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RFID Ethik im Internet der Dinge

| Redakteur: Robert Weber

Die EU-Kommission will Regelungen für das Internet der Dinge. Darauf wartet auch die Logistikwirtschaft. Deshalb starten die EU-Politiker jetzt eine öffentliche Befragung über die RFID-Nutzung. Endlich, meinen viele Branchenexperten, denn es fehlen gesetzliche Rahmenbedingungen.

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Protest vor der Gerry-Weber-Filiale: Der Foebud sorgte für Aufmerksamkeit in der Bielefelder Fußgängerzone. Die Aktivisten warnten die Passanten vor der RFID-Technik. (Bild: Veit Mette)
Protest vor der Gerry-Weber-Filiale: Der Foebud sorgte für Aufmerksamkeit in der Bielefelder Fußgängerzone. Die Aktivisten warnten die Passanten vor der RFID-Technik. (Bild: Veit Mette)

Das Ziel der Kommission ist, den wirtschaftlichen Nutzen der RFID-Technik voll auszunutzen und gleichzeitig den Datenschutz zu gewährleisten. In der Vergangenheit kam es immer wieder zu Kritik von Datenschützern in Sachen RFID. Jüngstes Beispiel war die Demonstration des Foebud vor einer Gerry-Weber-Filiale, MM Logistik berichtete. Die zuständige Kommissarin Neelie Kroes will ein Internet der Dinge, „das unseren wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Zielen dient“, zitiert Heise die Politikerin. Ethische Werte sollen bei der Vernetzung beachtet werden, heißt es weiter.

Empfehlung für RFID-Technik bis 2013

Unterstützung für den Vorstoß der Kommission kommt auch aus der Industrie. „Es existiert bis dato keine gesetzliche Regelung zum Datenschutz bei RFID-Chips. Der Gesetzgeber verbindet mit Datenschutz automatisch Datenbanken. Wir fordern eine gesetzliche Regelung, damit Transparenz herrscht. RFID-Tags sollen nicht heimlich angebracht und die Nutzung offengelegt werden. Deshalb engagieren wir uns in diesem Bereich und wollen unser neues System von der European Privacy Seal zertifizieren lassen. Das ist der höchste Datenschutzstandard in der Europäischen Union“, erklärte Christian v. Grone von Gerry Weber gegenüber MM Logistik.

Beiträge zur Befragung können bis zum 12. Juli 2012 bei der EU-Kommission eingereicht werden. Bis zum Sommer 2013 soll eine Empfehlung vorliegen, schreibt das Onlineportal.

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