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Picksysteme Eidgenossen picken dynamisch aus dem Hochregal

| Redakteur: Robert Weber

Der Logistikdienstleister Lagerhäuser Aarau zählt zu den großen Kontraktlogistikern in der Schweiz. Das Unternehmen investiert seit Jahren kontinuierlich in seine Intralogistik und geht beim Picken auch mal ungewöhnliche Wege. Der Erfolg gibt den Logistikexperten recht.

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Vorhang auf und zu: Die Mitarbeiter des Schweizer Logistikdienstleisters picken direkt aus dem Hochregallager. So schafft das Unternehmen 1000 Kommissionierplätze. (Bild: Weber)
Vorhang auf und zu: Die Mitarbeiter des Schweizer Logistikdienstleisters picken direkt aus dem Hochregallager. So schafft das Unternehmen 1000 Kommissionierplätze. (Bild: Weber)

Wer hat´s erfunden? Die Schweizer, heißt es in einem bekannten Werbespot für Schweizer Kräuterlutschbonbons. Ob der eidgenössische Logistikdienstleister Lagerhäuser Aarau das dynamische Picken aus dem Hochregal (HRL) ebenfalls erfunden hat, ist offen. Mir ist ein ähnlicher Prozess allerdings nicht bekannt. Und noch etwas spricht für die Tüftler. Immerhin werden auch Ricola-Bonbons aus dem HRL kommissioniert.

Kommissionieren aus dem Hochregal vermeidet Fußwege und Verschleiß

Die Idee zum Picken aus dem Hochregal ist nicht neu für die Schweizer. Vor zwölf Jahren startete der Logistikdienstleister in seinem Westfalia-Hochregal erstmals das direkte Kommissionieren im Hochregal.

Die Idee klingt einfach. Das Regalbediengerät lagert die Palette wie gewohnt aus und fährt zu einem vordefinierten Kommissionierplatz. Dort öffnet sich ein Gitter und das Regalbediengerät schiebt die Palette auf den vordefinierten Platz. Der Mitarbeiter kann dann die Kommissionierung starten.

Der Kommissionierer wird systemgeführt zur Palette geleitet, meldet sich mit dem Scanner an, bekommt die Pick-Menge mitgeteilt, bestätigt diese und führt dann eine Restmengenzählung durch. Ja, in der Schweiz wird nachgezählt, was noch auf Lager ist. Unnötige Fußwege und Verschleiß an der Technik werden vermieden, heißt es bei den Eidgenossen.

Dynamisches Picken auch im zweiten Hochregallager implementiert

Die Verantwortlichen waren von dem etablierten Prozess so überzeugt, dass sie auch in ihrem zweiten Hochregal, diesmal von Jungheinrich, das dynamische Picken implementierten. Vor vier Jahren startete das Hochregal seinen Betrieb und lieferte dem Dienstleister 1000 Kommissionierplätze.

Anstatt Gitter trennen helle Tore die Kommissionierzone vom Regalbediengerät ab. Die Schiebetore reflektieren gleichzeitig das Licht im Lager. Das war dem Unternehmen sehr wichtig, denn die Mitarbeiter brauchen bei der Arbeit gute Lichtbedingungen, um richtig zu picken und Augenschädigungen vorzubeugen, denn im Hochregal ist es überlicherweise dunkler als in einer klassischen Kommissionierzone.

Logistikdienstleister gewinnt an Flexibilität im Lager

Darüber hinaus dämpfen die modernen Tore den Schall vom Regalbediengerät. Die Mitarbeiter honorieren die Investitionen. Sie seien sehr zufrieden, berichtet das Unternehmen. Und auch der Logistikdienstleister profitiert. Er gewinnt Flexibilität im Lageralltag.

Lagerhäuser Aarau gehört zu den großen Logistikdienstleistern zwischen Bern und dem Comer See. Das Unternehmen arbeitet unter anderem für Coca-Cola, Ricola, Nestlé und Lindt. Die Schweizer bewirtschaftet eine eigene Lkw-Flotte und bietet neben der Kontraktlogistik auch Umzugsdienstleistungen an.

Mehr über die Lagerhäuser Aarau in unserer Bildergalerie

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