Industrietore Energiesparend, funktional und zuverlässig

Autor / Redakteur: Reinhard Irrgang / Dipl.-Betriebswirt (FH) Bernd Maienschein

Ein „Tor des Monats“ können wir zwar nicht bieten – dazu sind die hier vorgestellten Tore zu langlebig –, wohl aber eine Auswahl an aktuellen Industrietorlösungen für die unterschiedlichsten Einsätze. Unter anderem erfreuen sich Schnelllauf- und Sektionaltore der neuesten Generation starker Nachfrage.

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In dem aus neun Gebäuden bestehenden Komplex des neuen Kompetenzzentrums Motorsport von Audi sind insgesamt 57 Schnelllauftore installiert.
In dem aus neun Gebäuden bestehenden Komplex des neuen Kompetenzzentrums Motorsport von Audi sind insgesamt 57 Schnelllauftore installiert.
(Bild: Efaflex)

Audi hat sein neues Kompetenzzentrum-Motorsport in Neuburg an der Donau mit Schnelllauftoren von Efa-
flex ausgerüstet. „Audi ist ein Premiumhersteller, wir suchen daher ausschließlich Premiumhersteller für unsere Betriebsausrüstung“, so Walter Pregernigg, Fachprojektleiter bei Audi. In dem aus neun Gebäuden bestehenden Komplex sind insgesamt 57 Schnelllauftore der neuen Spiraltorgeneration EFA-SST montiert. Sie schließen die Hallen vom Wareneingang über die Produktion bis hin zur Ausfahrt auf die Strecke nach außen ab, dienen aber auch der Sicherung und teilweise besonders der Abschottung in der Fertigung. Pregernigg: „Viele der Tore sind aufgrund der Geheimhaltungsvorgaben kartenleser-gesteuert.“

Speziell entwickelte Torsteuerung für höchste Ansprüche

Für die meisten Tore gibt es eine von Efaflex und Audi speziell projektierte Sondersteuerung. So können die Tore zu Beginn mit einer Basissteuerung versehen und je nach Funktion und Einsatzbereich jederzeit mit jeglicher Art von Steuerung nachgerüstet werden.

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Mit Torblattgeschwindigkeiten von bis zu 4,0 m/s und Tortyp-bedingt mit einer extrem hohen Wärmedämmung nach DIN EN 13241-q von unter 2,0 W (m²·K) lassen die Tore besonders während der Heizperiode die Hallentemperatur weitgehend konstant. Die Lamellenstärke kann abhängig von der geforderten Wärmedämmung zwischen Profilstärken von 40, 60, 80 und 100 mm variiert werden; die Lamellenhöhe beträgt dabei einheitlich 225 mm. Zudem wurde eine überdurchschnittliche Windbelastbarkeit der Klasse 4 nach DIN EN 12424 nachgewiesen und die Dämmwerte gegen Schall „erfüllen hohe Verordnungen“. Wie Pregernigg zudem betont, „sind neben der hervorragenden Qualität der Tore Handling und Unterhalt problemlos“.

Verschleißarmer Bewegungsablauf für lange Lebensdauer

Das neue Spiralsektionaltor „Novospeed Thermo“ von Novoferm ist wegen seiner schnellen Öffnungs- und Schließzeiten von bis zu 1,1 m/s „ideal geeignet im Bereich hoch frequentierter Industrietore“. Die platzsparende Spiraltechnologie mit kreisförmiger Rundspirale ermöglicht die hohe Schnelligkeit, zugleich gewährleistet das berührungslose Aufwickeln der doppelwandigen Sektionen in der kompakten Spirale eine wartungsarme und extrem lange Lebensdauer ohne jeden Abrieb. Die integrierte Frequenzumrichter-Technologie sorgt für Tempo und sichert den sanften, verschleißarmen Bewegungsablauf.

„Dies prädestiniert das neue Tor vor allem für den Einsatz im Bereich hoch beanspruchter Industrietore, wie etwa in der Logistikbranche mit ihrem permanenten Warenumschlag“, wie Novoferm meldet. Mit seiner kompakten Bauweise eignet sich das Tor speziell auch für Räume mit geringen Einbautiefen. Und optional gibt es eine bis zu 1,5 m/s schnelle Ausführung als Sektionaltor mit waagerechter Laufschiene.

