Container-Terminals Fahren Container künftig mit Ökostrom?

Ein ehrgeiziges Projekt erprobt jetzt auf dem HHLA-Container-Terminal-Altenwerder, wie Batterien von Schwerlastfahrzeugen für Container (Automated Guided Vehicles, AGV) genau dann aufgeladen werden können, wenn ein Überfluss von Wind- oder Solarenergie im Netz besteht.

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Die Batterien von AGV sollen dann aufgeladen werden, wenn überschüssiger Peak-Strom aus Wind- und Solarkraftwerken zur Verfügung steht.
Die Batterien von AGV sollen dann aufgeladen werden, wenn überschüssiger Peak-Strom aus Wind- und Solarkraftwerken zur Verfügung steht.
(Bild: HHLA)

Um immer den sowohl ökologisch wie auch operativ optimalen Ladezeitpunkt für die Batterien von Containertransportern zu ermitteln, haben sich der HHLA-Container-Terminal-Altenwerder, eine Tochter der Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA), die Gottwald Port Technology GmbH und Vattenfall mit den durch das Energie-Forschungszentrum Niedersachsen (EFZN) koordinierten Universitäten Oldenburg, Göttingen und Clausthal zusammengetan. Das übergreifende Forschungsprojekt Besic (Batterie-Elektrische Schwerlastfahrzeuge im Intelligenten Containerterminalbetrieb) wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie mit rund 10,4 Mio. Euro gefördert.

AGV als Puffer für Peak-Strom nutzen

Grundlage ist ein preisgekröntes Projekt: Der HHLA-Container-Terminal-Altenwerder und Gottwald, mittlerweile zugehörig zu Terex Port Solutions, haben den Nachhaltigkeitspreis Hanse Globe 2011 für die Entwicklung von batteriebetriebenen Fahrzeugen erhalten, die im 24-h-Betrieb des Terminals Container transportieren. Jetzt soll im Rahmen des Besic-Projekts die für die Batteriefahrzeuge entwickelte Ladestation die Batterien genau dann aufladen, wenn besonders viel Strom aus erneuerbaren Energien im Netz zur Verfügung gestellt wird. So könnte Wind- oder Solarenergie aus Spitzenzeiten (Peak-Strom) genutzt werden, wenn sie gerade im Überschuss zur Verfügung steht.

Gerade küstennahe Standorte wie Hafenterminals haben gute Voraussetzungen für die Nutzung von Windenergie. Dazu kommt, dass die Batterien der selbstfahrenden Schwerlastfahrzeuge (Automated Guided Vehicles) als Puffer für Peak-Strom genutzt werden könnten. Das Förderprojekt untersucht unter anderem, ob der Ladezeitpunkt auf die betrieblichen Anforderungen des Terminals und die Spitzenlasten des Stromnetzes abgestimmt werden kann. Dafür wird ein Batterie-Management-System entwickelt, das im Datenaustausch mit den Lastprognose-Systemen von Vattenfall und dem Terminalsteuerungssystem des HHLA-Container-Terminal-Altenwerder geeignete Ladezeiträume ermittelt.

Machbarkeit und Wirtschaftlichkeit im Fokus

Diese innovative Netz- und Betriebsintegration von batteriebetriebenen AGV mittels Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) steht im Mittelpunkt des Gemeinschaftsprojekts Besic. Im Rahmen des Technologiewettbewerbs „IKT für Elektromobilität II – Smart Car – Smart Grid – Smart Traffic“ fördert das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) das Besic-Vorhaben mit Beginn im Januar 2013 bis Dezember 2015 über einen Zeitraum von drei Jahren.

Beteiligt sind die Unternehmen HHLA, Gottwald und Vattenfall sowie die durch das Energie-Forschungszentrum Niedersachsen (EFZN) koordinierten Universitäten Oldenburg, Göttingen und Clausthal. Untersucht wird neben der praktischen Machbarkeit auch die Wirtschaftlichkeit eines solchen Modells. Herkömmliche Diesel-elektrische AGV werden mit AGV verglichen, die durch konventionelle Batterietechnologie oder durch innovative Energiespeicher angetrieben werden.

Geringere Betriebskosten können neue Anwendungsfelder erschließen

Führt die intelligente Ladestrategie zu deutlichen Betriebskosteneinsparungen, kann das richtungweisend für viele verwandte Anwendungsbereiche sein, zum Beispiel für den Betrieb von Elektrobussen im öffentlichen Personennahverkehr, von elektrischen Förderfahrzeugen in der Lagerhauslogistik oder batteriebetriebenen Vorfeldfahrzeugen auf Flughäfen.

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