °C).

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Die dreiseitig aufblasbaren Torabdichtungen passen sich den unterschiedlichen Lkw-Größen an und verhindern so weitestgehend das Eindringen von Wärme. Erst nach dem Andocken des Lkw und mit dem Öffnen des Tores bläst ein Ventilator die Torabdichtung um das Fahrzeug herum auf und dichtet damit den Laderaum binnen weniger Sekunden vollständig ab, ohne den Bewegungsbereich der Türen einzuschränken. Nach dem Verladevorgang und dem Schließen des Sektionaltors ziehen sich die Kissen durch innenliegende Spannseile und Gegengewichte schnell wieder zurück.

Unterschiedliche Verladesysteme für Warenein- und -ausgang

Auch bei den rund 150 Sektionaltoren stand eine möglichst gute Wärmedämmung im Vordergrund. Die hier eingesetzten doppelwandigen Stahllamellentore des Typs SPU 67 Thermo mit einer Bautiefe von 67 mm minimieren den Temperaturverlust an den Türöffnungen. Die thermische Trennung von Außen- und Innenseite der Stahllamellen sorgt für mehr Energieeffizienz und minimiert das Kondenswasser an der Torinnenseite.

Symbiolog, eine Ausgründung der Müpro GmbH, eines Produzenten von Befestigungs- und Brandschutztechnik, hat in Burgbernheim ein Versandzentrum mit einer Grundfläche von mehr als 11.000 m² errichtet. An die fußbodenbeheizte Versandhalle ist ein Hochregallager angeschlossen, gedämmte Verladestationen und baulicher Brandschutz von Novoferm runden das Konzept ab.

Wärmegedämmte Verladestationen reduzieren Temperaturschwankungen

Verpackt und versendet werden Produkte wie Rohrschellen, Dichtungsbänder und Brandschutzartikel sowie bis zu 6 m messende Langware. Da diese seitlich per Stapler auf Planenaufliegern eingehoben werden muss, wurde eine Kalthalle als schleusenartiger Anbau an der westlichen Stirnseite realisiert, in dem zwei 40-Tonner hintereinander beladen werden können. So gibt es zwei gegenüberliegende Zufahrten, die von ihren lichten Höhen und Breiten für Sattelzüge ausgelegt sind. Die Zufahrten werden mit Industriesektionaltoren von Novoferm geschlossen.

Der mit einer im Niedertemperaturbereich betriebenen Fußbodenheizung ausgerüstete Hallenkomplex ist mit wärmegedämmten Verladestationen des Typs „NovoDock L530i“ von Novoferm ausgestattet. Die Docks sind so konzipiert, dass mögliche Kältebrüche bei der Lkw-Beladung reduziert sind. Die Stationen sind mit dämmenden Torabdichtungen, Anfahrpuffern und mechanischen Einparkhilfen für ein sicheres Rücksetzen in die korrekte Beladeposition ausgestattet.

Robuste Torabdichtungen für Möbellager

Koch-Lagertechnik hat die 71 Ausliefer- sowie neun Anlieferrampen des neuen Logistikzentrums von Porta mit Torabdichtungen ausgestattet. Porta nimmt mit 23 Einrichtungshäusern, drei Hausmann-Möbelhäusern, 100 SB-Filialen „Möbel Boss“ sowie vier Logistikzentren eine Spitzenstellung im deutschen Möbelhandel ein.

Naturgemäß ist die Nahtstelle zwischen Lagerhalle und Lkw die Ursache für den größten Wärmeverlust durch Zugluft. Zudem kann Regen oder Schnee zu Behinderungen sowie zu Beschädigungen der Möbel führen. Bei den erforderlichen Torabdichtungen, die beides verhindern, entschied sich Porta Möbel wiederum für die an früheren Neubauten und an fast allen Verkaufshäusern eingesetzte Version mit Seitenteilen aus Spezialschaumkern und dem davon unabhängigen Hubdach von Koch-Lagertechnik.

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Um das Entweichen der warmen Luft aus der Halle und auch nach oben möglichst zu verhindern, hat Porta Möbel die Torabdichtung mit zwei Lagen von 3 mm starkem Material und Extraeinschnitten an den Ecken geordert. Die Schürzen sind im Abstand von 20 cm senkrecht versetzt geschlitzt und drücken sich dadurch und auch wegen ihres höheren Gewichts besonders gut an das jeweilige Fahrzeugdach an. Dies hält zudem Wind und Regen optimal ab, schützt so die Ware vor Nässe und das Personal vor Zugluft.

Assa Abloy Entrance Systems hat seine meistverkaufte hydraulische Überladebrücke mit Vorschub komplett überarbeitet, an die Bedürfnisse der Kunden angepasst und sowohl die Sicherheit und Effizienz als auch die Nutzerfreundlichkeit gesteigert. Wie das Unternehmen betont, wurde „das Konzept der beliebten hydraulischen Überladebrücken mit Vorschub beibehalten, doch die neuen Teledocks sind nun noch robuster, zuverlässiger und sicherer“.

