Verladetechnik Energieeffizienz ist auch beim Verladen angesagt

Redakteur: Volker Unruh

Verladestationen sind feste Bestandteile nicht nur von Logistikzentren. In den letzten Jahren hat sich bei diesen Systemen ein Trend entwickelt, der sich früher weitgehend auf temperaturgeführte Läger beschränkte: Betreiber legen zunehmend Wert auf die Energieeffizienz dieser Schnittstellen zwischen Halle und Lkw.

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Die Prognose ist eindeutig: „2009 wird ein spannendes Jahr“. Rüdiger Bierhenke, Verkaufsleiter für Industrietorsysteme und Verladetechnik bei der Hörmann KG, sieht, dass das, was sich quer durch die deutschen Wirtschafts- und Industrielandschaften zieht, auch vor seiner Branche nicht halt macht: „Die allgemeine Krise hat sicherlich das Marktvolumen verringert“, beschreibt der Fachmann die aktuelle Situation.

Logistik-Projekte liegen auf Eis

„Bei vielen Kunden liegen fertig geplante Bauvorhaben in der Schublade, mit der praktischen Umsetzung wird jedoch gezögert.“ Und obwohl das Anfragevolumen für Neubauten oder Erweiterungen nach wie vor groß ist, werden viele Projekte zurzeit verschoben oder ganz gestrichen. Einige Bereiche, so Bierhenke, seien beinahe zum Stillstand gekommen, während andere von der Krise weniger betroffen seien.

Erschwerend kommt dazu, dass einige Anbieter in dieser schwierigen Zeit ihr Heil am Markt mit Billigprodukten suchen, wie Rudi Tewes, Verkaufsleiter bei Meyer-Tonndorf besorgt beobachtet.

Krise hin, Abschwung her: Ob sich solche „Angebote“ aber tatsächlich im großen Stile am Markt durchsetzen, ist angesichts des Qualitätsbewusstseins der europäischen Kunden eher fraglich. Haben doch zahlreiche Untersuchungen in den letzten Jahren gezeigt, dass minderwertige, im Anschaffungspreis günstige Investitionsgüter hinsichtlich ihrer Lebensdauerkosten selten gut abschneiden.

Viele Unternehmen fassen nun auch die Folgekosten ins Auge

Wurden die Lebenshaltungskosten früher vor allem anhand der Parameter Wartung, Service, Verfügbarkeit und Ersatzteilwesen berechnet, so ist spätestens seit der Ölpreisexplosion vor zwei bis drei Jahren ein weiterer hinzugekommen, der inzwischen auch in der Verladetechnik immer häufiger nachgefragt wird: der Parameter Energieeffizienz!

Daran anlehnend sind Heizkosten derzeit das große Thema. Bierhenke: „Auch wenn die Energiekosten in der Krise moderat sind, schauen viele Unternehmen doch weiter und fassen die Folgekosten ins Auge.“ Viele Kunden fragen daher bereits gezielt nach Verladesystemen, die ihnen ein vernünftiges Energiesparpotenzial versprechen.

Verladesysteme für temperaturgeführte Läger auch für andere Anwendungen

Die Antworten darauf haben die führenden Anbieter natürlich schon längst in ihren Portfolios. Und immer öfter kommt es vor, dass Verladesysteme, die einst speziell für temperaturgeführte Läger entwickelt wurden, um eine Kühlkette nicht zu unterbrechen, nun auch in „normalen“ Verladebereichen eingesetzt werden.

Ein konkretes Beispiel dafür findet sich im sachsen-anhaltinischen Thalheim. Dort entstand 1999 mit Q-Cells das „Solar Valley“, wo hochwertige stromerzeugende Solarzellen für die Photovoltaikbranche entwickelt und hergestellt werden.

Solartechnik-Hersteller setzt auf energieeffizientes Verladesystem

Q-Cells, freut sich Harald Niessler, Verkaufsleiter der Crawford Hafa GmbH, entschied sich damals zur Installation des Verladesystems Crawford Hafa 624 Isodock. Ausschlaggebend war das Argument einer Energieeinsparung von rund 75% gegenüber einer Standard-Verladestelle.

Erreicht wird dieser Wert durch eine vollständige Isolierung der kompletten Verladestation mit Isopaneelen und „dem technischen Kniff, die Überladebrücke hinter das geschlossene Tor zu verbannen“, erklärt der Hafa-Verkaufsleiter. Die so genannten 542-Tore sind wärmegedämmt und erfüllen Niessler zufolge alle Anforderungen der europaweit gültigen EN 12428 für thermischen Widerstand.

