Lagerroboter

Flitzende Roboter sagen Amazon den Kampf an

| Autor / Redakteur: Robert Weber / Robert Weber

Ingenieure versichern dem Kunden: Kommissionieraufwand sinkt um 70 %

Auch der Kommissionierer soll durch das neue Produkt entlastet werden. Prinzipiell reduziert ein „Ware-zum-Mann“-System wie das G-Com deutlich die Wegezeiten des Kommissionierers, heißt es in der Unternehmenszentrale. Hier notieren diverse wissenschaftliche Studien etwa 55 % der Gesamtzeit gegenüber dem traditionellen Picken mit Kommissionierwagen. Hinzu kommen etwa 15 % der Orientierungs- und Suchzeit am Kommissionierregal. Somit reduziert das G-Com den Gesamtaufwand des klassischen Kommissionierens um circa 70 %, versichern die Forscher. Nur der reine Pick- und Ablagevorgang des Artikels ist auch bei diesem System weiterhin manuell erforderlich. Die Anlernzeit neuer Mitarbeiter gestaltet sich deutlich kürzer: Sie liegt beim G-Com lediglich bei ein bis zwei Tagen. Bei traditionellen Systemen kalkulieren einzelne Distanzhändler oft mit Einarbeitungszeiten von ein bis zwei Monaten. Dies ist insbesondere bei kurzfristigen und kurzzeitigen Einsätzen von Aushilfen und Leasingkräften zur Bewältigung von Auftragsspitzen wirtschaftlich. Es reicht aus, die Aushilfen erst wenige Tage vor dem tatsächlichen Bedarf einzustellen. Dies reduziert die Personalkosten signifikant.

Beim G-Com-System ist eine Bildung großer Batches nicht unbedingt erforderlich (Bild 4). Eine Online-Abarbeitung von Aufträgen ist möglich. Die Durchlaufzeit eines Auftrags reduziert sich damit auf wenige Minuten. Durch die zunehmend verlangte extrem schnelle Lieferung – Next-Day-Delivery, teilweise Same-Day – können Distanzhändler nicht mehr wie früher Aufträge sammeln und logistisch optimierte Batches (gestapelte Aufträge) bilden, die dann oftmals zweistufig kommissioniert werden. Kleinere, zeitnah fakturierte Aufträge lassen solche Systeme nur mit deutlichen Produktivitätsverschlechterungen und Kostenerhöhungen zu. Darüber hinaus benötigen diese traditionellen, zweistufigen Systeme Auftragsdurchlaufzeiten von mehreren Stunden.

Swisslog-Intralogistiker machen aus G-Com ein Carry-Pick

So lange will kein Logistiker warten. Auch bei der Bestellung des Systems nicht. Doch wann kommt G-Com? Auf dem Deutschen Logistik-Kongress wird auch Grenzebach Präsenz zeigen und für G-Com werben. Doch diese Redaktion hat erfahren, dass der Generalunternehmer Swisslog aus der Schweiz als Preferred Partner den Vertrieb Anfang 2014 aufnehmen wird. Der Name G-Com weicht dann der Produktbezeichnung Carry-Pick. Aus dem Hause Grenzebach hieß es dazu: Swisslog sei ein Preferred Partner, aber das G-Com-System soll und wird wohl auch mit anderen Systemanbietern auf den Markt kommen. Man sei mit allen großen Systemintegratoren im Gespräch. Dass Swisslog eine herausragende Rolle im Vertrieb der Neuentwicklung spielt, überrascht Branchenkenner nicht, denn Grenzebach ist an der Schweizer Aktiengesellschaft beteiligt (über 20 % der Anteile sind im Besitz von Grenzebach). Auf der Logimat 2014 soll der Startschuss für den Swisslog-Vertrieb fallen.

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