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Vielseitige Kissentorabdichtung

( Bild: Assa Abloy )

Mit der neuen Kissentorabdichtung für Transporter unterstützt Assa Abloy Entrance Systems den Verladeprozess in Paketverladezentren und steigert dort Effizienz, Sicherheit und Zuverlässigkeit. Die Torabdichtung findet an Verladestationen Anwendung, bei denen in der Regel reine Handarbeit genutzt wird, um den Transporter zu beladen. Damit Zugluft vermieden wird und keine warme Luft in den Verladestationen entweichen kann, schließt die Kissentorabdichtung genau mit dem Fahrzeug ab. Dadurch kann Energie für Heizkosten gespart werden und das Arbeitsklima ist für das Personal deutlich angenehmer. Die Torabdichtung lässt sich auch in Vertriebszentren mit Ladestationen für große Langstrecken-Lkw und angrenzenden kleineren Ladestationen einsetzen; so lassen sich auch Pakete von großen zu kleinen Fahrzeugen effizient und geschützt verteilen. Zudem wird auch die Sicherheit beim händischen Verladen der Pakete durch Kissentorabdichtungen gesteigert. Denn diese dichten den Übergang zwischen Fahrzeug und Gebäude ab und schützen vor Temperaturunterschieden, Regen, Schnee und Nässe.

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Die Funktionalität einer Überladebrücke ist ausschlaggebend für einen reibungslosen Verladeprozess. Daher sind die Komponenten der neuen Teledocks noch strapazierfähiger und halten auch starken Belastungen problemlos stand. Die neue Teledock-Serie Assa Abloy DL6120 verfügt über eine größere Auflagefläche des Vorschubs; da die Überladebrücke somit exakter auf der Ladefläche platziert werden kann, wird die Verladung optimiert. Zudem können Gabelstapler aufgrund der größeren Kontaktfläche die Lkw sicherer und schneller be- und entladen.

Das neue Teledock ist mit besonders massiven vorderen Stützen ausgestattet. Auch die Hydraulikzylinder verfügen über eine verstärkte Aufnahme und die Vorschublippe bietet eine exzellente Gleitführung, wodurch sich die Brücke reibungslos und sehr sicher steuern lässt. Mit dem intuitiven Steuerungssystem lassen sich Überladebrücke, Torabdichtung und Verladetor steuern. Durch die vereinfachte Bedienung mit nur einem Gerät wird der Verladevorgang beschleunigt und sicherer, da es zu keinen Fehlkommunikationen kommen kann.

Einfahrhilfen verhindern Anfahrschäden

„Bereits seit 1978 entwirft und konstruiert die Firma Brühl Einfahrhilfen für Lkw“, erläutert Eberhard Brühl, Geschäftsführer der Brühl Verladetechnik. „Erstmals haben wir dieses System bei der Badenhop Fleischwerke GmbH, Verden, installiert“, so Brühl. „Zu diesem Zeitpunkt hatten wir als erster Lieferant feuerverzinkte Ladebrücken für 6000 und 10.000 kg mit statischem Nachweis vom Kurt-Risch-Institut, Hannover, auf dem deutschen Markt verbaut.“

Einfahrhilfen haben die Funktion einer Zwangsführung der Lkw-Hinterachse. Hierdurch werden Anfahrschäden an Gebäude und Lkw vermieden. „Durch unser patentiertes Verfahren ermöglichen wir optional die kostengünstigere und robustere Befestigung auf Beton, ohne kostenintensive Kernbohrungen“, wie Brühl betont.

Zum Produktportfolio von Brühl zählen beispielsweise auch aufblasbare Torabdichtungen (Luftsäcke aus hochfrequenzverschweißtem Polyamidgewebe), die sich den unterschiedlichen Lkw-Größen optimal anpassen. Die Abdichtungen sind besonders geeignet für temperaturgeführte Lebensmittel oder bei beheizten Lagerhallen. Die Abdichtung wird durch ein elektrisches Gebläse mit Luft gefüllt und schmiegt sich erst nach dem Andocken an die jeweiligen Lkw-Aufbauten an. Hierdurch entsteht eine optimale Abdichtung zwischen Gebäude und Lkw. ■

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Elektronische Andockhilfe

( Bild: Hörmann )

Zum Beschleunigen von Andockvorgängen hat Hörmann ein weiteres, universell einsetzbares Andock-Unterstützungssystem mit der Bezeichnung „DAP“ entwickelt. Die Lösung kann mit dem Hörmann-Radkeil „WSPG“ kombiniert werden, funktioniert aber auch unabhängig. Elektronische Andockhilfen unterstützen den Fahrer mithilfe von Signalleuchten beim Heranfahren an die Verladestation. Durch die optische Unterstützung kann der Lkw präzise, sicher und schnell andocken, ohne dass der Fahrer beim Rangieren aussteigen muss. Neben dem Sicherheits-, Zeit- und Komfortgewinn verringert sich die Gefahr von Beschädigungen an der Rampe erheblich. Die Lichtschranken sind seitlich an der Verladestelle auf einem robusten Montagearm angeordnet. Sobald der Lkw den Schaltbereich der ersten Lichtschranke erreicht, schaltet das LED-Signal von Grün auf Gelb. Beim Erreichen der zweiten Lichtschranke wechselt die Farbe von Gelb auf Rot. Beim Einsatz von nur einer Lichtschranke wechselt die Farbe direkt von Grün zu Rot. Solange das Tor geöffnet ist, leuchtet das rote Signal. Erst wenn das Tor nach erfolgter Verladung geschlossen ist oder eine angeschlossene Radblockierung entfernt wurde, erhält der Fahrer das grüne Signal mit der Wegfahrerlaubnis.

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