Palettenmanagement Eines schönen Tages war sie da – die RFID-Holzpalette

Redakteur: Robert Weber

Während Verbandsmanager und Journalisten über die Intelligenz in der Holzpalette philosophieren, können Fachbesucher am Messestand von Falkenhahn die Tags schon scannen. Mit zwei Partnern haben die Palettenexperten die RFID-Technik ins Holz gebracht – trotz Feuchtigkeit und Nägeln. Die Logistikwirtschaft wird es freuen.

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Eine Holzpalette mit RFID? Falkenhahn hat viel Entwicklungsarbeit in das Produkt gesteckt und präsentierte die Palette auf der Fachpack.
Eine Holzpalette mit RFID? Falkenhahn hat viel Entwicklungsarbeit in das Produkt gesteckt und präsentierte die Palette auf der Fachpack.
(Bild: Falkenhahn)

„Eines schönen Tages werden wir Intelligenz in Holzkisten oder Paletten bekommen.“ Im gleichen Augenblick, als Joachim Hasdenteufel, Vorsitzender des Bundesverbands Holzpackmittel, Paletten und Exportverpackungen (HPE), gegenüber dieser Redaktion in einem Pressegespräch seine Einschätzungen abgab, scannten drei Etagen tiefer in den Nürnberger Messehallen Mitarbeiter der Falkenhahn AG munter mit ihren Handhelds RFID-Tags in einer Holzpalette. Von wegen eines Tages, werden die sich gedacht haben – wir haben die Intelligenz schon jetzt.

Thüringer Entwicklung mit Hilfe aus dem Ruhrgebiet

Die Erfindung aus Thüringen zählte aus logistischer Perspektive zu den Höhepunkten der Fachpack 2012 in Nürnberg. Das Produkt ist allerdings nicht ausschließlich eine Lösung aus Thüringen. Auch Experten aus Nordrhein-Westfalen vom Institut für Distributions- und Handelslogistik aus Dortmund sowie Sensorexperten von Sentronik, Kamen, ergänzten das Entwicklerteam. Doch was kann die neue Palette?

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Der Einsatz der RFID-Palette ermöglicht die automatisierte Erfassung von Palette und Ware und somit eine automatische Warenbestandsverwaltung per Knopfdruck – ohne Sichtkontakt zwischen Datenträger und Lesegerät – und zwar mit einer Reichweite von bis zu 5 m. Da die manuelle Erfassung entfällt und so die Inventur stark vereinfacht wird, ergeben sich deutliche Effizienzsteigerungen und somit auch Kosteneinsparungen, versichert Falkenhahn.

Einzige Voraussetzung für eine einwandfreie Abwicklung ist, dass die Palette mit der Ware „verheiratet“ ist, dass also die Ware eindeutig der Palette zugeordnet wurde. Ein weiterer Vorteil für den Anwender ist die papierlose Wareneingangskontrolle – Lieferscheine gehören damit der Vergangenheit an. Vorteil für den Gefahrgutbereich ist, dass nicht jeder Lieferung sämtliche Begleitdokumente beigefügt werden müssen, da diese zentral hinterlegt und jederzeit abrufbar sind.

Mit der RFID-Palette können auch Fehlverladungen erkannt und vor dem Transport korrigiert werden. Das bedeutet: Die richtige Ware verlässt zur richtigen Zeit in gewünschter Menge den Lagerort. Dies spart sowohl unnötige Transportkosten als auch Lieferverzögerungen und vermeidet Kundenbeschwerden.

Und nicht zuletzt erleichtert die RFID-Palette die Betriebsabläufe beim Prinzip der chaotischen (dynamischen) Lagerhaltung, da zukünftig Paletten und Waren schneller gefunden und zugeordnet werden können, argumentiert Falkenhahn.

Gleichzeitig will das Unternehmen mit der Beschädigungs- und Verschmutzungsresistenz durch den innen liegenden Transponder Kunden gewinnen. Auch die Lesbarkeit während des Transports auf Gabelstaplern und von mehreren Pulks gleichzeitig soll Logistiker überzeugen. In verschiedensten Praxistests wurde zudem die Belastungsfähigkeit der RFID-Palette und des Transponders getestet.Ergebnis: Die Technik hält extremen Belastungen stand.

Apropos Belastungen: Ein Problem bei Paletten mit RFID war in der Vergangenheit oft die Feuchtigkeit. Vor allem Retailer klagten darüber oft ihr Leid, denn durch die Einwirkung von außen sank die Transponderleistung. Einfache Lösung: Man erhöht die Leistung? Nein, denn im Trockenen wird dann die Reichweite zu groß. Die Wissenschaftler vom IDH entwickelten deshalb zusammen mit Falkenhahn ein spezielles Gehäuse, um eine gleichbleibende Reichweite sicherzustellen. Zweite Herausforderung: die Nägel. Auch sie können störend wirken. Deshalb wurde die Technik mittig angebracht und der Abstand zu den Nägeln erhöht, um die Sendeleistung nicht zu beeinträchtigen.

Das klingt alles aufwendig und teuer. Falkenhahn verlangt 1 Euro Aufpreis pro Palette, heißt es am Messestand, und sieht seine Produkte im Einsatz im Hochregallager oder der Intralogistik – aber auch bei Unternehmen mit Filialwarenlager, um die Warenströme besser verteilen zu können.

Die Verpackungsspezialisten sind sich bei Asien wieder einig

Vielleicht auch in Indien, Arabien und dem asiatischen Raum, denn laut Falkenhahn waren zahlreiche internationale Messebesucher von der Lösung aus der Rhön angetan. Spätestens an diesem Punkt treffen sich dann wieder die Verbandsmanager vom HPE und die Entwickler aus Geisa, denn der asiatische Raum wird zunehmend wichtiger für die Unternehmen des HPE und deren Auftraggeber.

Mittlerweile haben sich sogar zwei größere Verpackungsunternehmen in China angesiedelt. „Wir werden in den nächsten Monaten erstmals eine Auditierung nach HPE-Standard in Shanghai durchführen“, erklärte Joachim Hasdenteufel stolz der Öffentlichkeit. Die Verpackungsrichtlinien des HPE seien heute sogar schon fester Bestandteil von Verträgen auch zwischen chinesischen Unternehmen, heißt es.

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