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Konjunktur Einkaufsmanager sehen Ende des Aufschwungs

| Redakteur: Stéphane Itasse

Der Konjunkturmotor der deutschen Industrie ist im Juli ins Stottern geraten. Mit 52,0 (Vormonat: 54,6) Punkten setzte der Markit/BME-Einkaufsmanager-Index den Abwärtstrend der vergangenen acht Wochen fort und notierte auf dem niedrigsten Stand seit Oktober 2009 (51,0), wie der Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V. (BME) am Donnerstag in Frankfurt am Main mitteilt.

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Nach Ansicht der deutschen Einkaufsmanager steuert die Konjunktur in ruhigeres Fahrwasser. (Bild: Hapag-LLoyd)
Nach Ansicht der deutschen Einkaufsmanager steuert die Konjunktur in ruhigeres Fahrwasser. (Bild: Hapag-LLoyd)

Der Konjunktur-Frühindikator lag damit mehr als zehn Zähler unter dem Allzeithoch vom Februar dieses Jahres (62,7), heißt es weiter. Gleichwohl hält sich der Einkaufsmanagerindex seit 21 Monaten über der Marke von 50 Punkten. Ab dieser Schwelle wird Wachstum signalisiert.

Auftragseingänge wieder rückläufig

Mit dem ersten Auftragsrückgang unter die magische 50-Punkte-Schwelle seit Juni 2009 (47,4 im Juli nach 51,5 im Vormonat) verlangsamte sich auch der Produktionsausstoß auf ein Zwei-Jahrestief. Der Teilindex Leistung fiel im Berichtsmonat auf 51,8 nach zuvor 55,5, wobei bereits seit Mai dieses Jahres eine nachlassende Dynamik zu beobachten war. Während die Vorleistungsgüterindustrie weiter von Steigerungen berichtete, ging die Industrieproduktion im Investitions- und Konsumgüterbereich leicht zurück.

„Hauptursache für diesen Negativtrend ist das schwindende Vertrauen der Kunden in die eigene Geschäftsentwicklung. Angesichts der differenzierten globalen Konjunkturentwicklung tätigen viele Unternehmen ihre Investitionen vorsichtiger oder verschieben sie auf später“, sagte BME-Hauptgeschäftsführer Dr. Holger Hildebrandt.

Einkaufsmanagerindex zeigt Entspannung bei den Preisen

„Den aktuellen EMI-Daten zufolge ist die Party in der deutschen Industrie vorbei. Zwar zeigt der Index mit einem Stand oberhalb von 50 immer noch Expansion an, allerdings ist die Verlangsamung sehr deutlich zu spüren“, erläuterte Dr. Gertrud R. Traud, Chefvolkswirtin der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba).

Der Arbeitsmarkt als nachlaufender Indikator sei aber weiter im Aufwind. So sollten selbst bei einem deutlich niedrigen Wachstum von nur noch 1,8% im kommenden Jahr nach 3,2% in diesem Jahr weitere Arbeitsplätze geschaffen werden. Engpassfaktor bei der Einstellung sei nicht die mangelnde Nachfrage, sondern der Fachkräftemangel.

Auf der Preisseite zeige sich laut EMI eine deutlich Entspannung – und das sowohl bei den Einkaufspreisen als auch bei den Verkaufspreisen. Traud: „In diesem Umfeld gibt es keine Gründe mehr für die EZB, die Leitzinsen weiter zu erhöhen.“

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