Forschung Erwünschte Überwachung an „smarten“ Regalen

Das Akronym „SmaRackT“ bezeichnet ein laufendes Forschungsprojekt, bei dem das Erlanger Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen (IIS) und die Technische Universität München (TUM) kooperieren. Es geht um das Smart Rack Monitoring, also die Entwicklung und Evaluierung eines smarten Materialfluss-Überwachungssystems für Regale.

Firmen zum Thema

Im Forschungsprojekt „SmaRackT“ werden Materialflüsse durch induktive Nahfeldortung und maschinelles Lernen identifiziert und getrackt.
Im Forschungsprojekt „SmaRackT“ werden Materialflüsse durch induktive Nahfeldortung und maschinelles Lernen identifiziert und getrackt.
(Bild: Fraunhofer-IIS/Ibrahim Ibrahim)

Den innerbetrieblichen Materialfluss genauestens überwachen – ein lange gehegter Traum der für die Intralogistik verantwortlichen Personen im Unternehmen. Jetzt ist so etwas in greifbarer Nähe und ein projektbegleitender Ausschuss bietet potenziellen Teilnehmern an der „SmaRackT“-Forschung sogar die Gelegenheit, eigene Fragestellungen zu platzieren und die Prototypen am Projektende in der eigenen Produktion einzusetzen und zu testen.

Worum geht es konkret? Die Fraunhofer-Arbeitsgruppe für Supply Chain Services (SCS) und der Bereich Lokalisierung & Vernetzung, beide angesiedelt im Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen (IIS), sowie der Lehrstuhl für Fördertechnik Materialfluss Logistik der TU München forschen an einem System, das den innerbetrieblichen Materialfluss mithilfe induktiver Nahfeldortung für die Unternehmensbereiche Logistik und Produktion transparent macht und letzten Endes überwacht. Und noch ein weiterer Player ist an Bord: Die AiF Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen „Otto von Guericke“ fördert das Projekt im Rahmen des Programms zur Förderung der industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF) des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie.

Weil das manuelle Nachverfolgen von Materialflüssen, beispielsweise über das mehrmalige Scannen von Barcodes an Produkten oder deren Verpackung, immer wieder zu durchaus „menschlichen“ Fehlern führt, ist auch dafür das Thema Automatisierung relevant. Um den Materialfluss entlang der Supply Chain aber automatisch erfassen zu können, muss aber festgestellt werden, wie viel wovon an einem bestimmten Ort lagert oder diesen passiert. „SmaRackT“ soll aus diesem Grund ein autonomes System entwickeln, mit dem man Objekte an definierten Aktionspunkten intelligent klassifizieren und die entsprechenden Mengen quantifizieren kann.

System ohne aktive Elektronik

Die technologische Grundlage für das Forschungsvorhaben liefert die am Fraunhofer-IIS entwickelte Lokalisierungstechnologie „IndLoc“. Dabei handelt es sich um eine vergleichsweise günstige Lösung zur dreidimensionalen Echtzeitlokalisierung passiver Objekte in einem definierten Volumen, die sehr genau sein soll. Und das funktioniert so: Ein stromdurchflossener Leiter umschließt ein abgestecktes, variables Areal und erzeugt dort ein schwaches Magnetfeld. Am zu lokalisierenden Objekt ist, ähnlich einem RFID-Transponder, eine kleine passive Spule angebracht. Diese erzeugt in dem beobachteten Volumen ein Sekundärfeld, das sensortechnisch erfasst und vom „IndLoc“-System ausgewertet werden kann. Ohne aktive Elektronik können so Grenzüberschreitung, Position, Orientierung sowie Bewegung des zu ortenden Objekts sehr genau festgestellt werden.

Das Projekt führt aber noch weiter: Neben der reinen Lokalisierung von passiven Objekten mit integrierter Spule sollen durch die IndLoc-Technologie auch leitfähige Objekte erkannt und charakterisiert werden können. Wie es von Fraunhofer heißt, hätten erste Versuche schon vielversprechende Ergebnisse gezeitigt: Beispielsweise hätten M6- von M8-Schrauben unterschieden werden können. Auch das Erkennen unterschiedlicher Oberflächenveredelungen oder des Füllstands in einzelnen Behältern versprächen positive Ergebnisse, die vor allem die produzierende Industrie und ihre Logistikdienstleister interessieren dürften. ■

(ID:46836576)

Über den Autor