Oberfeld- und Bodenfelddichtungen, Seiten- und Zwischendichtungen garantierten niedrige Energiekosten und verbesserten das Arbeitsumfeld für das Ladepersonal erheblich. Außen montierte Planen-Torabdichtungen mit integrierter Regenrinne für jede Verladestelle vervollständigen das Energiesparpaket.

An Verladebrücken sollten keine Wärmeverluste auftreten

Worauf es bei energiesparenden Verladesystemen ankommt, erklärt zusammenfassend Rüdiger Bierhenke: „An Tor und Verladebrücke sollen im geschlossenen Zustand möglichst geringe Wärmeverluste auftreten. Das lässt sich gut durch gedämmte Tore, von Hörmann zum Beispiel das SPU 40 oder das 80 mm starke DPU, lösen. Da die metallische Ladebrücke als Kältebrücke wirkt, sollte bereits bei der Planung von Neubauten darauf geachtet werden, dass das Tor vor der Ladebrücke schließt und somit die Gebäudehülle im geschlossenen Zustand tatsächlich geschlossen ist. Außerdem sollte im Tagesbetrieb Zugluft minimiert werden. Das lässt sich durch die Kombination eines Roll- oder Sektionaltores mit einem dahinter liegenden flexiblen Schnelllauftor oder mit einem Schnelllauftor mit Aluminium-Behang, wie dem HSS 6530 von Hörmann, lösen.“

Abgesehen von Konstruktion und Mechanik hat Crawford Hafa eine ganz andere Lösung für das Energie- und Effizienzproblem ausgemacht: die Verladestellenkoordination und -auslastung. „Bekanntlich will jeder Leiter eines Zentrallagers sein Budget erreichen und Umsatz machen“, umreißt Hermann Niessler den Ansatzpunkt dieser Lösung. Dies schaffe er aber nur, wenn er problemlos so viele Paletten wie möglich in sein Lager oder aus diesem herausbekomme.

Computer-Unterstützung erhöht Effizienz an der Rampe

Dabei unterstützt ihn das vor zwei Jahren entwickelte computergestützte Crawford Hafa Dock Management 101, indem es ihm die Zuordnung der Lkw an den Rampen erleichtert – offenbar mit Erfolg. Hendrik Müller, Produkt-Manager bei Crawford Hafa: „Einer unserer Kunden hat im zweiten Jahr die Effizienz an seiner Rampe noch mal um 25% steigern können.“

Die beste Konstruktion taugt nichts, wenn sie nicht zuverlässig funktioniert. „Jeder Lagerleiter hasst Ausfälle an einer Verladestelle“, stellt Hermann Niessler treffend fest und meint damit sicherlich nicht nur die monetären Verluste. Seinen Berechnungen zufolge können sich allein die Nebenkosten eines Ausfalles locker auf bis zu 1800 Euro summieren. Dazu zählt er:

  • Energieverluste bei offenstehendem Tor,
  • Wartezeiten der Lkw,
  • improvisierte Arbeiten im Lager,
  • Selbstreparatur-Versuche und
  • Prüfung und Buchung einer Servicerechnung.

Mit komplexen und teilweise umfassenden Serviceangeboten steuern die führenden Anbieter solchen Gräueln entgegen.

Verladetechnik-Anbieter bieten Service und Wartung zum Festpreis

„Wir empfehlen unseren Kunden, einen Service- und Wartungsvertrag abzuschließen, der die Wartung und eventuelle Reparaturen im Full-Service und zu einem Festpreis erledigt“, sagt Rüdiger Bierhenke. Auch Crawford Hafa und Meyer-Tonndorf bieten ein solches „Rundum-sorglos-Paket“ an. Im Rahmen dieser Verträge sind nicht nur die technisch erforderlichen Arbeiten inbegriffen, sondern auch die obligatorischen jährlichen Prüfungen für Tore und Verladetechnik, ohne die im Schadensfall der Versicherungsschutz verloren geht.

Crawford Hafa hat eigenen Angaben zufolge mit seinem Serviceangebot die Ausfälle bei Kunden messbar reduzieren können. Seit zwei Jahren werde genau Buch geführt: Danach seien 55% weniger Ausfälle im ersten Jahr nach der Wartung momentan Rekord, ebenso wie die 35% Ausfallrückgänge bei einem bundesweiten Rahmenvertrag im zweiten Vertragsjahr.

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