Interview Fabrikautomation und Auto-ID aus einer Hand

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Geräte von Datalogic zur automatischen Datenerfassung und Fabrikautomatisierung werden im Einzelhandel, in der Produktion, bei Transport und Logistik sowie im Gesundheitswesen eingesetzt. Wir sprachen mit Jan Walker, DACH Transportation & Logistics Industry Country Leader, über die neuesten Entwicklungen der Italiener und ihren Logimat-Auftritt.

Der Industrie-Imager AV900 ist eine hochleistungsfähige, fortschrittliche Kamera für Transport- und Logistikanwendungen. Das Gerät will Maßstäbe für 2D-Bildleser auf allen Förderbandgrößen, Flughafen-Gepäckfördersystemen sowie statischen Leseanwendungen setzen.
Der Industrie-Imager AV900 ist eine hochleistungsfähige, fortschrittliche Kamera für Transport- und Logistikanwendungen. Das Gerät will Maßstäbe für 2D-Bildleser auf allen Förderbandgrößen, Flughafen-Gepäckfördersystemen sowie statischen Leseanwendungen setzen.
(Bild: Datalogic)

Herr Walker, Datalogic veröffentlicht seit wenigen Jahren einen Nachhaltigkeitsbericht. Welches vordringliche Ziel verfolgen Sie damit?

Jan Walker: Mit unserem Nachhaltigkeitsbericht informieren wir seit vier Jahren objektiv und transparent über unseren aktuellen Nachhaltigkeitsstatus und legen diesen offen. Als global agierende Organisation sind wir uns der Verantwortung bewusst, die wir mit unseren Tätigkeiten und Leistungen übernehmen. Verantwortung gegenüber unseren Mitarbeitern und der Umwelt, Verantwortung innerhalb unseres Unternehmens und in der Wertschöpfungskette. Indem wir unser Handeln kontinuierlich reflektieren, verankern wir das Prinzip der Nachhaltigkeit in unserer Unternehmensstrategie. Dies ermöglicht es uns, ökologische, soziale und ökonomische Herausforderungen zu erkennen und stetig daran zu arbeiten, uns zukunftsfähig und langfristig nachhaltig aufzustellen.

Ihre Geschäftsführerin Valentina Volta bezeichnet Ihre Mitarbeitenden als wichtigstes Kapital. Was wird in diesen Zeiten der Pandemie konkret für die Beschäftigten getan?

Walker: Zu Beginn der Pandemie wurde den Mitarbeitern zeitnah die Möglichkeit zur Arbeit im Homeoffice eingeräumt und kurzfristig die entsprechende IT-Ausstattung zur Verfügung gestellt. Zudem wurde für jede Niederlassung ein auf sie zugeschnittenes Schutz- und Hygienekonzept erarbeitet. Dieses beschränkte sich nicht nur auf alle gängigen Maßnahmen, also die Einhaltung der „AHA-Formel“, die Bereitstellung von Masken, Tests und Desinfektionsmitteln, sondern umfasste auch umfangreichere Maßnahmen zum Schutz der Mitarbeiter, wie Umbauarbeiten, die Reorganisation der Bürobesetzung und Kantinenschichten. Mittelfristig bis langfristig ist daraus eine globale Smart Working Policy hervorgegangen, mit der wir uns auf die „neue Normalität“ der hybriden Form der Zusammenarbeit nach der Pandemie eingestellt haben.

Herr Walker, die automatische Datenerfassung wird insbesondere in der Logistik immer wichtiger. Setzt die Branche immer noch auf Bar- und QR-Code oder spielen Technologien wie RFID zunehmend eine Rolle?

Walker: Unserer Meinung nach ist die RFID-Technologie dem anfänglichen Hype nicht gerecht geworden. Insbesondere in der Logistik wird sie kaum eingesetzt. Die Gründe dafür sind der im Vergleich zum Barcode-Label noch immer hohe Preis der Tags sowie die erheblichen Einschränkungen in der Lesetechnik. Die gesamte Paket- und E-Commerce-Logistik setzt nach wie vor auf den Barcode. Nur in ganz speziellen Bereichen wie der Tiefkühllogistik ist die RFID-Technologie zu finden.

