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Fraunhofer-IML E-Base-4-Mobility-Forscher ist „German High Tech Champion 2014“

| Redakteur: Jürgen Schreier

Dipl.-Inf. Jens Schoneboom vom Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML wurde kürzlich offiziell als „German High Tech Champion“ des gleichnamigen Wettbewerbs der Fraunhofer-Gesellschaft ausgezeichnet. Den Preis hat der Wissenschaftler anlässlich der Messe SITL Europe in Paris in der Deutschen Botschaft entgegen genommen.

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Jens Schoneboom (Mitte) und sein Team bei der Preisverleihung in Paris.
Jens Schoneboom (Mitte) und sein Team bei der Preisverleihung in Paris.
(Bild: Fraunhofer-IML)

Das Thema des GHTC – the German High Tech Champions Award 2014 lautete „Urban Distribution“. Jens Schoneboom, der zum Team Verkehrslogistik des Fraunhofer-IML gehört, erhielt den Preis für seine Arbeit im Verbundprojekt E-Base-4-Mobility des Effizienzcluster Logistik Ruhr.

Die E-Base-4-Mobility-Forscher haben in ihrem Projekt ein marktreifes Shared-Space-Konzept für ein multifunktionales vollautomatisches Innenstadt-Parkhaus entwickelt. Die E-Base dient tagsüber als Parkraum und nachts als Umschlagbasis für innerstädtische Wirtschaftsverkehre.

E-Base macht Belieferung in der Stadt leiser und sauberer

Die hohe Flexibilität des 24-Stunden-Parkhauses erlaubt bei Bedarf auch einen Parallelbetrieb von Park- und Lager- oder Umschlagfunktion. „Damit wird die Infrastruktur in den Dimensionen Raum und Zeit optimal genutzt“, erläutert Preisträger Jens Schoneboom.

Gleichzeitig beinhaltet das Konzept die Voraussetzungen für eine verstärkte Nutzung von Elektromobilität im städtischen Lieferverkehr: Die E-Base besitzt eine Ladeinfrastruktur zur Ladung von E-Fahrzeugen, die jedem Fahrzeug zur Verfügung steht. Das aufwändige Suchen nach Parkplätzen mit Ladesäulen entfällt damit.

Die E-Base leistet einen wesentlichen Beitrag zur Sicherung der urbanen Versorgung. Denn die Belieferung von Handelsfilialen und Konsumenten mit Lebensmitteln und Konsumgütern hat sich in den vergangenen Jahren stark verändert: Kleinteiligere Sendungen in höherer Frequenz sind an der Tagesordnung. Die Folge sind überlastete Straßen und steigende Lärm- und Schadstoffemissionen. Durch die Bündelung von Warenströmen und die Auslieferung in den Nachtstunden ermöglicht die E-Base nun eine Konsolidierung der städtischen Versorgung.

E-Base-Konzept für Parkhausbetreiber ebenso attraktiv wie für KEP-Dieste

Das Forschungsprojekt wurde bereits 2013 abgeschlossen. Derzeit werden Gespräche mit potenziellen Anwendern geführt. Das Konzept ist für Parkhausbetreiber ebenso attraktiv wie für Kurier-, Express- und Paketdienste (KEP). Betreiber einer E-Base können die Wirtschaftlichkeit von Parkhäusern durch die kontinuierliche Auslastung steigern. KEP-Dienstleister wiederum erzielen über Zufahrtserlaubnisse Wettbewerbsvorteile und verbessern durch den Einsatz von Elektrofahrzeugen in der Zustellung ihre Umweltbilanz.

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