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Fahrerlose Transportsysteme sollen schneller werden

| Autor / Redakteur: Robert Weber / Robert Weber

Die Fotos zeigen diverse von Götting-Technik ferngesteuerte Fahrzeuge auf dem Vorführgelände und den im Text beschriebenen Leitstand.
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Die Fotos zeigen diverse von Götting-Technik ferngesteuerte Fahrzeuge auf dem Vorführgelände und den im Text beschriebenen Leitstand. (Bild: Wagner)

Für fahrerlose Transportfahrzeuge gilt in den Prozessen Schritttempo. Jetzt arbeiten Wissenschaftler und Unternehmen an neuen Automatisierungslösungen. Erste Versuche stimmen optimistisch. Sensorik und Technik funktionieren auch bei Radladern und Baggern. Doch wer haftet bei Unfällen?

Manchmal werden lang gehegte Kinderträume wahr. Für einen Führerschein für Lkw oder Bagger hat es bei mir leider nicht gereicht. Doch der Traum, irgendwann mal einen richtig dicken Radlader zu fahren, war immer tief verankert. Auf der Hannover-Messe war es dann endlich so weit. Doch ich durfte nicht auf dem Fahrersitz Platz nehmen, sondern 30 m vom Fahrzeug entfernt in einem futuristischen Leitstand – unter dem Dach eines Partyzelts (Bild 2).

Futuristisch anmutender Leitstand ist per Netzwerk verbunden

Der Fahrer bedient seine Armaturen so selbstsicher, als wäre er mitten im Geschehen. Dabei wackelt sein Sitz dank „Force Feedback“ bei jeder Bodenwelle und wenn er den Fuß vom Gas nimmt, ebbt das Dröhnen des Motors aus den Lautsprechern ab. Die Wissenschaftler vom Fraunhofer-IML und die Ingenieure von Götting versuchen, die Bedingungen in der Fahrerkabine so genau wie möglich zu simulieren. Das ermöglicht eine bessere Steuerung.

Wenn der Fahrer genau spürt, was gerade im Fahrzeug passiert, kann er angemessen reagieren, erklären die Verantwortlichen. Der Fahrer bekommt sogar noch mehr mit als in der traditionelle Kabine, weil sieben Kameras am Fahrzeug unterschiedliche Perspektiven auf den vier Bildschirmen zeigen können, verspricht das Team. Die Erschütterungen und Geräusche werden von Sensoren und Mikrofonen erfasst und per Funk an einen Empfänger in bis zu 400 m Entfernung versendet.

Der futuristisch anmutende Leitstand ist mit diesem Empfänger per Netzwerk verbunden. Wenn die Datenleitung schnell genug ist, könnte er sogar am anderen Ende der Welt stehen, erklären die Ingenieure selbstbewusst. Die Technik funktioniert ohne Aussetzer. Visuell unterstützen mich also mehrere Bildschirme und der Ton kommt aus den Boxen hinter meinem Fahrersitz. Doch eines fehlt mir für das richtige Baustellengefühl: der grüne Duftbaum.

Das Projektziel: Automatisierung in und außerhalb der Fabrik

Doch die Spielerei des Redakteurs auf dem abgesperrten Testgelände hat einen ernsten Hintergrund. Die Idee der Projektpartner ist es, Automatisierungslösungen nicht mehr nur auf fahrerlose Transportfahrzeuge (FTF) zu beschränken (Bild 1). Das ehrgeizige Ziel: Schneckentempo für FTF war gestern, heißt es in einer Präsentation des Dortmunder Fraunhofer-IML, das sich als Partner von Götting in dem von der Bundesregierung geförderten Projekt SaLsA (Sichere autonome Logistik- und Transportfahrzeuge im Außenbereich) engagiert. Das Verbundvorhaben ist eine Zusammenarbeit der Götting KG, der Innotec Data GmbH & Co. KG, der IFM Electronic GmbH und des Instituts für Informatik Offis e.V. mit dem Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik (IML).

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