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Nachwuchs Ein Tag für die Logistik

| Redakteur: Robert Weber

Heute öffnen Autobauer, Süßigkeitenfabrikanten und Dienstleister ihre Hallen und gewähren Einblick in ihre Logistik. Die Branche kämpft immer noch mit Vorurteilen und Fachkräfte werden händeringend gesucht.

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Joachim Limberg, Raimund Klinkner und Thomas Wimmer wollen die Logistik in das Bewusstsein der Bevölkerung bringen (v.l.n.r.).
Joachim Limberg, Raimund Klinkner und Thomas Wimmer wollen die Logistik in das Bewusstsein der Bevölkerung bringen (v.l.n.r.).
(Bild: Thyssen-Krupp AG)

Die Initiatoren und Veranstalter des deutschlandweiten Tages der Logistik erwarten heute bei rund 380 Veranstaltungen bis zu 36.000 Teilnehmer, die einen Blick hinter die Kulissen der Logistik in Industrie, Handel und den Dienstleistungen werfen oder sich über die Angebote der Ausbildungs- und Studiengänge im Bereich Logistik informieren. Es ist der sechste Durchgang des Aktionstages, der seit 2008 stattfindet und sich seitdem zu einer zentralen Informationsplattform des Wirtschaftsbereichs entwickelt hat. Initiiert und koordiniert wird er von der Bundesvereinigung Logistik (BVL) e.V.

Logistiker erwirtschaften 225 Mrd. Euro Umsatz

„Es ist weitgehend unbekannt, dass die Logistik – gemessen am Umsatz – der drittgrößte Wirtschaftsbereich in Deutschland ist. Etwa die Hälfte der Leistung wird in den Logistikbereichen von Industrie und Handel erzeugt, die andere Hälfte bei den Logistikdienstleistern“, erklärt Prof. Raimund Klinkner, der Vorstandsvorsitzende der BVL, bei einer Pressekonferenz, die auf Einladung der Thyssen-Krupp AG in Essen stattfand. Mit 2,85 Mio. Beschäftigten erzielte der Wirtschaftsbereich im Jahr 2012 rund 225 Mrd. Euro Umsatz – ein Niveau, das 2013 voraussichtlich gehalten wird. Dabei bewegen sich die Logistiker in einem dynamischen Marktumfeld: schnellere Entwicklungszyklen, mehr Nischenprodukte, breitere und tiefere globale Netzwerke, mehr Vertriebskanäle mit deutlich stärkeren Differenzierungen prägen das Bild.

Joachim Limberg, Vorsitzender des Bereichsvorstands der Business Area Materials Services der Thyssen-Krupp AG, ging auf die Entwicklung aus unternehmerischer Sicht ein: „Logistik ist für Materials Services Kernkompetenz. Der anhaltende Outsourcing-Trend auf Kundenseite bietet unserem Unternehmen im Bereich der Werkstoffdienstleistungen große Wachstumschancen. Unsere Mitarbeiter, unsere flexiblen Systeme und unser integriertes Logistiknetzwerk sind entscheidende Wettbewerbsvorteile, um unsere Kunden in extrem kurzer Zeit zu bedienen. Dies pünktlich, vollständig, ohne Reklamationen und detailliert dokumentiert.“

„Die Logistik steht angesichts ihres eigenen stabilen Wachstums und der demografischen Entwicklung im Wettbewerb um die besten Köpfe“, ergänzte Klinkner. „Ich bin sicher, dass die Gespräche, Erlebnisse und Erfahrungen gute Argumente dafür liefern werden, dass sich junge Menschen für eine Tätigkeit in der Logistik entscheiden.“

Neue Jobs mit neuen Anforderungen

Die Arbeitsfelder im Bereich Logistik werden komplexer und erfordern eine gute Ausbildung, in vielen Fällen ein Studium. Die besten Chancen haben Absolventen der Logistikstudiengänge mit Schwerpunkten in den Bereichen Ingenieurwesen, IT und BWL. Persönliche Erfolgsfaktoren sind Analyse- und Entscheidungsstärke für die vielfältigen wechselnden Aufgaben. Dazu gehören auch Freude an Kommunikation und interkulturelle Kompetenz. Denn Arbeitsplätze in der Logistik sind oft an der Schnittstelle zu anderen internationalen Märkten angesiedelt. Häufig ergeben sich dabei Chancen, auch im Ausland eingesetzt zu werden.

Dabei geht es um die Beschaffung und Bereitstellung von Waren, um die Steuerung von Produktion und Montage und um die Versorgung des Handels. Fachleute für Einkauf und Logistik, Supply-Chain-Manager, Verkehrsfachwirte, Warehouse-Manager oder Foreign-Trade-Manager tummeln sich an den weltweiten Schauplätzen. Zahlreiche Universitäten und Fachhochschulen bieten akademische Studiengänge mit den Abschlüssen als Bachelor oder Master an.

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