Forschung

Logistik in der Lounge oder was ist ein Logistics Living Lab?

| Redakteur: Robert Weber

(Bild: Universität Leipzig)

Die Wirtschaftsinformatiker der Universität Leipzig entdecken die Logistik. Die Wissenschaftler öffnen Mitte Juni ihr Logistics Living Lab. Dort sollen in lebensnaher Umgebung innovative Lösungen für die Logistikwelt gefördert werden. Der Bund finanziert das Projekt mit 120.000 Euro.

Intern heißt das neue Labor kurz LLL. Laut Hochschule ist es das erste Living Lab Deutschlands für die Logistik. Neben der lebensnahen Erforschung sollen auch neue Forschungsergebnisse probeweise angewandt und Informationstechnik für logistische Dienstleistungen ausgefeilt werden. „Das Logistics Living Lab stellt an einzelnen Stationen die logistische Kette dar, beginnend beim Hersteller, über den Spediteur bis hin zum Endkunden“, erklärt Juniorprof. Dr. André Ludwig. „Es geht hier nicht um einzelne Paketsendungen, sondern um komplexe Logistikdienstleistungen“, erklärt er. Meist habe jeder einzelne Akteur in einer Warenlieferkette seine eigene IT-Infrastruktur. Eine der Herausforderungen, die mit dem neuen Living Lab bewältigt werden sollen, sei, diese verschiedenen Systeme zu integrieren. Nur so könne auf die in der Logistik notwendige Flexibilität und Transparenz reagiert und ein reibungsloser Warenfluss ermöglicht werden.

Kreativlounge für Logistiker

Die unterschiedlichen Akteure wie Frachtverlader, -Empfänger oder Logistikdienstleister können im LLL Forschungsergebnisse testen sowie unterschiedliche Erfahrungen und Sichtweisen einbringen. Es steht Forschungspartnern, beispielsweise aus logistikaffinen Unternehmen, und Forschungsinstituten sowie Studenten offen. Zur Zusammenarbeit mit den Forschern der Universität Leipzig sind alle interessierten Unternehmen der Branche eingeladen.

Das 120.000-Euro-Projekt, das vom Bund finanziert wurde, ist in drei Bereiche eingeteilt: eine Kreativlounge zum Austausch und zur Ideenfindung, ein Demonstrationsbereich mit Versuchsaufbauten, wo die logistische Kette dargestellt wird und individuell entwickelte Prototypen von Soft- und Hardwaresystemen getestet werden können sowie ein kleiner Werkstattbereich zum Experimentieren. In letzterem findet der Nutzer unterschiedliche Techniken zum Anfassen, Testen und Umbauen wie etwa Chips, Scanner und RFID-Transponder.

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