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Konjunktur Einkaufsmanager sehen Rezession

| Redakteur: Stéphane Itasse

Nach Ansicht der deutschen Einkaufsmanager ist der Aufschwung vorbei. Nach fünf Monaten stetig nachlassender Dynamik ist die Industrie im Oktober erstmals seit zwei Jahren wieder leicht geschrumpft, wie der Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik (BME) e.V. am Freitag in Frankfurt am Main mitteilt.

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Alarmstufe rot heißt es derzeit nach Ansicht der Einkaufsmanager für die deutsche Konjunktur. (Bild: Werma Signaltechnik)
Alarmstufe rot heißt es derzeit nach Ansicht der Einkaufsmanager für die deutsche Konjunktur. (Bild: Werma Signaltechnik)

Das zeige der saisonbereinigte Markit/BME-Einkaufsmanager-Index, der im Vergleich zum September um 1,2 auf 49,1 Zähler sank und damit unter die Referenzlinie von 50 Punkten rutschte. Werte oberhalb dieser Schwelle signalisieren Wachstum, Werte darunter stehen für einen Abschwung. Tiefer hatte der Konjunktur-Frühindikator zuletzt im Juli 2009 notiert, wie der Verband berichtet.

Auftragseingang bei den Unternehmen unbefriedigend

Mit dem ersten, wenn auch geringfügigen, Produktionsrückgang habe im Oktober eine 27-monatige Phase kontinuierlicher Ausweitungen geendet. Ausschlaggebend hierfür sei der unbefriedigende Auftragseingang bei Global Playern und KMU. Der saisonbereinigte Teilindex Leistung notierte mit 49,7 (September: 52,0) Punkten auf dem tiefsten Stand seit Juni 2009, heißt es.

„Zurzeit ist viel Psychologie im Markt. Die meisten Unternehmen sind angesichts widersprüchlicher Konjunkturperspektiven verunsichert. Sie reagieren darauf, indem sie Lager abbauen und geplante Investitionsentscheidungen auf Eis legen“, sagte BME-Hauptgeschäftsführer Dr. Holger Hildebrandt. „Der Einkaufsmanagerindex zeigt: Die konjunkturelle Dynamik in Deutschland lässt nach. Das wird sich zur Jahreswende auch in den Wachstumsraten des Bruttoinlandsproduktes niederschlagen“, kommentierte Dr. Gertrud R. Traud, Chefvolkswirtin der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba), dem BME.

Deutsche Wirtschaft dürfte im Winterhalbjahr stagnieren

Eine Stagnation im Winterhalbjahr sei somit wahrscheinlich, eine tiefe Rezession lasse sich aus den jüngsten Einkaufmanagerindexzahlen aber nicht ableiten. Weiterhin erfreulich sei der Rückgang der Einkaufspreise. „Vor diesem Hintergrund ist auch die Zinssenkung der EZB zu rechtfertigen. In den nächsten Monaten wird die Inflation weiter zurückgehen“, meinte Traud.

Die Durststrecke sei vermutlich noch nicht vorbei; allerdings sollte berücksichtigt werden, auf welch hohem Niveau Deutschland derzeit eine konjunkturelle Delle durchlaufe. „Dies ist kein Grund zur Panik“, so Traud abschließend.

Teilindex Auftragseingang sinkt so stark wie lange nicht mehr

Der Teilindex Auftragseingang fiel laut BME zum vierten Mal in Folge unter die 50-Punkte-Marke. Nach immer höheren Verlusten in den vergangenen drei Monaten habe im Oktober mit 45,1 (September: 46,4) Punkten sogar der stärkste Rückgang seit Juni 2009 zu Buche estanden.

Die Exportbestellungen von Industrieerzeugnissen aus Deutschland seien so deutlich zurückgegangen wie seit knapp zweieinhalb Jahren nicht mehr. Ausbleibende Neuaufträge und zunehmende Überkapazitäten ließen den Auftragsbestand in der deutschen Industrie im Oktober sinken. Dieser Abwärtstrend sei zuletzt im Mai 2009 zu beobachten gewesen.

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