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Lösungen vom Marktführer
Spezielle Tore für professionellen Brandschutz

Industriebauten müssen gemäß DIN EN 18230-1 den Vorschriften des betrieblichen Brandschutzes gerecht werden. „Gerade in Industriebauten gibt es hinsichtlich der Größe der einzelnen Gebäudeabschnitte besondere Anforderungen an den Brandschutz, die während der Planung berücksichtigt werden müssen“, so Herbert Monitz, Verkaufsleiter Feuer- und Rauchschutz bei Hörmann. Hierzu zählen insbesondere Türen und Tore, die einzelne Gebäudeteile voneinander abtrennen oder als Gebäudeabschluss fungieren.

Feuerhemmende Stahltüren müssen nach DIN 4102-T5 oder nach der neuen Europanorm EN 1634-1 geprüft und bauaufsichtlich zugelassen werden. Je nach Risikosituation müssen feuerhemmende (T 30), hochfeuerhemmende (T 60) oder feuerbeständige (T 90) Türen eingesetzt werden. Die Zahl gibt die Zeit der Feuerwiderstandsfähigkeit des Bauelements in Minuten an.

Schutz durch Multifunktionstüren aus Stahl

Allerdings gewährleisten Feuerschutztüren nicht automatisch auch Rauchschutz. So müssen, wie Monitz betont, Türen mit Rauchschutzanforderungen mit einer Zusatzausstattung versehen und nach DIN 18095 oder DIN EN 1634-3 geprüft werden. Um allen Anforderungen gerecht zu werden, empfiehlt es sich, auf Multifunktionstüren aus Stahl zu setzen, die zudem auch den Anforderungen zur Schalldämmung und Einbruchshemmung gerecht werden. Für den Einsatz in Außenwänden als Gebäudeabschluss benötigen Brandschutztüren eine besondere allgemeine bauaufsichtliche Zulassung. Die H3 KT mit T-30-Anforderung wird zusätzlich auch mit der einbruchhemmenden Widerstandsklasse RC 2 und schalldämmend angeboten.

Für Bereiche wie den Übergang zwischen Produktion und Bürotrakt verfügen die Hörmann-STS-Stahltüren über ein flächenbündiges und stumpf einschlagendes Türblatt, sodass sie bündig mit der Zarge abschließen und mit der Wand eine planebene Fläche bilden.

Feuer- und Rauchschutz-Schiebetore schließen im Brandfall automatisch

Müssen Hallenabschnitte brandschutztechnisch voneinander abgetrennt werden, kommen Feuer- und Rauchschutz-Schiebetore zum Einsatz, zwischen denen nicht nur Personen, sondern auch Flurförderzeug- und Lkw-Verkehr herrscht. Je nach Ausführung können so Öffnungsgrößen bis zu 8,50 m Breite und 6 m Höhe erreicht werden. Im Brandfall schließt sich das Tor automatisch und gewährleistet den Brandschutz zwischen den Hallenabschnitten.

Ein ruhiges Laufverhalten, eine leichte manuelle Betätigung des Tores und die besonders gegen Beschädigungen unempfindliche Oberfläche „Pearlgrain“ zählen zu den Vorteilen der Feuerschutz-Schiebetore von Hörmann. Neben den sich zur Seite an der Hallenwand bewegenden ein- und zweiflügeligen Varianten können ebenfalls Teleskop-Ausführungen für Einbausituationen mit wenig Platz neben dem Tor eingesetzt werden.

Die Tore können mit dem Antrieb „Supramatic“ von Hörmann ausgestattet werden. Dieser ermöglicht ein schnelles Öffnen und Schließen im täglichen Betrieb und schließt, wie gesetzlich vorgeschrieben, das Tor im Brandfall mechanisch durch eingebaute Gewichte.

Mit seinen 40 mm starken ISO-Paneelen bietet Novospeed eine sehr gute Wärmedämmung. Die bis zu 5000 mm × 5000 mm großen Tore werden per Impulsöffnung und nachfolgende automatische Schließung gesteuert. Die in der Zarge integrierten, voreilenden Lichtschranken erkennen dabei Hindernisse ohne Berührung und gewährleisten bei Gefahr eine sofortige Bewegungsunterbrechung des Direktantriebs. Damit „erfolgt der Öffnungs- und Schließprozess zu jeder Zeit absolut kontrolliert und mit maximaler Sicherheit“.

