Handhabungstechnik Equipment für die alternde Belegschaft

Welche Auswirkungen hat die demographische Entwicklung auf Montage- und Handhabungstätigkeiten in der Automobilproduktion? Diese Frage wurde auf dem Demag Automotive Forum erörtert, zu dem Terex Material Handling Experten aus der Automobilindustrie geladen hatte.

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(Bild: Terex)

Prof. Dr.-Ing. Willibald Günthner, Leiter des Lehrstuhls Fördertechnik Materialfluss Logistik (fml) an der TU München, umriss in seinem Impulsvortrag zunächst die bestimmenden Trends und die Rahmenbedingungen der zukünftigen industriellen Produktion. Dazu gehört die demographische Entwicklung: Die bekannte Alterspyramide stellt sich bis 2030 nahezu auf den Kopf. In diesem Zeitraum wird der Anteil der Beschäftigten, die älter als 55 Jahre sind, stark ansteigen. Diese Beschäftigten sind zwar erfahrener, aber körperlich weniger belastbar. Zugleich fehlen der Industrie zunehmend Nachwuchsfachkräfte, sodass die Unternehmen sich darauf vorbereiten müssen, mit einer älter werdenden Belegschaft die vorhandenen Arbeitsumfänge zu bewältigen.

Die Mensch-Maschine-Schnittstelle entscheidet

Viele Automobilhersteller haben das erkannt und bereits umfangreiche Maßnahmenpakete umgesetzt, mit denen präventiv die Ergonomie am Arbeitsplatz verbessert und die körperliche Belastung der Mitarbeiter reduziert werden sollen. Laut Günthner, dessen Lehrstuhl sich intensiv mit derartigen Maßnahmen beschäftigt, ist dabei intelligente Arbeitsteilung gefragt.

„Der Mensch bringt seine kognitiven Fähigkeiten und seine unschlagbare Flexibilität ein und die Hebezeuge oder Roboter stellen die Kraft bereit. Hier gilt es, die optimale Kombination zu finden. Dabei spielt die Mensch-Maschine-Schnittstelle eine ganz entscheidende Rolle. Wenn der Bediener das Gefühl hat, er bewegt das Handhabungsgerät und nicht die Last, wird er das Gerät nicht benutzen. Das gleiche gilt, wenn er einen subjektiven Zeitverzug beim Bewegen der Last spürt“, so der Professor.

Arbeitsteilung zwischen Mensch und Maschine

Im Anschluss an den Impulsvortrag stellte Jörg Birkenstock, Produktmanager Komponenten bei Terex Material Handling, ein Handhabungsgerät vor, das dem Montagepersonal – nicht nur in der Automobilproduktion – im Sinne der Prävention die Arbeit erleichtert. Der E-Balancer D-BE erlaubt ein komfortables und sicheres Führen der Last und agiert damit wie der verlängerte Arm des Bedieners, wie Terex angibt.

Sobald der Bediener den Handgriff des E-Balancers umschließt, lässt sich die Last ganz einfach heben und positionieren. Das geht sogar auch ohne Griff, mit der Hand an der Last. Eine integrierte Waage erfasst die tatsächliche Last und balanciert sie aus. Birkenstock: „Beim ersten Versuch ist das noch verblüffend, beim zweiten und dritten kann man den E-Balancer schon intuitiv bedienen und hat wirklich den Eindruck, die Last sei schwerelos.“ Dabei seien alle Sicherheitsfunktionen eines modernen Hebezeuges an Bord, wie es heißt.

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