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Konjunktur Einkäuferindex stört Aufschwungshoffnungen

| Redakteur: Stéphane Itasse

Die deutsche Industrie hat ihre Talfahrt im Dezember 2012 fortgesetzt. Sowohl das Produktionsvolumen als auch der Auftragseingang nahmen weiter ab; die Rate der Neuaufträge fiel auf ein Vier-Monatstief. Das zeigt der saisonbereinigte Markit/BME-Einkaufsmanagerindex, der sich gegenüber November um 0,8 Punkte auf 46,0 verschlechterte, wie der Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik am Dienstag mitteilt.

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Laut Einkaufsmanagerindex leeren die Unternehmen ihre Lager zusehends.
Laut Einkaufsmanagerindex leeren die Unternehmen ihre Lager zusehends.
(Bild: HHLA)

Damit liege der Konjunktur-Frühindikator nun schon den zehnten Monat in Folge unter der Grenze von 50, ab der Wachstum signalisiert wird. „Der deutschen Industrie fällt es zunehmend schwerer, in die Erfolgsspur zurückzufinden. Der aktuelle Einkaufsmanagerindex dämpft die Hoffnungen, dass die Wirtschaft schnell wieder Tritt fasst“, sagte BME-Hauptgeschäftsführer Dr. Holger Hildebrandt in Frankfurt am Main.

China und USA könnten für Erholung der Konjunktur sorgen

„Zum Jahresende neigte der Einkaufsmanagerindex noch einmal zur Schwäche, nachdem sich bereits im Vormonat eine Stabilisierung abzeichnete. Die Hoffnungen auf eine nachhaltige Aufwärtsbewegung sollten allerdings noch nicht aufgegeben werden. Denn die Länder, die den weltweiten Konjunkturzyklus antreiben, senden bereits eindeutige positive Signale“, meinte Dr. Gertrud R. Traud, Chefvolkswirtin der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba). Dazu zähle insbesondere China; aber auch die USA warteten mit einer Erholung auf. Damit sei die Wahrscheinlichkeit hoch, dass auch der deutsche Einkaufsmanagerindex im neuen Jahr zurück in den Wachstumsbereich einschwenken werde.

Nach Einschätzung von Alexander Schumann, Chefvolkswirt des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), „wirkt die Konjunkturdelle vom Jahresende 2012 noch nach. Europa schwächelt, das lässt die deutsche Industrie nicht unbeeindruckt.“ Erfreulich sei, dass in wichtigen Weltmärkten die wirtschaftliche Dynamik wieder zunimmt, was der Export-Teilindikator des Einkaufsmanagerindex deutlich widerspiegelt.

Schwache Nachfrage und Verunsicherung der Unternehmen drücken Einkaufsmanagerindex

Der anhaltende Negativtrend des Einkaufsmanagerindex ist Resultat der schwachen Nachfrage, heißt es in der BME-Mitteilung, sowie der Verunsicherung der Wirtschaft über den weiteren Konjunkturverlauf. Der Dezember-Wert entspreche dabei annähernd dem Durchschnitt der aktuellen Negativphase, der im vierten Quartal 2012 bei insgesamt 46,3 gelegen habe. Zum Vergleich: Im dritten Quartal seien es sogar nur 45,0 gewesen. Dies zeige, dass sich der Abwärtstrend zum Ende des vergangenen Jahres verlangsamt hat.

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