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Zu den weiteren Neuheiten von Novoferm zählen die Novolux-Sektionaltore, die nun mit 60 mm starken, thermisch getrennten Alu-Paneelen erhältlich sind. Mit der standardmäßigen Dreifachverglasung mit thermisch getrennten Isolierungsprofilen bietet das Tor eine hervorragende Wärmedämmung, schalldämmende Eigenschaften, verhindert die Kondenswasserbildung und ist überall dort geeignet, „wo Licht, Sicht und konstantes Raumklima entscheidend sind“. „Mit dem neuen Sektionaltor Crawford OH1042 präsentieren wir unseren Kunden ein innovatives Torsystem, das sich nicht nur äußerlich abhebt, sondern auch leistungsfähiger und umweltfreundlicher als vergleichbare Sektionaltore ist“, so Henning Adams, Geschäftsführer des Produktbereichs Industrietore und Verladesysteme bei Assa Abloy Entrance Systems. „Da alle Bestandteile direkt bei uns produziert werden, garantieren wir unseren Kunden eine Toranlage, die perfekt auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten ist.“

Optimierte Sektionsübergänge und verstärkte Paneele

Mit dem in der Standardgröße 8000 mm breiten und 6000 mm hohen Tor mit 42 mm Paneelstärke und rautenförmiger Torblatt-Oberfläche wendet sich das Unternehmen an Industriebetriebe, die hohe Ansprüche an Technik, Belastbarkeit und Optik zugleich stellen. Durch eine neuartige Kombination aus optimierten Sektionsübergängen, die eine bessere Lastverteilung gewährleisten, und die verstärkten, widerstandsfähigen Paneele steigt die Lebensdauer der Tore. Diese sind zudem besonders widerstandsfähig gegenüber eindringendem Wasser, Windlasten und Luftdurchlässigkeit und daher auch für Einsätze an Standorten mit widrigen Witterungsbedingungen geeignet.

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Der Trick ist die Düse
Luftschottanlagen – energiesparend und effizient

Die Luftschottanlagen von Arwus reduzieren den Wärme- und Stoffaustausch. Sie sorgen für eine effiziente Reduzierung der abströmenden Warmluft im oberen Bereich eines Toreinganges und verhindern das Einströmen der Kaltluft im unteren Öffnungsbereich des Tores. Die Anlagen kommen unter anderem in der Kühl- und Tiefkühllogistik, auf Flughäfen, in der Automobilindustrie sowie in der Chemie- und Pharma-Industrie zum Einsatz. Kern der Anlagen ist die patentierte Luftschottdüse. Der darin erzeugte Luftstrahl sorgt für eine zuverlässige und effiziente Trennung unterschiedlich temperierter Bereiche.

Luftschottanlagen trennen unterschiedlich temperierte Bereiche

Die Luftschottanlagen kommen in drei Bereichen zum Einsatz. Beim Wärmeaustausch steht der zuverlässige Schutz vor Zugerscheinungen im Fokus und damit verbundene Energieeinsparungen in Kundenzonen. Anwendungsbereiche sind beispielsweise in Einkaufszentren, öffentlichen Gebäuden oder in der Industrie zu finden.

Während es beim Stoffaustausch vor allem um die Trennung unterschiedlicher Luftqualitäten geht, sorgen die Luftschottanlagen von Arwus beim Wärme- und Stoffaustausch für eine zuverlässige Trennung unterschiedlich temperierter Bereiche, wie beispielsweise in Kühlhäusern und Tiefkühlzellen. Germo Ritzmann, Geschäftsführer von Arwus, erläutert den Unterschied zu herkömmlichen Luftschleieranlagen. Diese werden in der Regel über der Tür montiert; dabei wird die Luft von oben nach unten geblasen und wirkt der einströmenden Kaltluft am Boden nur gering entgegen. Daher wird im Wesentlichen nur die einströmende Kaltluft erwärmt.