Für Ihren Barcodescanner Magellan 3200 hat Datalogic vor zwei Jahren einen Preis für Verpackungs-Ökodesign bekommen. Warum können nicht alle Ihre Produkte so verpackt sein?

Walker: Der CONAI Ecodesign Award wird an Verpackungshersteller und -anwender verliehen, denen es gelungen ist, ihre Verpackungen unter dem Gesichtspunkt der ökologischen Nachhaltigkeit neu zu gestalten. Die Verpackung des Magellan 3200 wurde mit dem Ziel entworfen, Rohstoffe einzusparen und logistische Abläufe zu optimieren – was uns, wie die Auszeichnung nahelegt, gelungen ist. Wir setzen uns weiterhin stark für nachhaltige Innovationen ein und bemühen uns, alle unsere Verpackungen soweit möglich in diesem Sinne zu gestalten.

Herr Walker, vor ziemlich genau einem Jahr haben Sie den Skorpio X5 auf den Markt geworfen, dessen Akku im laufenden Betrieb getauscht werden kann. Wie gestaltet sich der Abverkauf dieses portablen Datenterminals?

Walker: Der Skorpio X5 hat einen sehr guten Start hingelegt. Als Nachfolger der äußerst erfolgreichen und über viele Jahre in großen Stückzahlen verkauften X4-Serie haben wir mit dem X5 nicht nur unsere Bestandskunden ausgebaut, sondern auch viele neue Kunden gewinnen können. Und das zu Recht, denn die Geräte sind umfassend konfigurierbar, sodass sie bestmöglich an die Bedürfnisse der Anwender angepasst werden können. Das beinhaltet diverse leistungsstarke Scan-Engines, die die größte verfügbare Bandbreite an Leseabständen von bis zu 20 Metern bieten. Der Skorpio X5 ist unser erfolgreichstes Produkt im mobilen Bereich.

Eine zuverlässige Rückverfolgbarkeit ist die Grundlage für Industrie 4.0.

Jan Walker, Datalogic

Um Produkte in der Industrie-4.0-Umgebung lückenlos rückverfolgen zu können, sind zuverlässige Identifikations- und Markierungslösungen vonnöten. Was hat Datalogic hier Neues zu bieten?

Walker: Im Bereich der Markierung sind wir mit unserem Laserbeschriftungssortiment sehr gut aufgestellt – und können so den Trend der Direktmarkierung hervorragend bedienen. Anfang des Jahres hat der AREX401 unsere Produktreihe der Hochleistungs-Faserlasermarkierer bereichert. Mit einer Durchschnittsleistung von 100 Watt erweitert er die bisherigen Beschriftungsmöglichkeiten in Bezug auf Geschwindigkeit und Gravurtiefe um ein Vielfaches. Damit kann eine zuverlässige Rückverfolgbarkeit auch auf Bauteilen gewährleistet werden, die in rauer Umgebung stark beansprucht oder abgenutzt oder die einer aggressiven Nachbearbeitung und Endverarbeitung unterzogen werden.

Im Bereich der Identifikation werden immer häufiger Kameras, sogenannte Imager, eingesetzt. Hier setzen wir mit unseren neuesten und leistungsstärksten Matrix-Imagern klare Akzente. Unser neuer Matrix 320 ist einer der fortschrittlichsten Imager überhaupt. Mit seiner besonderen Schärfentiefe und seiner enormen Lesefeldgröße löst er die anspruchsvollsten Rückverfolgbarkeits-Anwendungen.

Herr Walker, Ihre Technik wird auch zunehmend in fahrerlosen Transportfahrzeugen (FTF) eingesetzt. Was genau steckt hinter Begriffen wie Lidar LGS-N50 und Laser Sentinel?

