Fördertechnik

Weit mehr als das fünfte Rad am Wagen

| Autor / Redakteur: Bernd Maienschein / Bernd Maienschein

Dirk Jürgeleit präsentiert die Anfahrhilfe ,e-drive 1‘ zum Nachrüsten manueller Transportwagen und für die Entwicklung neuer Gerätegenerationen.
Dirk Jürgeleit präsentiert die Anfahrhilfe ,e-drive 1‘ zum Nachrüsten manueller Transportwagen und für die Entwicklung neuer Gerätegenerationen. (Bild: Maienschein)

Entwicklung, Produktion und Vertrieb von Rädern, Rollen und Mobilitätssystemen – das ist das Geschäftsmodell von Tente-Rollen in Wermelskirchen. Über 20.000 unterschiedliche Produkte führt man im Portfolio: von Rollen für Flugzeugtrolleys über solche für Stühle und medizintechnische Geräte bis hin zu Transportgeräterollen für die Intralogistik.

Ein wenig verborgen hinter Bäumen und Wohnhäusern präsentiert sich der Stammsitz der Tente-Rollen GmbH in Wermelskirchen. Im gleichnamigen Ortsteil zwischen dem Zentrum von Wermelskirchen und Hilgen, das schon zum benachbarten Burscheid gehört, gelangt man zum führenden Rollenanbieter und „Unternehmen des Jahres 2013“, eine Auszeichnung, die man 2014 vom Verein „Rheinische Schaufenster e.V.“ erhalten hat.

Seit rund 90 Jahren arbeitet Tente kontinuierlich an der Verbesserung einer Erfindung, die die Menschheit bewegt wie kaum eine andere: der des Rads. Mit derzeit 460 Mitarbeitern und einer Exportquote von deutlich über 50 % erwirtschaftet das Unternehmen rund 175 Mio. Euro Umsatz – etwa 90 Mio. Euro davon in Wermelskirchen. Dabei ist das in zweiter Generation inhabergeführte Unternehmen in vier Marktsegmenten tätig: institutional, medical, industrial und heavy duty.

Kundenspezifische Fertigung von Schwerlastrollen

Man hat Gas gegeben bei der Internationalisierung: Anfang des neuen Jahrtausends wurde die Firmenzentrale in Köln gegründet. Die dort ansässige Holding Tente International steuert vom Rhein aus weltweit 27 Töchter, davon acht Fertigungsstandorte.

Weil man in Wermelskirchen an seine Kapazitätsgrenze stieß, wurde der Schwerlastbereich – Rollen im Heavy-Duty-Segment, die Gewichte ab 400 kg aufwärts bewegen können – kurzerhand nach Remscheid verlagert. Dort wird sehr stark kundenspezifisch gefertigt, selten etwas von der Stange. Diplom-Wirtsch.-Ing. Dirk Jürgeleit, zusammen mit Roland Dörner Geschäftsführer bei Tente-Rollen, nennt beispielsweise die Ausstattung für die verfahrbare Bühne der Wagner-Festspiele im oberfränkischen Bayreuth als außergewöhnliche Anwendung seiner Produkte.

Elektrische Unterstützung im innerbetrieblichen Transport

Zum Nachrüsten manueller Transportwagen, aber natürlich auch für Entwickler neuer Gerätegenerationen gedacht, nimmt Jürgeleit die „e-drive 1“ zur Hand: ein Rollenmodul, das, mittig am Boden eines Transportwagens angebracht, als Anfahrhilfe für den innerbetrieblichen Teiletransport sozusagen „das fünfte Rad am Wagen“ abgibt. Für den Dauerbetrieb für Wagen mit Transportgewichten zwischen etwa 400 und 1000 kg dagegen ist „e-drive 2“ ausgelegt, das gerade entwickelt wird.

„Beim ,e-Drive 1‘ ist das Rad innerhalb von fünf Minuten getauscht“, erklärt Jürgeleit einen der großen Vorzüge seines Systems. Es brauche auch keine besonderen Spezialwerkzeuge, wenn einmal ein Defekt auftrete. Das „e-drive“-System beinhaltet das Steuerungselement, den Batterieblock, die Steuerungskonsole und das Batterieladegerät. Selbst auf unebenem Boden verliert „e-drive“ damit nie die Haftung. ■

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