Hella nutzt innovative Fördertechnik mit automatischem „Entdeckler“

04.04.2012

Verbindung von AKL und Montagezentrum: Vor drei Jahren hatte Förster & Krause für den Standort Wembach des Automobilzulieferers Hella ein Behälter-Transportsystem projektiert und gebaut sowie eine Roboteranlage, die leere Mehrwegboxen und deren Deckel palettiert.

Kürzlich wurde das nächste Projekt realisiert: eine Förderanlage, die Behälter automatisch entdeckelt und einer Montagelinie zuführt.

Hella entwickelt und fertigt Beleuchtungssysteme für Fahrzeuge – in großem Maßstab. Das Unternehmen beliefert weltweit alle namhaften Autohersteller. Das Werk HELLA Innenleuchten-Systeme GmbH Wembach/ Schwarzwald hat sich auf die Innenraumbeleuchtung spezialisiert, und auch das in großem Stil: Pro Tag werden nicht weniger als 120.000 Leuchtsysteme hergestellt.

Vom AKL in die Montage

Bei derartigen Mengen muss auch das Behältermanagement höchsten Anforderungen genügen und von Grund auf ebenso durchstrukturiert wie hochautomatisiert sein. Diesem Ziel diente das Behälter-Transportsystem mit der Palettieranlage, das Förster & Krause 2008 geliefert hat. Mit dieser Anlage ist der Anwender offenbar zufrieden, denn 2011 erteilte Hella einen weiteren Auftrag für eine Förderanlage, die ein ebenfalls neu installiertes Montageband an ein vorhandenes AKL anbindet.

Produktion im Vier-Sekunden-Takt

Auf dem neuen Montageband werden Innenleuchten, die aus 10 bis 15 Einzelkomponenten bestehen, automatisch montiert, geprüft und verpackt. Ein Werkstückträger-Umlaufsystem transportiert die Leuchten, die in 54 verschiedenen Gerätevarianten produziert werden, von einem Prozessschritt zum nächsten. Pick & Place-Einheiten übernehmen die Montage. Dabei werden sehr hohe Geschwindigkeiten erreicht: Bei einer Taktzeit von nur vier Sekunden erreicht das Montageband einen Output von 5,2 Mio Leuchten pro Jahr.

Entsprechend groß ist die Anzahl der Behälter, die dem Band zugeführt werden müssen: Pro Jahr sind es rund 120.000 in zwei verschiedenen Größen (600 x 400 x 320 mm und 300 x 400 x 220 mm). Bei diesen Mengen lohnt sich die Automatisierung des Behältertransportes. Förster & Krause plante und installierte eine Anlage, die die aus dem AKL kommenden Behälter über Rollenbahnen ans Montageband bzw. in verschiedene Montagebereiche fördert.

Eigenentwicklung für Entfernung des Deckels

Am Beginn der Förderstrecke liest ein Scanner den Barcode auf dem Behälterdeckel und weist dem Behälter eine Route zu. Je nachdem für welchen Montagebereich der Behälter vorgesehen ist, wird der Deckel automatisch abgehoben und gestapelt. Für diesen Arbeitsschritt gab es am Markt der Robotik und Handhabungstechnik kein fertiges Produkt, also konstruierte Förster & Krause einen „Entdeckler“, der sich in der Praxis bewährt. Die Deckel werden aufgestapelt und von Zeit zu Zeit manuell entnommen. Auch eine Rückführstrecke für Leerbehälter gehört zum Lieferumfang. Sie wurde an die vorhandene automatische Behälterabstaplung und die zentrale Leergutabwicklung angebunden.

Somit nutzt Hella nun eine innovative automatisierte Förderstrecke für den Behältertransport – und hat mit dem „Entdeckler“ sogar ein einzigartiges Produkt der Handhabungstechnik im Einsatz!

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