Ein Schwerpunkt ist der Einsatz an Tiefkühldurchgängen

Die Düsen der Arwus-Liftschottanlagen hingegen „stehen seitlich links und rechts am Durchgang und wirken den Austauschvorgängen an der Türöffnung gezielt entgegen: unten gegen die einströmende Kaltluft und oben der abströmenden Warmluft entgegen“, so Ritzmann. „Zusätzlich ist bei unseren Luftschottanlagen der trennende Luftstrahl wesentlich schmaler, die Ausblasgeschwindigkeit deutlich höher und damit die erreichbare Lauflänge des Strahles größer.“ Die patentierte Düse verhindert das Mitreißen von Umgebungsluft, was zu einer geringen Induktion führt. Vor allem an Durchgängen mit starkem Durchzug oder starken Austauschvorgängen erzeugen Luftschottanlagen eine deutliche Verbesserung.

Wie Ritzmann betont, bildet „vor allem der Einsatz an Tiefkühldurchgängen einen wesentlichen Schwerpunkt: Aufgrund der Überlagerung des Wärme- und Stoffaustausches ist die effiziente Abschottung sehr anspruchsvoll. Handelt es sich zusätzlich noch um ein inertisiertes Lager mit der Aufgabe, den Verlust des Inertgases bei offenen Toren zu verhindern, ist die patentierte Arwus-Technologie ihren Wettbewerbern bisher deutlich überlegen.“

Durch den Einbau verbesserter Abdichtungen und den Verzicht auf Kältebrücken in der Sektionskonstruktion verfügen die Tore über erhöhte Isoliereigenschaften und erzielen größere Energieeinsparungen. Das hochisolierte Schnelllauf-Rolltor des Typs „Albany RR3000 ISO“ von Assa Abloy Entrance Systems verbindet die hohe Geschwindigkeit eines Schnelllauf-Rolltores mit der sehr guten Wärmedämmeigenschaft eines Sektionaltores. Der Torbehang des bis zu 7000 mm hohen und 6000 mm breiten Tores besteht aus hochisolierenden, thermisch getrennten Sandwich-Lamellen. Der 50 mm dicke Schaumkern wird von Stahlblechschalen ummantelt, die Lamellen sind zudem thermisch getrennt, sodass ein „ausgezeichneter U-Wert (Wärmedurchgangskoeffizient) erreicht wird.“

Die Konstruktion des Tores kommt ohne Scharniere, Halterungen oder Rollen aus. Da die Lammellen berührungslos aufgerollt werden, ist das Tor gut für eine hohe Frequentierung geeignet und garantiert einen reibungslosen und verschleißarmen Betrieb rund um die Uhr. Auch bei Industriegebäuden steigt der Anspruch an eine repräsentative Architektur stetig. Die Fassadengestaltung bietet dazu inzwischen fast unbegrenzte Möglichkeiten. Butzbach ermöglicht mit seiner neuen Torvariante im Glasfassaden-Design, dem Hubtor „Spacelite HT40 Vision“, eine hochwertige Gestaltungsqualität, die sich harmonisch in die Gebäudehülle integrieren lässt, da mit Echtglas und Aluminium bei Fassade und Tor die gleichen Werkstoffe eingesetzt werden.

Tore im Glasfassaden-Design sind wärmedämmend und robust

Das im Spacelite HT40 Vision eingesetzte ESG-Isolierglas eignet sich mit seinen hohen Wärmedämmwerten besonders für nachhaltiges und energiebewusstes Bauen. Zudem ist es deutlich resistenter gegen Kratzer als die herkömmlich verwendeten Kunststoffscheiben, weist keine optischen Verformungen auf und Verschmutzung, Anlaufen oder Beschlagen im Scheibenzwischenraum sind ausgeschlossen. Bis zu einer Torbreite von 3,50 m lassen sich die Torblätter in Echtglas ohne senkrechte Sprossen – im Fachjargon „Kämpfer“ genannt – ausführen, mit farblich anpassbaren Kämpfern sind Breiten bis 5,0 m möglich.

Die Tortechnik übernimmt die neue Variante „Vision“ vom bewährten Hubtor „Spacelite HT40“. Dabei werden die einzelnen Torblätter in einer Konsole hinter dem Sturz platzsparend und geschützt senkrecht hintereinander gestaffelt. Durch diese Technik, die ohne Abhängung von der Decke auskommt, werden Beleuchtungskörper oder andere Installationen an der Decke nicht beeinträchtigt und die Integration in die Tragkonstruktion einer Glasfassade beliebiger Höhe wird erleichtert. ■

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