Walker: Der LGS-N50 ist unser auf Lidar basierender Navigations-Scanner. Lidar steht für „Light Detection and Ranging“. Dahinter verbirgt sich eine Technologie zur Erfassung der Umgebung mithilfe eines Infrarotlasers. Die vom LGS-N50 ausgesandten Strahlen werden von Objekten reflektiert und das Gerät wertet nach dem Lichtlaufzeit-Prinzip aus, wie nah oder weit diese Objekte entfernt sind. FTF nutzen diese Informationen zur Orientierung und Navigation. Laser Sentinel hingegen ist ein Sicherheitsbereichsscanner, der zur Absicherung automatisierter Anlagen und FTF eingesetzt wird. Ähnlich wie der Lidar-Scanner sendet er Infrarotlaserstrahlen aus und ermittelt anhand der Lichtlaufzeit-Messung, ob sich in einem zuvor definierten Bereich ein Objekt befindet oder nicht. Wird ein Objekt erkannt, schaltet das Gerät sichere Ausgänge (OSSDs), die dann dafür sorgen, dass die gefahrbringende Bewegung gestoppt und der Bediener vor Verletzung geschützt wird.

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LGS-N50 und Laser Sentinel bieten in Kombination eine Komplettlösung für die Führung und Sicherheit von FTF: Der Lidar-Scanner übernimmt die Aufgabe der Navigation und der Sicherheitsbereichsscanner die Schutzfunktion.

In Sachen Fabrikautomation hat das Thema Industrie 4.0 die zuverlässige Rückverfolgbarkeit ganz nach oben gespült. Aber wie geht Auto-ID mit der Fabrikautomation zusammen?

Walker: Eine zuverlässige Rückverfolgbarkeit ist die Grundlage für Industrie 4.0. Dabei kommt es zum einen auf die Rückverfolgbarkeit von Produkten innerhalb der Produktion beziehungsweise Intralogistik an, zum anderen auf die Rückverfolgbarkeit zwischen den verschiedenen Unternehmen der Zuliefer- und Produktionskette. Diese Rückverfolgbarkeit wird größtenteils mittels Barcodes oder Datamatrix-Codes realisiert, die jederzeit prozesssicher ausgelesen werden müssen. Hierfür bietet Datalogic hocheffiziente stationäre Codelesegeräte, wie den neuen Matrix 320 – ein imagerbasierter, fest montierter Code-Reader mit integrierter Beleuchtung. In mobilen, halbautomatisierten Anwendungen werden dagegen häufig die Handscanner der Powerscan-Serie zum Auslesen von Codes eingesetzt. Die ausgelesenen Daten werden dann an übergeordnete Steuerungen oder ME-Systeme gesendet und dort weiterverarbeitet.

Herr Walker, ich gehe einmal davon aus, dass Sie wieder auf der Logimat in Stuttgart ausstellen. Was werden die Highlights dort sein?

Walker: Das ist korrekt – und wir freuen uns sehr auf diese Gelegenheit. Wir werden im DACH-Raum erstmalig unser Flaggschiff unter den industriellen Handscannern vorstellen: unsere brandneue Powerscan-9600-Serie. Bei dieser Produktreihe haben wir die bewährten Vorteile unserer Powerscans um innovative Funktionen ergänzt. So verfügen die Geräte beispielsweise über die Möglichkeit eines modularen Schnittstellenwechsels, kontaktlose Ladetechnologie und Diagnostikfunktionen, damit Kunden zukunftssicher investieren und eine langjährige Produktivität gewährleisten können. Umgebungsunabhängig ist das Gerät in der Lage, 1D- und 2D-Codes jeder Größe und Dichte zu lesen, und verfügt sogar über die Option zur Dokumentenverarbeitung und Bilderfassung.

Selbstverständlich haben wir auch unseren mehrfach zitierten Matrix-320-Imager im Gepäck, der Codes in Höchstgeschwindigkeit erfasst. Basierend auf einer hochmodernen Sensortechnologie lassen sich mit dem Imager unter anderem hocheffiziente Rückverfolgungslösungen für Förderlinien kostensparend realisieren. Ein Besuch unseres Standes lohnt sich also nicht nur aufgrund unserer beliebten italienischen Kaffeespezialitäten.

Haben Sie herzlichen Dank für Ihre Antworten, lieber Herr Walker!

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