Geoinformationssysteme

Europäische Weltraumorganisation vermisst die Welt

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Bei Galileo handelt es sich um das erste europäische Satellitennavigationssystem. Im Gegensatz zu Egnos möchte es nicht einfach GPS, das von der US-Airforce stammt, verbessern, sondern es ist vielmehr eine Alternative zu GPS. In einem Infoclip erfährt man, dass es unter anderem Landwirten als Kuhfruchtbarkeits-Detektor dient. Kühe laufen nämlich unruhig auf den Feldern umher, wenn sie fruchtbar sind.

Galileo funktioniert viel besser auf der Nordhalbkugel

Eleftherios Mamais von der Space Tec Capital Partners GmbH ist Astrophysiker und vertritt auf der Expo die ESA. Er war in der Europäischen Kommission mit dem Galileo-Projekt betraut. Ihm zufolge geht der Nutzen von Galileo weit über das Kuhfruchtbarkeits-Detektieren hinaus: „In den Großstädten liefert Galileo ein robusteres Signal. Da gibt es ja mit GPS das Problem der Häuser, die das Signal ablenken. Außerdem funktioniert Galileo viel besser auf der Nordhalbkugel, in Schweden und so weiter. Und nur mit Galileo ist SAR möglich, Suche und Rettung. Im Notfall kann man ein Signal schicken und man wird dann gerettet. Das geht mit GPS noch nicht.“ Auf die Frage, ob das denn mit GPS mal gehen wird, so Mamais: „Wahrscheinlich schon. Wenn die NASA sieht, was die Europäer alles Tolles machen, dann ist wohl ein Update fällig.“

Eine echte Konkurrenz stellt die NASA für die ESA ohnehin nicht dar. „Wir kooperieren bei der Astronautenausbildung, bei Raumfahrtmissionen, wir machen viel zusammen. Galileo ist zwar rein europäisch, aber es wird auch daran gearbeitet, Galileo und GPS kompatibler zu machen.“ Bei der Anzahl von Satelliten nehmen sich die beiden Raumfahrtbehörden nichts. „Galileo und GPS funktionieren beide mit je um die 30 Satelliten.“ Trotzdem wies Mamais darauf hin, dass Copernicus mit seiner Datensammlung „wirklich einzigartig“ sei.

Neben den freien, unverschlüsselten Anwendungen der europäischen Satellitennavigation, die jeder mit Smartphones und Navigationsgeräten nutzen kann, sind auch kommerzielle Angebote geplant. „Wie genau das angeboten werden soll, kann ich Ihnen jetzt nicht sagen. Das ist schließlich die Europäische Kommission und wenn die mit Produkten Geld machen möchte, dann ist das politisch heikel.“

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