Flexible Fertigung

Fertigung im Wandel: Neue Perspektiven für Produktion und Logistik

| Autor / Redakteur: Georg Dlugosch / Udo Schnell

Ein ganzheitliches Produktionskonzept für die Automobilproduktion der Zukunft entwickelt die Forschungsfabrik im Verbundprojekt Arena 2036. Der Roboter unterstützt den Werker nicht mehr am Band, sondern bei der Montage an freien Modulen.
Ein ganzheitliches Produktionskonzept für die Automobilproduktion der Zukunft entwickelt die Forschungsfabrik im Verbundprojekt Arena 2036. Der Roboter unterstützt den Werker nicht mehr am Band, sondern bei der Montage an freien Modulen. (Bild: Arena2016/Storz Medienfabrik)

Während der weltweiten Finanzkrise zeigten sich die meisten Branchen unflexibel und wenig wandlungsfähig. Die Folge waren deutliche Produktionsrückgänge. Die Industrie hat ihre Möglichkeiten zur Optimierung der Fertigung ausgeschöpft und muss dennoch schon wieder mit extremen Veränderungen fertig werden. Für den innerbetrieblichen Warenfluss gelten die gleichen Vorzeichen: auch die Intralogistik muss sich auf neue Produktionsmethoden einstellen und hat dabei mit vielen Unwägbarkeiten zu kämpfen.

Die zunehmende Individualisierung von Produkten in allen Bereichen des Lebens fordert Flexibilität von der künftigen Fertigung. Im Zeitalter von Industrie 4.0 soll die Fertigung kleinster Lose zu Bedingungen der Großserienproduktion gelingen. Dafür müssen auch die Maschinen flexibler gestaltet werden. Diesen Trend hat Lenze erkannt und setzt auf konsequente Modularisierung. „In Zukunft werden unsere Kunden nur noch vollständig modulare Maschinenstrukturen entwickeln“, betont Dr. Thomas Cord, Geschäftsführer der Lenze Automation. Nur dadurch kann man flexibel auf Kundenwünsche eingehen und intelligente Maschinen in kürzester Zeit auf den Markt bringen, ohne dass die Engineeringkosten aus dem Ruder laufen.

Modularisierung ist kein neuer Trend im Maschinenbau, der schon seit geraumer Zeit versucht, sich auf die spezifischen und schneller wandelnden Anforderungen der Kunden einzustellen. Dafür ist die Mechanik in Module aufgebrochen worden. „Allerdings sind wir damit auf halbem Weg stehen geblieben, denn wir müssen auch die Software und die Schaltschränke modular strukturieren“, bekennt Cord.

Wenn sich die Marktanforderungen so rasant verändern, dann müssen die Engineeringprozesse angepasst werden. „Letztendlich kann sich der OEM nur dann schneller auf einen Kundenwunsch einstellen, wenn alle Bereiche einer Entwicklungsabteilung im Gleichtakt arbeiten“, ergänzt Cord. Das Engineering muss als mechatronischer Prozess betrachtet werden. Gleichartige Modulstrukturen in allen drei Disziplinen der Mechatronik sorgen für die deutliche Erleichterung des Engineerings – und für eine deutliche Reduzierung der Engineeringkosten.

Deshalb hat Lenze mit der Software-Toolbox „Fast“ einen Baukasten entwickelt, der häufig benötigte Maschinenfunktionen als standardisierte Technologiemodule zur Verfügung stellt. Die verschiedenen Funktionen eines Maschinenmoduls müssen nicht mehr programmiert werden, sondern sie werden durch Anpassung der Parameter erledigt. „Damit bieten wir einen Standard an, der gleichzeitig Flexibilität und Offenheit erlaubt“, betont der Chef von Lenze Automation. Kundenspezifische Besonderheiten können einfach integriert werden. „Unser Versprechen an die Kunden ist, 80 % der Funktionalitäten einer Maschine in 20 % der Zeit zu realisieren. So schaffen wir ihnen den Freiraum für das Wesentliche: die Besonderheiten der Prozesse und Alleinstellungsmerkmale ihrer Maschinen.“

Ergänzendes zum Thema
 
Interview: Moderne Sensorik mobilisiert den Materialfluss

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