L+L Lieferservice und Logistik: Schnelle und flexible Schuhlogistik

15.03.2011

Kontinuierliche Automatisierung bringt Erfolg: Seit fast fünfzehn Jahren ist Förster & Krause für die L+L Lieferservice und Logistik GmbH tätig und unterstützt den Dienstleister von Birkenstock und seinen Lizenznehmern bei seinem Wachstumskurs.

Dabei ist der Automatisierungsgrad der Förder- und Lagertechnik kontinuierlich gestiegen – und ebenso die Umschlagmengen. Heute lagert die L+L bis zu 4,8 Millionen Paar Schuhe und verschickt pro Tag im Durchschnitt 8.000 Sendungen an 17.000 Kunden weltweit.

Die Zusammenarbeit begann 1997 am L+L-Standort Asbach mit der Planung und dem Bau eines Palettenlagers mit rund 10.600 Plätzen und vorgelagerter Kommis-sionierzone. Dieser Standort wird heute noch als Halbfertigwarenlager genutzt, die gesamte Fertigwarenlagerung wurde nach Vettelschoß verlegt. Dort betreibt die L+L ein hochmodernes Logistikzentrum, das bis zu 4,8 Millionen Paar Schuhe lagern kann. Diese Menge unterteilt sich auf 48.000 verschiedene Artikel, und pro Tag werden 8.000 Sendungen mit mehreren zehntausend Artikeln versandt. Diese großen Zahlen erklären sich daraus, dass die L+L für die weltweite Logistik der Birkenstock Orthopädie GmbH & Co. KG und ihrer Lizenznehmer verantwortlich ist.

Schrittweise Automatisierung

Während anfangs noch vorwiegend manuell kommissioniert wurde, hat die L+L inzwischen den gesamten innerbetrieblichen Materialfluss weitestgehend automatisiert. Jörg Walgenbach, Geschäftsführer der L+L:  „Es ist unsere Strategie, kontinuierlich die Prozesse zu optimieren und mit unseren Kunden zu wachsen. Wir testen neue Automatisierungsschritte erst in kleinerem Maßstab und führen sie dann in größerer Dimension ein. So werden wir Schritt für Schritt effizienter und leistungsfähiger.“ 

In Vettelschoß errichtete die L+L zunächst ein 26.000 m2 großes Gebäude für Kommissionierung und Versand. 2005 erweiterte man den Standort um eine 9.000 m2 große Halle für die Warenannahme und Lagerung. In diesem Zuge wurde auch die vorhandene automatisierte Lagertechnik, in der Umkartons mit je 12 Kartons bzw. Einzelpaaren lagern, erweitert.

Automatische Kommissionieranlage für Einzelkartons

Damit aber nicht genug: Ein weiterer, jüngerer Meilenstein war die „Automatisierte Kommissionieranlage“ (AKA) mit drei 120 m langen Gassen, in der rund 315.000 Paar „Schnelldreher“ extrem schnell und effizient kommissioniert werden können. Dafür sorgen Roboter, die 24 Kartons fassen und somit jeweils Doppelspiele mit 48 Haltepunkten fahren. In drei Gassen sind insgesamt vier Roboter unterwegs, die zusammen pro Tag bis zu 22.000 Paar Schuhe kommissionieren. Die Kartons lagern dreifach tief in leicht geneigten Fächern.

Feinkommissionierung über Sequencer und Dispenser

Allerdings setzt dieses Prinzip eine nachgeordnete Feinkommissionierung voraus, da die 24 Kartons, die das Fahrzeug pro Spiel kommissioniert, noch nicht nach Aufträgen sortiert sind, sondern wegeoptimiert aufgenommen werden. Deshalb werden die Kartons auf Röllchenkanäle abgeschoben, die als Puffer dienen. Jörg Walgenbach: „Sobald der für den Kunden bestimmte Versandkarton – der schon Ware enthalten kann – ankommt, taktet der Puffer die jeweiligen Waren auf ein Band aus, das die Kartons kommissionsbezogen in der von der Software vorgegebenen Reihenfolge sortiert. Von diesem Taktband werden alle Kartons einer Kommission in einen ´Dispenser´ gefördert, aus dem der Kommissionierer nach dem Prinzip ´Ware zum Mann´ die Schuhe in der vorgegebenen Reihenfolge entnimmt und in den Versandkarton packt.“  Selbstverständlich wird der entsprechende Versandkarton ebenfalls automatisch bereitgestellt.

Leistungssteigerung um 30%

Mit diesem Prinzip der zweistufigen Feinkommissionierung konnte die L+L die Kommissionierleistung des AKA um 30% steigern. Zum Abschluss durchfahren die noch geöffneten Versandkartons eine Scannerstation, die überprüft, ob die Sendungen korrekt gepackt sind. Dann werden die Umkartons verschlossen und in einem Versandbahnhof nach Touren bzw. Versendern sortiert. Große Teile dieser anspruchsvollen, dem AKA nachgelagerte Förderstrecken wurden von Förster & Krause gemeinsam mit den Mitarbeitern der L+L geplant und realisiert. Die AKA selbst hat – auf Anregung von Jörg Walgenbach und den Verantwortlichen bei der L+L – die KHT GmbH entwickelt, mit der Förster & Krause bei derartigen Projekten häufig und gern zusammenarbeitet.

Flexible Automatisierung im Fokus

Auch nach der Inbetriebnahme des AKA schreitet die Automatisierung im Logistikzentrum voran. Gemeinsam mit Förster & Krause und KHT arbeitet die L+L permanent an den „Stellschrauben“, mit denen man die vorhandenen Systeme optimal nutzen kann. Ganz wichtig ist dabei ist die Flexibilität. Jörg Walgenbach: „Wir müssen nicht nur auf kurze Durchlaufzeiten bei großen Mengen eingestellt sein, sondern auch auf kurzfristige Trends und ´Hypes´, wenn ein bestimmtes Schuhmodell plötzlich stark gefragt ist. Dann werden diese Artikel z.B. in größeren Stückzahlen vom AKL in die AKA umgelagert.“

Perfekte Logistik. Ein wichtiger Beitrag zum Erfolg der Kunden

Die L+L kann mit der weitgehend automatisierten Lager-, Förder- und Kommissioniertechnik, die letztlich wie eine große „Kommissioniermaschine“ arbeitet, bis zu 160.000 Paar Schuhe täglich ausliefern. Das Unternehmen darf stolz darauf sein, einen nicht unerheblichen Beitrag zum Erfolg seiner Kunden zu leisten: Birkenstock und seine Lizenznehmer sind beim Handel für die hohe Lieferbereitschaft und das unkomplizierte Nachbestellen von Einzelpaaren bekannt. Seit fast fünfzehn Jahren trägt die beiderseitig inspirierende Partnerschaft von L+L, Förster & Krause und KHT dazu bei, dass die Lager- und Kommissioniertechnik immer höhere Leistungen erbringt und dabei wirtschaftlich, schlank und – last but not least – energieeffizient arbeitet.