Kurzinterview

Logistik 4.0 im Blick

| Autor: Benedikt Hofmann

Dr. Eike Böhm, CTO der Kion Group.
Dr. Eike Böhm, CTO der Kion Group. (Bild: Kion Group)

Im Mai 2015 hat die Kion Group den belgischen Intralogistikspezialisten Egemin als siebten Fördertechnikhersteller ins Portfolio geholt. Im Gespräch mit MM Logistik erklärt Dr. Eike Böhm, CTO bei Kion, die Gründe der Übernahme und die Pläne, die die Gruppe verfolgt.

Herr Dr. Böhm, was waren die Gründe für die Übernahme von Egemin, einem Spezialisten auf dem Gebiet der selbstfahrenden Transportsysteme?

Systemlösungen für Intralogistik und Automatisierung sind immer stärker gefragt. Mit dem Zukauf von Egemin Automation haben wir unsere Kompetenz und Möglichkeiten in diesem Feld deutlich ausgebaut. Industrie 4.0 wird ohne Intralogistik 4.0 nicht stattfinden.

Wo sehen Sie die Hauptanwendungsfelder der Systeme?

Egemin deckt im Wesentlichen zwei ganz zentrale Zukunftsfelder ab. Zum einen die Automatisierung von bestehenden Geräten – da gibt es schon über Jahre eine Zusammenarbeit mit Linde und Still. Zum anderen stehen die Lagersystemlösungen im Mittelpunkt. Hier kommt Egemins Kompetenz bei Lager- und Distributionslösungen zum Tragen, die unter anderem die Konzeptionierung von maßgeschneiderten Lagern und eigene Softwarelösungen umfasst.

Wie Sie schon angesprochen haben, gehören zur Kion-Gruppe bereits einige Hersteller von Flurförderzeugen, die auch FTF anbieten. Warum dennoch die Übernahme?

Es ist richtig, dass Intralogistik 4.0 auch außerhalb von Egemin bei Kion schon Wirklichkeit ist. Unsere Fahrzeuge sind intelligent und vollelektronisch gesteuert. Ein aufgefeiltes Flottenmanagementsystem wie „connect“ von Linde oder der Flottenmanager von Still erfasst und analysiert gewaltige Mengen an Daten wie Betriebsstunden, zurückgelegte Strecken, Energieverbrauch und nutzt sie zur Optimierung. Wir wollen auch im rasch wachsenden Markt für automatisierte Logistik- und Materialflusssysteme eine führende Position einnehmen. Gemeinsam verfügen Egemin Automation und die Kion Group über ein enormes Innovationspotenzial, um künftige Kundenanforderungen in diesem Bereich optimal bedienen zu können. Die Akquisition bedeutet für Kion einen weiteren Meilenstein bei der Umsetzung seiner Strategie 2020.

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