Suchen

Logistikstandorte Frachtoase im Persischen Golf

| Autor: M. A. Benedikt Hofmann

Mit einer Größe von rund 750 km² gehört der Inselstaat Bahrain nicht unbedingt zu den Flächenstaaten dieses Planeten. Aber in dem kleinen Königreich ist man geschäftstüchtig und will unter anderem als schnellster Weg nach Saudi-Arabien in der Logistik eine führende Rolle in der Region spielen.

Firmen zum Thema

Der King Fahd Causeway verbindet den Inselstaat Bahrain seit 1986 mit Saudi-Arabien.
Der King Fahd Causeway verbindet den Inselstaat Bahrain seit 1986 mit Saudi-Arabien.
(Bild: Bahrain EDB)

Durch die Wüste ziehende Beduinenstämme, die sich von Oase zu Oase durch die Dünen kämpfen. Die Zeiten haben sich geändert, aber dieses Bild wird wohl noch lange mit den Golfstaaten verbunden bleiben. Und ganz falsch ist es auch nicht – nur sehr veraltet. Denn logistische Knotenpunkte, die die Oasen im Prinzip ja waren, spielen in der Region auch heute noch eine große Rolle, und das nicht nur, weil riesige Mengen an Öl verschifft werden müssen. Bahrain, der kleine Inselstaat östlich von Saudi Arabien, will seine Lage und seine Flexibilität nutzen, um „zur Brücke“ auf die Arabische Halbinsel zu werden.

„Wir sind ein sehr kleines Land mit etwas über einer Million Einwohner, aber das ist in diesem Fall in gewisser Weise sogar ein Vorteil“, erklärt Vivian Jamal, Executive Director für Business Development beim Bahrain Economic Development Board. „Auf diese Weise können wir sehr schnell auf neue Ansprüche und den Bedarf der Unternehmen reagieren.“ So arbeitet das Land unter anderem daran, die immanenten Nachteile einer Insellage auszumerzen. Ein Beispiel hierfür ist die bestehende Verbindung zum Festland über den King Fahd Causeway (eine zweite Strecke entsteht bereits). Außerdem beteiligt sich Bahrain aktiv an der Entstehung des GCC Rail Network, einer Zugverbindung aller sechs Golfstaaten. „Unser Land bietet einen hervorragenden Zugang zur Mena-Region und vor allem nach Saudi-Arabien. Wer hierhin liefern will, kann das nirgends schneller und attraktiver tun, als über unseren Hafen und Flughafen“, zeigt sich Jamal durchaus selbstbewusst.

Freihandelszone als großer Pluspunkt

Für Dr. Tawfeeq Almoayed, einen Geschäftsmann aus der Region, ist auch die Freihandelszone, die sogenannte Bahrain Logistics Zone (BLZ), ein wichtiges Argument, das für das Land als Standort für Logistikprojekte in der Region spricht. Die BLZ ist ein multimodaler Knotenpunkt, der einen Fokus auf den Re-Export und Value-Added-Services legt. Auch für Unternehmen aus der DACH-Region hat Almoayed gute Gründe, sich dort niederzulassen: „Die BLZ bietet sich als eine effiziente Möglichkeit an, Waren an- und dann in der gesamten Golfregion auszuliefern. In der Freihandelszone müssen hier keine Zwischenzölle gezahlt werden, sondern zum Beispiel erst nach der Auslieferung in Saudi-Arabien.“ Zu dem modernen Flughafen und Hafen, die für Bahrain sprechen, kommt Jamal und Almoayed zufolge noch ein dritter Punkt: die hohe Verfügbarkeit von gut ausgebildetem Personal für die Logistik. Diese Arbeitskräfte sind einer der Gründe für die wirtschaftliche Offensive des Landes. Etwa 4000 Bahrainis mit mindestens einem Abschluss an einem College strömen nach Angaben der Regierung derzeit jährlich auf den Arbeitsmarkt und für diese sollen adäquate Jobs geschaffen werden.

Beste Voraussetzung also für ausländische Investoren, speziell aus dem Logistiksektor, wie Jamal nochmals unterstreicht: „Wir sind besonders daran interessiert, Unternehmen aus diesem Wirtschaftszweig bei uns anzusiedeln, da wir so nicht nur neue Jobs schaffen, sondern auch das nötige Geschäftsumfeld, um die produzierenden Unternehmen, die sich in Bahrain ansiedeln, zu unterstützen.“ ■

(ID:43566139)

Über den Autor

M. A. Benedikt Hofmann

M. A. Benedikt Hofmann

Chefredakteur MM MaschinenMarkt