Unfallverhütung Drum prüfe, wer sich bindet!

Nicht jedem Unternehmer oder Betriebsleiter ist klar, dass sämtliche Lastaufnahmemittel und Hebezeuge regelmäßigen, vom Gesetzgeber vorgeschriebenen Sicherheitsüberprüfungen unterzogen werden müssen. Hand aufs Herz: Wann wurden in Ihrem Betrieb die Anschlagmittel und Hebezeuge gemäß der gültigen Unfallverhütungsvorschriften das letzte Mal geprüft?

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Schäkel (1 t Tragfähigkeit) und Bolzen sind an der Berührungsstelle zur Lastaufnahme stark verschlissen, daraus resultiert die Verformung beider Teile.
Schäkel (1 t Tragfähigkeit) und Bolzen sind an der Berührungsstelle zur Lastaufnahme stark verschlissen, daraus resultiert die Verformung beider Teile.
(Bild: Heidkamp)

„Tatsächlich sind heute mehrere Vorschriften sowie Verordnungen zu beachten, die das mindestens jährliche Prüfen von Hebezeugen sowie Anschlag- und Lastaufnahmemitteln erfordern – zum Beispiel die der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) oder die Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV)“, so Kai Schmalenberg, Geschäftsführer der Firma HEIDKAMP Hebezeuge aus dem nordrhein-westfälischen Heiligenhaus.

Personensicherheit an erster Stelle

Der Gesetzgeber setzt dabei auf variable Prüfintervalle, in denen bestimmte Prüflinge je nach technischer Ausführung, mechanischer Belastung und Nutzungsdauer auch häufiger als einmal pro Jahr geprüft werden sollten. Die rechtlichen Folgen, die sich aus Unkenntnis oder der Missachtung von Sicherheitsvorschriften ergeben können, reichen von empfindlichen Geldbußen oder Freiheitsstrafen bis hin zu Einschränkungen bei den Leistungen der Versicherer. Doch unabhängig von diesen Faktoren sollte bei Prüfungen stets die Sicherheit der eigenen Mitarbeiter im Vordergrund stehen.

Für Betriebe, die eine große Anzahl von Hebezeugen, Anschlag- oder Lastaufnahmemitteln zu prüfen haben, können die Sicherheitsprüfungen zu einer besonderen Herausforderung werden. Da viele Unternehmen weder über notwendige Prüfstände noch über entsprechende Fachleute mit nachgewiesener Sachkunde verfügen, hat die Firma HEIDKAMP in ihrem Schulungszentrum eigene Mitarbeiter zu Prüf- und Servicefachkräften weitergebildet. Aktuell sind sechs erfahrene Serviceteams bundesweit mit Prüf- und Servicemobilen unterwegs und bieten in Betrieben aller Branchen einen kompletten sicherheitstechnischen Service.

Flexibel dank mobiler Prüfstände

Die Prüf- und Servicemobile des Unternehmens wurden dazu mit verschiedenen transportablen Prüfständen ausgestattet und erlauben neben Zug- und Druckprüfungen auch die für Anschlagketten in mindestens dreijährigen Intervallen notwendige Prüfung auf Rissfreiheit mit der so genannten Flux- beziehungsweise Belastungsprüfung.

Außer diesen wichtigen Prüfungen kümmern sich die Servicemitarbeiter von HEIDKAMP um eine möglichst sofortige Vor-Ort-Instandsetzung, den Austausch von Prüflingen sowie die entsprechend notwendige Dokumentation aller Ergebnisse und Vorgänge im Rahmen eines Prüfberichtes. Denn auch die umfassende Dokumentation aller Prüfergebnisse wird in den Vorschriften geregelt.

Nachweis für den Fall der Fälle

Alle Ergebnisse sind im Rahmen der zehnjährigen Dokumentationspflicht aufzuzeichnen und den Behörden auf Wunsch zur Verfügung zu stellen. Die Prüfberichte dienen im Schadensfall auch dazu, gegenüber Versicherungen oder der Berufsgenossenschaft einen Nachweis über den sicheren und ordnungsgemäßen Umgang mit Hebezeugen sowie Anschlag- oder Lastaufnahmemitteln zu erbringen.

Gerätehaken 1,5 t: durch Überlastung aufgebogen und verdreht.
Gerätehaken 1,5 t: durch Überlastung aufgebogen und verdreht.
(Bild: Heidkamp)

Vielerorts werden Hebezeuge oder Anschlagmittel erst dann getauscht, wenn diese nicht mehr zu benutzen sind. Dabei sind die Gründe für Schäden an defekten Prüflingen nicht zwangsläufig Überlastung oder eine unsachgemäße Verwendung, denn auch der vorschriftsmäßige Einsatz kann auf Dauer zu hohem Verschleiß oder Abnutzung führen. Bei einer Weiterverwendung beschädigter oder verschlissener Lastaufnahmemittel oder Hebezeuge ist der innerbetriebliche Transport von schweren oder sperrigen Gütern ein waghalsiges Spiel mit der Sicherheit der Belegschaft. Die regelmäßige Prüfung hilft dabei, Unfälle zu verhüten und den innerbetrieblichen Transport sicher zu gestalten.

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Über den Autor

Dipl.-Betriebswirt (FH) Bernd Maienschein

Dipl.-Betriebswirt (FH) Bernd Maienschein

Fachredakteur, Vogel Communications Group GmbH & Co. KG